Inländer – „Du bist nicht anders“

 

Die Designstudentin Melanie Schmitz erstellt ein bewegendes Buch zum Thema Integration von Menschen mit Migrationshintergrund.

„Es gibt gar nichts typisches deutsches mehr“, diesen Kommentar hat Designabsolventin Melanie Schmitz in Köln zufällig mitbekommen. Weil er ihr nicht mehr aus dem Kopf ging, wurde er zur Motivation ihrer Abschlussarbeit. Nach ausführlicher Recherche ist sie auf den Verein Integrater e.V. gestoßen, mit dessen Unterstützung sie das Projekt „Inländer“ entwickelt hat. Ansatzpunkt ihres Projekts ist ein Zitat von Theodor Wonia Michale, welches sie dem Kommentar aus Köln entgegensetzt: „Du bist nicht anders, du wirst anders gesehen“, indem sie Aufklärung schafft, will Melanie genau dagegen vorgehen. Sie hat mit Menschen mit Migrationshintergrund Portrait-Interviews geführt, sich ihre persönlichen Geschichte angehört und im Anschluss aufbereitet. Resultat ist ein bewegendes Buch, gefüllt mit Geschichten, die uns alle mit erschreckenden und traurigen, aber auch berührenden und tröstenden Ereignissen konfrontieren. Der Verein Integrater e.V. hat ihr in Köln und Frankfurt Räume zur Verfügung gestellt, die genügend Ruhe und Privatsphäre boten, um mit den Migranten ungestört und in persönlicher Atmosphäre zu sprechen und mehr über sie zu erfahren. Insgesamt 15 Menschen und ihre Geschichten durfte sie kennenlernen und portraitieren: Nachdem die Interviews fertig waren, folgte ein kleines Fotoshooting, in dem von jedem zwei Bilder entstanden sind: Ein Bewegtbild, welches Vitalität ausstrahlt und ein selbstbewusstes Portrait. Die Portraits dienen dem Zweck die Geschichten zu personifizieren, ihnen ein Gesicht zu geben und ihre Realität zu unterstreichen. Jede Geschichte endet mit der Frage: „Gibt es einen Sinnspruch, der dich in deinem Leben begleitet hat?“. Diese Sprüche wurden auf Postkarten gedruckt.
Melanie Schmitz hofft, dass ihr Projekt die Menschen erreicht, ihr Denken öffnet und ein kollektives Miteinander bewirkt. Ausländer sollen als Inländer betrachtet werden, die sich in Deutschland integrieren und Teil der deutschen Gesellschaft sind, aber vor allem sollen sie als Menschen betrachtet werden.

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