Philipp Seißler – Natürliche Interaktion

 
In einer Welt, die immer digitaler und vernetzter wird, ist die Mensch-Maschine-Interaktion eine wichtige Disziplin der Gestaltung geworden. Um auf lange Sicht eine harmonische Beziehung zu unseren elektronischen Helfern zu behalten, wurde der Grundsatz der natürlichen Interaktion definiert. Dem hat sich Philipp Seißler in seiner Abschlussarbeit angenommen – entstanden ist ein eine Kamera, die auf Basis dieses Grundsatzes funktioniert und das Fotografieren zum haptischen Erlebnis macht.

Der Absolvent des Kommunikationsdesigns hat dabei Interaktionen mit Produkten so heruntergebrochen, dass die Handlungen an primitive Bedienungsmuster aus der vorelektronischen Zeit angelehnt sind – unter anderem an Interaktionsarten wie Gestensteuerung, Bewegung und Sprachsteuerung. Daraus verspricht man sich eine Reduzierung der mentalen Last bei der Bedienung, damit mehr Energie für das Ausführen der eigentlichen Aufgabe übrigbleibt. Philipp Seißler gleicht in seiner Bachelorarbeit die Prinzipien der Natürlichen Interaktion mit Erkenntnissen aus der Wahrnehmungspsychologie, der Produktsprache und Interaktionsgestaltung ab. Außerdem schafft er in kleinen Modellreihen haptische Experimente und prüft diese auf ihre Brauchbarkeit als Metapher im elektronischen Bereich.

Im praktischen Teil der Bachelorarbeit werden die erläuterten Prinzipien am Beispiel einer Kamera für den Amateurbereich angewendet. Das Ergebnis: Ein Produkt, das durch charmante Interaktion begeistert und etablierte Bedienungsmuster hinterfragt. Im Inneren der Kamera werden Aufnah-men als fühlbare Lichtkugeln dargestellt, die das Fotografieren wieder zu einem haptischen, bedeutsamen Moment machen. Die Bedienung soll sich dem Nutzer beim Experimentieren mit dieser Kugelmetapher erschließen. „Gestalter können heute interessante Interfaces entwickeln, weil Menschen natürliche Bedienungskonzepte vermehrt als selbstverständlich wahrnehmen“, weiß Philipp Seißler. „Die Mentalität gegenüber Technik verändert sich – das ist eine spannende Perspektive für künftige Interfacekonzepte.“

Die Bachelorarbeit des Absolventen auf der DIPLOMA-Website: www.diploma-ac.de

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