Jara Reker – Leben

 

Mit ihrem Projekt „Leben“ hat Kommunikationsdesignstudentin Jara Reker Randgruppen der Gesellschaft portraitiert und sie als Buch zusammengetragen. Sie will damit zeigen: Diese Menschen stehen am Rande unserer Gesellschaft, weil sie anders aussehen oder eine besondere Geschichte durchlebt haben. Durch sie wird die Gesellschaft aber erst so interessant und bunt wie sie ist.

Die außergewöhnlichen Menschen hat Jara Reker größtenteils per Facebook kontaktiert und angefragt. Sie haben sich alle begeistert auf das Projekt eingelassen und wurden so Teil ihrer Semesterarbeit. Die Begegnungen mit den unterschiedlichen Persönlichkeiten haben die Studentin sehr inspiriert. Mit ihren Fotografien zeigt sie unter anderem diejenigen, die in der Öffentlichkeit von vielen schief angeschaut werden, über die sich nicht selten vorschnell ein Urteil gebildet wird. Menschen, die nur auf Basis ihres Äußeren oft missverstanden werden. Auf einem Portrait mit eingebautem Zitat hat ein männliches Modell seinen ersten Satz „Man soll sein Leben leben“ durchgestrichen. Weiter schreibt er: „Ich will mein Leben leben. Man muß Kompromisse machen da ich mit anderen Menschen zusammen lebe. Ich reise ganz gerne und treffe andere Leute.“ Der Portraitierte ist an Augen, Nase, Mund und Ohren gepierct, am gesamten Kopf tätowiert und hat zwei unter der Gesichtshaut liegende Hörner auf der Stirn. Auf den ersten Blick ungewöhnlich und von der Visage her sogar etwas angsteinflößend wirkend, erkennt man auf den zweiten Blick durch sein Zitat einen Menschen, der genau wie jeder andere ist – und dabei auf seine ganz besondere Art individuell. 

Darüber hinaus hat die Studentin auch Menschen fotografiert, die auf den ersten Blick ganz „normal“ aussehen. Nicht allen Teilnehmern sieht man ihre besondere Story direkt an. Dann wird erst durch Zitate, durch die Jara Reker die außergewöhnlichen Menschen zu Wort kommen lässt, deutlich, welches Schicksal eine Person erlitten, was für eine Vergangenheit ein Mensch durchgemacht hat.  Jara Reker zeigt mit ihrem Semesterprojekt Leben, dass Randgruppen der Gesellschaft, die durch ihr Aussehen auffallen oder ein besonderes Schicksal haben, wie wichtig die Vielfalt für unser Zusammenleben ist. Die Absolventin macht deutlich, dass eigentlich jeder Mensch auf der Welt hätte in ihrem Projekt abgelichtet werden können – denn jeder Mensch ist gleich und doch ganz verschieden.

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