Organprinting

 

Organprinting - wenn Kommunikationsdesign lebensrettende Forschung präsentiert

„Forscher können bereits Nasenknorpel in 16 Minuten drucken!“ Dieses Statement stammt von Natalie Kubelt, welche gemeinsam mit ihrer Kommilitonin Nataly Safari Khaledi an unserem Fachbereich ihre Bachelorarbeit im Kommunikationsdesign absolviert. Fokus ihrer Abschlussarbeit: Organprinting, d.h. die Herstellung künstlicher Organe mit Hilfe eines 3D-Druckers

Die Nachfrage nach Spenderorganen ist hoch. Allein in Deutschland benötigen über 8.000 Patienten eine neue Niere, von denen nur etwa 30% ein Spenderorgan bekommen. Das Leben der Patienten ist durch kostenintensive, langwierige Behandlungen, jahrelanges Warten und verminderte Lebensqualität geprägt. Organprinting wird als Lösungsstrategie gehandelt, die in zehn bis 20 Jahren die Transplantationsmedizin revolutionieren soll.
Doch wie funktioniert diese Technologie? Auf welchem Forschungsstand ist sie heute? Welche gesellschaftlichen, ethischen und moralischen Fragen werden aufgeworfen? Mit diesem Themenkomplex setzt sich das 340-seitige Sachbuch Organprinting auseinander, welches Natalie Kubelt und Nataly Safari Khaledi gemeinsam konzipiert haben. Der Schwerpunkt liegt im gezielten Einsatz grafischer und typografischer Elemente zum erleichterten Verständnis komplexer Zusammenhänge in einem technisch-naturwissenschaftlichen Kontext. Konzeptionell ist das Buch in Rot gehalten um die Thematik optisch zu unterstreichen. Grafiken in 2D bieten eine verständlichere Darstellung komplexer Bereiche. „Unsere Zielgruppe hat wenig bis kein medizinisches Vorwissen“, erklärt Natalie Kubelt. „Unser Buch will unterrichten.“

Die Einleitung stellt die Frage, seit wann der Mensch künstliches Leben herzustellen versucht, und verweist über Goethes Faust und die Schriften alter Alchemisten auf die historische Relevanz der Thematik. Der zweite Teil befasst sich mit Organspende in Deutschland und verweist auf bestehende Probleme und Limitierungen.
Der dritte Teil präsentiert das Thema Organprinting: der Forschungsbereich wird eingeführt, vorgestellt und die Aufgaben der Teildisziplinen Medizin, Biologie und Maschinenbau erläutert. Der vierte und letzte Teil vor dem Glossar fokussiert sich auf ethische Fragen: wie gehe ich mit meinem Leben um, wenn komplizierte menschliche Körperteile industriell gefertigt werden können? Besteht die Möglichkeit zu neuen Diskriminierungsformen?

Organprinting verweist somit auch auf die Möglichkeiten, welche Kommunikationsdesign bei der Präsentation und Erläuterung lebensrettender Forschungsentwicklungen bietet.

 

 

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