Das Geld aus dem Nichts

 

Ruslan Medynski konzipiert eine infografische Darstellung der Giralgeldschöpfung, die die Anteile virtuellen Geldes am gesamtdeutschen Haushalt aufzeigt.

Designer können dazu beitragen die Welt zu verändern. Wie sie das schaffen? Durch verantwortungsvolle Gestaltung, die sich gesellschaftlich relevanten Themen widmet. Anlässlich der Schweizer Vollgeldinitiative hat Ruslan Medynski aufklärende Infografiken entwickelt, die die Entwicklung des weltweiten Finanzsystems bis zu den heutigen Geschäftsbanken auflöst und Einblicke in die Zusammenhänge der Finanzwelt gibt. Besonders die Problematik der Giralgelschöpfung kommt dabei zur Geltung. Ziel: der Start einer medienübergreifenden Aufklärungskampagne.

Im Seminar „Wertvoll“ von Prof. Eva Vitting lernten die Studierenden unter anderem, dass der Großteil der Gesamtgeldmenge nur als virtuelles Buchgeld, also als Giralgeld, existiert. „Ich habe mich dann gefragt, wie entsteht heute eigentlich das Geld und wer ist dafür zuständig?“, erläutert Ruslan. 84% der 2012 befragten Menschen glauben, dass das meiste Geld von der Bundesbank oder der Regierung geschöpft wird. „Tatsächlich schöpfen jedoch die privaten Banken hauptsächlich durch Kreditvergabe ca. 83% der Gesamtgeldmenge, die heute im Umlauf ist. Nur 10% der Gesamtgeldmenge ist als Bargeld in Münz- und Papierform tatsächlich vorhanden. Die restlichen 90% sind virtuell.“ Die Grafiken zeigen auf, dass lediglich 1% der Kreditsumme als Nachweis bei der Zentralbank hinterlegt wird. Der Rest wird mittels elektronischer Eingabe der Bankangestellten quasi aus dem Nichts erzeugt. Der Projektname „Das Geld aus dem Nichts“ bringt somit die Problematik auf den Punkt.

Die Tatsache, dass das meiste Geld nicht wirklich existiert, spielte bei der visuellen Konzeption eine zentrale Rolle. Sie basiert auf dem Gedanken von etwas vorhandenem vs. etwas nicht vorhandenem, ähnlich binären Computercodes. Die visuelle Umsetzung wird somit auf‘s Wesentliche reduziert. Die wenigen verwendeten Farben und geometrisch anmutenden Formen unterstreichen den digitalen Charakter des Projektes. Die geometrisch anmutende Form der Elemente und der Symbole verleihen den Grafiken ihren digitalen Charakter. Die Farbigkeit beschränkt sich auf Dunkelblau als Hintergrund, Die Tatsache, dass das meiste Geld nicht wirklich existiert, spielte bei der visuellen Konzeption eine zentrale Rolle. Sie basiert auf dem Gedanken von etwas vorhandenem vs. etwas nicht vorhandenem, ähnlich binären Computercodes. Die visuelle Umsetzung wird somit auf‘s Wesentliche reduziert. Die wenigen verwendeten Farben und geometrisch anmutenden Formen unterstreichen den digitalen Charakter des Projektes. Die geometrisch anmutende Form der Elemente und der Symbole verleihen den Grafiken ihren digitalen Charakter. Die Farbigkeit beschränkt sich auf Dunkelblau als Hintergrund, Weiß als allgemeine Farbe für alle Elemente, und Gold-Gelb für die Auszeichnung wichtiger Daten und Objekte.

Eine ironisch konzipierte Aktion zusätzlich zum Projekt zeigt Interessenten im Falle einer Ausstellung, wie leicht heute Geld erstellt wird: in der Installation können Interessierte ihre eigene Banknote gestalten. Dabei wird die Software Processing verwendet, um die Eingabe des Benutzers mit der Ziffer des bereits vorhandenen Geld-Werts zu “verschmelzen” und somit zu verschlüsseln. Während der Ausstellung werden die entstellten Banknoten vor Ort gedruckt und können mitgenommen werden. „Ich sehe meine Aufgabe in diesem Projekt vor allem darin, die eher trockenen und schwierigen Informationen möglichst einfach und selbsterklärend darzustellen“, erklärt der Student. So bekommt der Betrachter die Möglichkeit, dass Finanzsystem und die Probleme der Giralgeldschöpfung schnell zu durchblicken ohne sich vorher mit dem Thema auseinander gesetzt zu haben.

 

 

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