Marvin Stracke – Intelligentes Straßenverkehrssystem

 

Ein intelligentes Straßenverkehrssystem, welches ohne Beschilderungen, Fahrbahnmarkierungen und Ampeln auskommt – klingt absurd? Marvin Stracke hat es möglich gemacht. Der Kommunikationsdesignabsolvent hat im Zuge seiner Abschlussarbeit ein Straßenverkehrssystem entwickelt, das digital funktioniert und sich den rasanten Veränderungen in Mobilität und Technik auch infrastrukturell anpasst.

Mit dem Bedürfnis nach individueller Fortbewegung bleibt das Auto auf absehbare Zeit unser Verkehrsmittel Nummer eins. Gleichzeitig wird die Straße als Hauptverkehrsträger immer größeren Belastungen ausgesetzt und wir sehen uns zunehmend mit dem Problem der Effizienz konfrontiert. Zwar werden Autos immer intelligenter, jedoch ist das System, in dem sie sich bewegen, nahezu dasselbe wie vor einigen Jahrzehnten. Um eine Optimierung der Kapazitätsauslastung und Steigerung des Verkehrsflusses zu ermöglichen, hat Marvin Stracke in seiner Abschlussarbeit ein intelligentes Verkehrssystem konzeptioniert: Alle Informationen, die für den Fahrer wichtig sind, sprich Ampelphasen, Geschwindigkeitsbegrenzungen, Verkehrsschilder und Fahrbahnmarkierungen, werden über die Windschutzscheibe digital angezeigt. Technische Verfahren der sogenannten ‚augmented reality‘, also der computergestützten Erweiterung der Realitätswahrnehmung, machen diese Fahrinnovation in Kombination mit einem Head-up-Display möglich. Der Bildschirm zeigt die benötigten Informationen in Echtzeit an – er teilt beispielsweise mit, wenn eine Kurve folgt, die Geschwindigkeitsbegrenzung über- oder unterschritten wird. Der Vorteil dieses innovativen Verkehrssystems: Es ist wesentlich flexibler als seine physischen Gegenspieler – die starren Verkehrsschilder und -installationen. Deshalb kann es auch ganz einfach an Wetterlage oder Verkehrssituation angepasst werden: Beispielsweise wird das intelligente Verkehrssystem bei veränderten Witterungsbedingungen in Echtzeit aktualisiert. Ein allgemeingültiges Verkehrsschild mit Einschränkungen je nach Wetterlage, was durch die komplexere Informationsfülle vom Fahrer wesentlich länger gelesen werden muss, ist somit überflüssig. Eine engere sowie schnellere infrastrukturelle Kommunikation wird möglich gemacht. „Mein Abschlussprojekt ist ein Zukunftsszenario und sicherlich nicht von heute auf morgen umsetzbar“, erklärt Marvin Stracke, „aber ich möchte hiermit einen Reiz und Ausblick schaffen und zeigen, was in Zukunft möglich sein kann“.

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