Dienstag, 25. Oktober 2011 11:59

Ethischer Hacker gesucht

 

Von: Ruth Bedbur

FH bietet Zusatzkurs im Bereich IT-Sicherheit an

Die Anzahl der erfassten Straftaten, bei denen Computer als Tatwaffe genutzt werden, steigt. Immer öfter zapfen böswillige Hacker Firmennetze an und stehlen Daten. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik erhöhte sich die Zahl der erfassten Straftaten im Bereich der Computerkriminalität von knapp 75 000 im Jahr 2009 auf über 84 000 Fälle im Jahr 2010. Studierenden bieten die Fächer Sicherheit und Forensik in der Informationstechnik (IT) deshalb beste Berufsaussichten.

Im Wintersemester bieten Prof. Dr. Marko Schuba und Diplom-Ingenieur Hans-Wilhelm Höfken vom Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik einen Zusatzkurs im Rahmen der Vorlesungen "Sicherheit in Datennetzen" und "Informationssicherheit" an. Studierende können hier in die Rolle von Straftätern schlüpfen und gleichzeitig ausgewiesene Sicherheitstechniken kennenlernen, mit denen Hacker-Attacken entgegengewirkt werden kann. Sie werden zu sogenannten "ethischen Hackern" ausgebildet.

"Ein ethischer Hacker ist jemand, der Hacking-Techniken beherrscht und damit Systemschwachstellen entdecken und beseitigen kann", erklärt Prof. Schuba, "zum Beispiel, um in Absprache mit Unternehmen die Sicherheit der Firmen-IT-Systeme zu testen oder sie im Bereich der IT-Sicherheit zu beraten."

Der Kurs basiert auf dem englischsprachigen Zertifizierungsprogramm CEH (Certified Ethical Hacker), das heißt Studierende können nach Abschluss des Kurses eine Prüfung ablegen und das international anerkannte Industriezertifikat erwerben. Die Studierenden treffen sich einmal pro Woche, um den zu Hause vorbereiteten Themenstoff zu diskutieren und Hacker-Tools vorzustellen. "Der Kurs ist für die Studierenden sehr aufwändig", betont Höfken. "Wir gehen von etwa fünf Stunden zusätzlich für jede Semesterwoche aus. Trotzdem nehmen rund 30 Studierende das Kursangebot gerne und freiwillig wahr." Neben dem eigentlichen Kurs sind zwei Autofahrten – sogenanntes War Driving – durch Aachen geplant. Ziel ist es festzustellen, wie groß der Anteil unsicherer WLAN-Netze heutzutage immer noch ist. Die FH Aachen ist in den Bereichen IT-Sicherheit und IT-Forensik sehr engagiert. Sie gehört zu einer der wenigen Hochschulen in Deutschland, an denen in diesen Bereichen gelehrt und geforscht wird.

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