Entschleunigung durch Erinnerung

 

Im Rahmen eines Editorial-Projekts zum Thema „Entschleunigung“ beschäftigt sich Danielle Rosales in einem Buch-Magazin mit dem Prozess des Erinnerns.

Schnelligkeit ist eines der hervorstechenden Merkmale unserer Gesellschaft. Im Rahmen des Seminars von Prof. Ilka Helmig haben sich die Studierenden innerhalb eines Editorial-Projekts, bestehend aus einer Reihe von 21 Magazinen, mit dem Thema „Entschleunigung“ beschäftigt. Sie zeigen auf vielfältige Weise, wie man sich mit dem Thema auseinandersetzen kann., vom Burnout über Faulheit bis hin zu analogen Reisen. Danielle Rosales, eine der Teilnehmerinnen des Seminars, hat sich speziell mit dem Thema Erinnerung beschäftigt: „Der Prozess des Erinnerns ist für mich eine Art Entschleunigung. Während ich mich erinnere, abstrahiere und distanziere ich mich von meiner Umwelt.“ Ausschlaggebend für Danielles Beschäftigung mit der Erinnerung war der Aspekt der Zeit und die Schwierigkeit, sie in Worte zu fassen. Zeit und Zeitgefühl sind abstrakt. Zwar können Physiker und Mathematiker Zeit in Formeln packen und sie damit annähernd greifbar machen, aber wirklich fassbar ist sie für uns Menschen nicht. Das ändert sich, wenn wir uns erinnern. Wir erinnern uns in der Regel dann, wenn etwas Besonderes passiert, wie zum Beispiel die Geburt eines Kindes. Genau dann nämlich fangen wir an ein Gefühl für Zeit zu entwickeln. Danielle Rosales hat sich auf den insgesamt 150 Seiten ihres Buchmagazins „Noima“ mit verschiedenen Sichtweisen auf das Phänomen Erinnerung beschäftigt. Unter anderem hat sie sich mit der medizinischen Perspektive auseinandergesetzt und sich mit Gedächtnisstrukturen, Gehirnstrukturen und dem Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis befasst. Erinnerung ist etwas, das uns von klein auf begleitet: Wir speichern Geschehnisse, Fakten, Bilder und können sie wieder hervorrufen. Aber was ist, wenn wir uns plötzlich nicht mehr erinnern können, wenn wir die Fähigkeit dazu verlieren? Auch den Erinnerungsverlust thematisiert Danielle Rosales in ihrem Buchmagazin. Im Normalfall gehört die Erinnerung uns. Wenn wir uns erinnern geht es nicht weiter, sondern zurück. Wir halten an.

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