Dave Rindo Rindo – Ocean Cleaning System

 

Etwa 70 Prozent unserer Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt. Das Problem: Auch, wenn die Fläche riesig ist, als Mülldeponie dürfen unsere Ozeane nicht dienen – davon ist Dave Rindo Rindo überzeugt. Der Produktdesignabsolvent hat mit seinem Abschlussprojekt Ocean Cleaning System eine Methode zur nachhaltigen Müllsammlung und -verwertung in Ozeanen entwickelt.

Das Müllproblem ist für die meisten Menschen auf den ersten Blick gar nicht sichtbar, weil touristische Strände von Abfall befreit werden. Abseits dieser Urlaubsgebiete sieht es aber ganz anders aus: Müll der absichtlich im Meer entladen wird oder Abfälle, die vom Festland in die Ozeane getrieben werden, schwimmen in unseren Gewässern und stranden zu Hauf in bestimmten Meeresregionen. Nordöstlich von Hawaii beispielweise sammelt sich dieser Müll in sehr großen Meeresstrudeln (Great Garbage Patch) an – auf einer Fläche so groß wie Mitteleuropa. Meeresbewohner wie Robben, Kleinwale oder Seevögel leiden darunter, sterben an Erstickung oder Verstopfung durch Abfälle oder verheddern sich darin und müssen qualvoll verenden. 

Dave Rindo Rindo nahm sich dem Müllproblem an. Sein Ocean Cleaning System, eine auf dem Ozean stationierte Müllverwertungsanlage, setzt sich aus mehreren Sammlern zusammen, die Abfälle aus bis zu 30 Metern unter dem Meeresspiegel aufnehmen können und an die Hauptplattform weiterleiten, welche diese wiederum verwertet. Die Innovation: Der Müll wird nicht einfach verbrannt, sondern mittels Plasmavergasung nachhaltig verwertet. Das bedeutet, es braucht hierbei keinen zusätzlichen umweltbelastenden Kohlenstoffdioxid-Ausstoß. Aus der Plasmavergasung entsteht ein sogenanntes Syngas, welches aus Wasserstoff und CO2 besteht und nicht einfach in die Umwelt abgegeben, sondern genutzt wird, um die Prozesse des Ocean Cleaning System anzutreiben. Das restliche CO2 wird Algenkulturen, die sich ebenfalls auf der Plattform befinden, angereichert. Aus dieser Biomasse kann letztendlich Bioplastik. Dieses ist umweltfreundlich, weil es – im Gegensatz zu herkömmlichem Plastik – nicht 400 bis 600 Jahre für seinen Abbau, sondern minimal vier Stunden bis etwa acht Wochen benötigt. „Mir war es wichtig, dass ich nicht nur ein ‚cooles‘ Abschlussprodukt am Ende meiner studentischen Laufbahn hier am Fachbereich Gestaltung präsentiere“, erklärt Dave Rindo Rindo, „Ich hatte das Ziel, etwas zu konzeptionieren, das am Ende auch eine Bereicherung für die Probleme der Gegenwart sein kann.“ Für das Produkt unternahm der Absolvent detaillierte Recherchen, besuchte Workshops zum Thema und trat mit Menschen in Kontakt, die in der Bioplastikbranche arbeiten. Dabei hat Dave Rindo Rindo schnell gemerkt, wie interdisziplinär er als angehender Produktdesigner arbeiten kann: „Wenn ich ein Produkt designe, muss ich mich mit den verschiedenen Disziplinen genau auseinandersetzen, die Berührungspunkte zum Thema haben. Das ist manchmal sehr anspruchsvoll, aber höchst spannend.“

 

 

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