Tarik Bradaric - Auf Vögel schießt man nicht

 

Mit seiner Bachelorarbeit in Form des Graphic Novels „Auf Vögel schießt man nicht“ illustriert Tarik Bradaric feinfühlig und informativ eine der wichtigsten Quellen des Bosnienkriegs.

Das Kriegstagebuch seines Vaters, „Grihota je ubijanje tvica“, welches vom internationalen Gerichtshof in Den Haag zur Strafverfolgung der Täter verwendet wurde, dient ihm dabei zur Vorlage.
Das in schwarz-weiß gehaltene Novel erzählt vom Kriegsausbruch in Bosnien und Herzegowina im April 1992. Als Hauptperson fungiert der Geschichtslehrer Mehmed Bradaric, genannt Kemo, der die Leserschaft durch den Terror des Nationalismus, Faschismus und des Krieges führt. „Viele Menschen wissen nicht, was Krieg bedeutet und wie sich das Leben von Grund auf verändert“, erklärt Tarik. „Auch im Laufe der jetzigen Flüchtlingsbewegung war es mir wichtig, zu illustrieren, wovor die Menschen eigentlich wegrennen.
In „Auf Vögel schießt man nicht“ wird gezeigt, wie sich Foca, die Heimatstadt des Hauptcharakters, zu einem menschenfeindlichen Ort verwandelt in dem Kriegsverbrechen und Vergewaltigung herrschen. Die Kriegsbewegung in der Stadt Gorazde zwischen 1992 und 1993 wird ebenfalls thematisiert.
Bei der Illustration der Inhalte hat Tarik Bradaric mit Bleistiftzeichnungen skizziert, und nach der Digitalisierung seiner Zeichnungen mit Photoshop leichte Verfeinerungen vorgenommen. Das Graphic Novel ist durchgängig in schwarz-weiß gehalten. „Ich finde es bei einem ernsten Thema schwierig, mit Farblichkeit zu arbeiten, da durch die Farbe vieles symbolisch wirkt. Durch schwarz-weiß wirkt alles authentischer“, erklärt er seine Entscheidung.

Zielgruppe ist bei seinem Werk eine deutsche Leserschaft, welche typischerweise wenig Grundwissen über die bosnische Geschichte und kulturelle Besonderheiten mit sich bringt. Daher bietet Tariks Werk noch einiges an Hintergrundwissen und zusätzlichen Erläuterungen. Der Vogel symbolisiert dabei gleichzeitig den Frieden und die sterbende, bosnische Bevölkerung.
„Auf Vögel schießt man nicht“ - eine herausstechende Arbeit, die die Vielschichtigkeit des Mediums Graphic Novel demonstriert, aufklärt und bleibende Eindrücke hinterlässt.

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