Muse – für mehr Orientierung im Museum

 

Mit Muse erschaffen Stefanie Frick und Tobias Adam eine App mit dem Potential einen möglicherweise kommenden Kultur- und Kunstverständnisverlust zu verhindern.

Stichwort Museumsbesuche, Nachmittage an denen man langsam, durch das Museum schleichend entweder einem Museumsführer oder nervig großen Audiogeräten lauscht und sich oftmals ratlos die Frage stellt: Was zum Himmel hat das mit Kunst zu tun? Andererseits ist kulturelle Weiterbildung ja erstrebenswert und der Besuch könnte doch interessant werden!
Das könnte er tatsächlich und vor allem wesentlich attraktiver und erstrebenswerter als bis heute.

Stefanie und Tobias haben sich genau dies zur Aufgabe gemacht und eine App mit dem Namen „Muse“ entwickelt, die zukünftig Museumsaufenthalte personalisieren, aktivieren und eine ungebundene, selbständige Führung durch das Museum ermöglichen soll. Ziel ist ein modernisiertes Museumserlebnis, realisiert durch die Digitalisierung von Museen. Zukünftig sollen somit lästige Audioguides durch das eigene Smartphone ersetzt werden. Die App fungiert als eine Plattform zur Präsentation von digitalen Inhalten der Museen. Und so funktioniert sie: Jedes Museum kann aus verschiedenen, von der App vorgegebenen Modulen wählen. Solche Module können beispielsweise der Ticketkauf bereits im Vorfeld, die Planung der Anfahrt und der Audioguide in der App sein. Heißt: Lästigem, langwierigem Anstehen am Schalter wird durch ein digitales Ticket vorgebeugt. Ticket scannen und einfach reinmarschieren.

Im Museum angekommen fragt man sich oftmals: Wohin jetzt, wo lang? Mit einem Lageplan, der in die Applikation integriert ist, wird der eigene, aktuelle Standort angezeigt und Möglichkeiten zur Fortbewegung durch das Museum geboten. Als User der App hat man außerdem eine Datenbank, die je nach Interessensfeldern generiert wird und Empfehlungen personalisiert. Bei der Öffnung der App erscheint dann beispielsweise die Frage: Für welche Museen interessierst du dich? Hier kann man zwischen den verschiedensten Kategorien wählen. Kurzes Beispiel: Wenn man sich für Kunst interessiert und sich gerade in der Nähe von Köln befindet, werden Kunstmuseen in Köln angezeigt. Die App liefert also persönliche Vorlieben auf dem Silbertablett. Der Grundgedanke hierbei ist, dass man Inhalte aus der Datenbank zu einem persönlichen Hub hinzufügen kann. Übersichtsseiten der Museen und beispielsweise Eintrittkosten werden gespeichert und sind jederzeit abrufbar.

Doch der eigentliche Clou kommt jetzt: Das gesamte System funktioniert über sogenannte Beacons. Das sind kleine Sender, die über Bluetooth eine bestimmte ID absenden, über welche die App den aktuellen Standort im Museum präzise genau erkennt. Das hat den Vorteil, dass man nichts mehr machen muss außer sich im Museum fortzubewegen. Das heißt, die App erkennt mit dem Standort das jeweilige Ausstellungsstück bei dem man sich gerade befindet und gibt über den integrierten Audioguide automatisch Informationen zu dem entsprechenden Objekt raus. Endlos langes Durchklicken oder Zahlen-eintippen ist somit Geschichte, und nicht nur das - darüber hinaus erfährt man nicht mehr nur den Namen des Künstlers und des Objektes und steht weiterhin ratlos vor dem guten Stück. Durch ein Schütteln des Smartphones wird bei der Betrachtung des entsprechenden Objektes ein Auslesen von diesem aktiviert. Dadurch erhält man weitere Inhalte in Form von Videos und externen Verweisen wie beispielsweise Bücher und Links zu Websites.
Natürlich müssen auch die Museen mit Beacons ausgestattet werden, damit eine Interaktion zwischen App und Museum überhaupt möglich gemacht werden kann. Der entscheidende und für viele ausschlaggebende Vorteil: Durch den automatisierten Prozess ist man viel ungebundener während eines Museumsaufenthalts. Der personalisierte Aufenthalt - ermöglicht durch die Benutzung des eigenen Smartphones - macht einen Museumsaufenthalt gerade für junge Leute viel attraktiver. Eine vielversprechende App mit überzeugendem, bis zum kleinsten Detail durchdachtem Konzept und somit bereit für die Umsetzung.

Fazit: Kein Anstehen mehr, keine Orientierungslosigkeit, keine zur Verzweiflung bringende Ratlosigkeit mehr und nach dem Museumsbesuch das befriedigende Gefühl wirklich etwas mitgenommen zu haben. Wenn wir ganz ehrlich zu uns sind, dann wissen wir alle dass wir uns die Dinge am besten merken, mit denen wir etwas Positives verbinden und für die wir uns frei entscheiden. Die App macht den Museumsaufenthalt zu solch einem positiven Erlebnis und hat das Potential einen möglicherweise kommenden Kultur- und Kunstverständnisverlust zu verhindern.

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