SpielViel – die Kunst der Psychomotorik

 

Marian Kritzky entwickelt ein Spielgerät, mit dessen Nutzung Kinder spielerisch ihre Motorik verbessern.

Immer mehr Kinder haben Lernschwierigkeiten, die- was viele nicht wissen- oftmals auf eine Beeinträchtigung in der Psychomotorik zurückzuführen sind: Psychomotorik beschreibt die Einheit von Körper und Geist. Ein gut ausbalanciertes Kind kann zum Beispiel in der Schule besser aufpassen, hat eine ausgeprägte Konzentrationsfähigkeit und kann die Dinge aufnehmen, die vorne an der Tafel passieren, weil es nicht damit beschäftigt ist, sich auf seinem Stuhl ständig ausbalancieren zu müssen. Viele Kinder sind heutzutage motorisch beeinträchtigt, aus diesem Grund hat Produktdesignabsolvent Marian Kritzky das Balance-Spiel „SpielViel“ konzeptioniert und konstruiert.Es besteht aus einer Platte, die auf verstellbare Schienen gelegt wird. Die Herausforderung des Spiels liegt darin, sich auf die Platte zu stellen, und diese mit Hilfe von Hüftbewegungen auf den Schienen vor und zurück zu bewegen. Die Besonderheit des Spielgeräts ist seine Variation im Schwierigkeitsgrad: Unter die Schiene lassen sich verschiedene Schienen legen, die beispielsweise dafür sorgen, dass die Platte nach vorne und nach hinten kippelt. Um die Strecke zu verändern, gibt es Module, die sich unter die komplette Bahn legen lassen, zum Beispiel ein Teamplaymodul. Dabei handelt es sich um zwei miteinander durch Bänder verbundene Bretter: So kann sich jeweils hinten und vorne ein Spieler auf das Brett stellen. Die beiden müssen dann gemeinsame Bewegungen durchführen um vorwärts zu kommen.
Sehr wichtig, so betont der Absolvent, ist, dass das Spiel keinen Wettkampfgedanken impliziert, Ziel ist lediglich die Bewegung. Aus diesem Grund wurden die Seiten nicht mit Punkten gekennzeichnet sondern mit Farben. Das ermöglicht zwar den Wettkampfgedanken stellt ihn aber nicht in den Vordergrund. Das Spielgerät ist platzsparend und sehr schnell aufbaubar, die Förderschwerpunkte können durch den Einsatz verschiedener Module variieren.
Primäres Ziel von SpielViel ist die Integration von Psychomotorik in den öffentlichen Raum. Denn „Psychomotorik beginnt nicht erst nachdem Probleme auftauchen, sondern unmittelbar mit der Geburt“, so Marian. Das Besondere an SpielViel ist, dass es durch die Nutzung an öffentlichen Plätzen nicht als therapeutische Maßnahme wahrgenommen wird, diese ist leidglich ein unbewusster positiver Nebeneffekt der Benutzung des Spielzeugs. Primär geht es darum, dass die Kids Spaß damit haben und dazu bewegt werden es zu nutzen. Steht es beispielsweise auf dem Spielplatz oder Schulgelände lernt man ganz automatisch sein Gleichgewicht zu halten.

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