Schrift.Raum – Typografie als Orientierungssystem im Stadtraum

 

Masterabsolventin Jaqueline Page entwickelt ein Orientierungssystem für die Lit.COLOGNE, welches auf einer typografischen Gestaltung basiert.

Die Masterabsolventin Jacqueline Page hat mit ihrem Abschlussprojekt Schrift.Raum ein typografisches Meisterwerk gestaltet, welches das Thema Kommunikation im Raum behandelt. Die Masterarbeit der Absolventin befasst sich mit der Orientierung und Wahrnehmung des Menschen im öffentlichen Raum, am Beispiel von der Lit.COLOGNE - Europas größtem Literaturfestival. Schrift.Raum ist eine Metaphorisierung der räumlichen Ausbreitung des Festivals über das gesamte Kölner Stadtgebiet in Form eines typografischen Erscheinungsbildes. Während der Lit.COLOGNE finden weit über 200 Veranstaltungen in verschiedenen Spielstätten statt, dementsprechend müssen sich die Besucher der Messe in Köln von A nach B bewegen, um verschiedene Veranstaltungen zu besuchen. Ziel dieser Arbeit ist es, das Festival innerhalb der Stadt als konstante Größe zu etablieren und zugleich die Aktualität und Schnelllebigkeit des Ereignisses zu betonen. Dafür hat die Studentin ein neues Erscheinungsbild sowie ein temporäres, modulares und portables Orientierungssystem entwickelt.
Um die Räumlichkeit zu veranschaulichen erfolgte eine Umbenennung des Festivals in „Literaturraum“. Die Außenform des entwickelten Markenzeichens weist ein Seitenverhältnis von 4 zu 5 auf. Innerhalb dieser definierten Fläche ist es dem Markenzeichen möglich, sich stetig neu zu generieren. Jedem Fragment der Worttrennung steht dabei der gleiche Raum (1:1:1:1:1) zur Verfügung, innerhalb dessen es völlig frei positioniert werden kann. Es erhält die feste Hausschrift Metric von Klim Type, die sich im Gegensatz zum restlichen visuellen Auftritt nicht jährlich verändert. Somit symbolisiert das Markenzeichen das Festival zugleich als konstantes sowie auch als temporäres Ereignis. „Die Typografie als Mittel der schriftlichen Aufzeichnung und somit Vermittler der Literatur, spielt im neuen Erscheinungsbild die fundamentalste Rolle. Die literarische Vielfalt des Festivals wird durch eine jährlich wechselnde Typografie des Erscheinungsbildes visualisiert.“ – so die Jungdesignerin.
An den Stationen des Festivals befinden sich Stelen, die als stationäre Leitelemente fungieren und den Besuchern als Leitsystem dienen, um sich im Festival-Raum zu orientieren. Das Konzept sieht außerdem eine App vor, die in Kombination mit den Leitelementen individuell und zu jeder Zeit als Orientierungshilfe eingesetzt werden kann. Neben einem digitalen Stadt- und Veranstaltungsplan bietet die Anwendung eine für den Besucher individuell geführte Zielnavigation an. Aktiviert wird die Anwendung über das Scannen des Markenzeichens an der Stele des jeweiligen Standorts oder die gezielte Suche nach einem Veranstaltungsort. Jacquelines Projekt zeigt, wie die Disziplinen Kommunikations- und Produktdesign auf intelligente Art und Weise voneinander profitieren sowie gemeinsam ihr Potential für innovative Projekte zum Thema Kommunikation im Raum voll ausschöpfen können. Mit dem steigenden Anspruch nach Mobilität und um diesem gerecht zu werden, werden Projekte wie Schrift.Raum benötigt.

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