Helena Koll – Plastik

 

Helena Koll hat sich in ihrer Semesterarbeit mit dem Thema Plastik auseinandergesetzt. Sie musste feststellen, dass viele Konsumartikel und Lebensmittel, die bereits eine natürliche „Verpackung“ haben und deshalb eigentlich keine mehr benötigen, wie z.B. die Schalen von Bananen, Äpfeln oder Gurken, zusätzlich mit Plastik verpackt werden. In einem aufklärenden und informativen Buch hat sie das Ausmaß bildlich und schriftlich dargestellt. 

Plastik ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Kunststoff. Dieser kommt in der Natur nicht vor, sondern muss chemisch unter der Aufwendung von Erdöl hergestellt werden. Der Kunststoff mag auf den ersten Blick praktisch wirken: Lebensmittel und Konsumartikel bleiben sauber und oft ist der Gedanke präsent, dass ein bisschen chemische Verpackung hier und da auch nicht schlimm ist. Plastik ist aber deshalb so problematisch, weil es sich – im Gegensatz zu Papier – nicht natürlich abbauen lässt. Zum Vergleich: Flaschen oder Windeln aus Kunststoff brauchen etwa 450 Jahre, bis sie sich zersetzt haben, ein Papiertaschentuch benötigt hingegen ungefähr 3 Monate. Die Studentin hat nicht nur Statistiken und Literatur- sowie Onlinequellen bei ihrer Recherche zum Thema Plastik hinzugezogen, sondern ist selbst zu einer Mülldeponie gefahren, um sich das Ausmaß vor Augen zu führen: Berge von Plastik, die jede vermeintliche Ästhetik des Stoffs in Sekunden vernichten. Ihre Eindrücke hat Helena Koll fotografisch in ihrem Buch „Plastik“ festgehalten. Neben den immensen Müllbergen auf der Deponie, sieht man in der Arbeit auch zahlreiche Produkte, die eine Plastikverpackung oder Plastik als Bestanteile enthalten. In kurzen informativen Texte, die sich kritisch mit der Problematik auseinandersetzen, werden die Bilder in Bezug dazu gesetzt. Mit ihren Fotografien und Texten möchte die Studentin darauf aufmerksam machen, dass Plastik viel zu selbstverständlich und unreflektiert gekauft und wieder in den Mülleimer geworfen wird. Die Prozesse und Konsequenzen, die dahinterstehen, werden dabei oft vergessen oder sind noch gar nicht im Bewusstsein der Menschen. Helena Koll ist sich sicher, dass die Vermeidung von Plastik nur auf einem Wege gelöst werden kann: „Jeder von uns muss zum Nachdenken gebracht werden und dazu müssen unsere Müllberge sichtbar gemacht werden.“ 

 

 

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