Prothesen im Druck

 

Designstudent Matthias Kirchner entwickelt eine Prothese für Menschen in Dritteweltländern, die ganz einfach per 3D Druck angefertigt wird.

In seinem Semesterprojekt stellt Produktdesignstudent Mathias Kirchner die Faszination und Funktionalität des 3D-Drucks unter Beweis: Er hat eine Prothese entwickelt, die mit Hilfe eines 3D-Druckers gedruckt werden kann und aufgrund dieser einfachen Herstellungsweise insbesondere in Dritteweltländern Einsatz finden soll. Das Thema Prothese ist ein hoch emotionales und gleichzeitig ein sehr komplexes Thema:  Als organisches Ersatzteil wirkt sie massiv auf die Identität eines Menschen ein, wird als Fremdkörper zum Teil des eigenen Körpers und übernimmt wichtige Funktionen. Mit Hilfe des 3D-Drucks hat es Matthias Kirchner geschafft die Komplexität von Hypothesen zu überwinden und ihre Funktionalität in den Vordergrund zu stellen. Der Aspekt Funktionalität spielt insbesondere für Menschen in Dritteweltländern eine entscheidende Rolle – und zwar im Hinblick darauf, den Menschen eine Prothese zur Verfügung zu stellen, die funktional und erschwinglich ist, so dass Menschen mit Behinderung ohne große Einschränkungen ihr Leben unabhängig weiterleben können.

Hier wird eine Prothese benötigt, die einfach ist, lokal produziert werden kann und schnell reparierbar ist. Neben diesen Aspekten sind die individuelle Anpassbarkeit sowie die kostengünstige Herstellung Vorteile des 3D-Drucks: Die Materialkosten einer solchen Prothese belaufen sich auf lediglich 25 bis 30 Euro. Sie wird am PC individuell modelliert und anschließend mit dem 3D-Drucker gedruckt. Die fertige Prothese wird mit Klettverschlüssen um den Arm herum fixiert. Bei Matthias Kirchners Prothese handelt es sich um eine Eigenkraftprothese, das bedeutet, dass sich die Finger über einen Mechanismus im Gelenk schließen. Dies ist durch die Integration eines Seilzugs möglich – wird der Arm hochgenommen, verlängert sich die Strecke und die Finger ziehen sich zusammen. Die einzelnen Teile werden über ein günstiges Stecksystem miteinander verbunden. Das heißt, geht etwas kaputt , ist es ganz einfach austauschbar. Matthias hat die Prothese bereits gedruckt, was die Umsetzbarkeit des Modells beweist. Sie würde einen Teil dazu beitragen das Leben von Menschen in Dritteweltländern zu verbessern, indem sie ihnen eine kostengünstige Möglichkiet zur Verfügung stellt, trotz Behinderung ihr Leben nahezu unbeinträchtigt weiterzuführen und möglicherweise überlebenswichtigen Tätigkeiten nachzugehen.

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