Teamarbeit 2.0

Das Projekt pro8 beweist, dass es gemeinsam besser geht – auch digital

Gemeinsam geht es besser. Seit 2008 lernen Studierende beim jährlich stattfindenden Projekt pro8 des Fachbereichs Maschinenbau und Mechatronik, wie sie in Teamarbeit mit begrenzten Ressourcen eine praktische Aufgabe aus dem Industriealltag bearbeiten können. In diesem Jahr kam eine neue Herausforderung hinzu: Erstmals fand das Projekt rein digital statt; und so wie die Aufgabe die praktischen Anforderungen in der Industrie widerspiegelt, so kann auch dieses neue Format einen Ausblick in die Zukunft der Arbeit geben.
"Das war für uns eine neue Herausforderung", sagte Prof. Dr. Martina Klocke, Prodekanin des Fachbereichs und eine der Organisatorinnen des einwöchigen Projekts in ihren Begrüßungsworten. Das Konzept sei in die digitale Welt übertragen worden, bewährte Elemente wie die Betreuung durch Fach- und Teamcoaches oder die Bereitstellung von Fachliteratur durch die Bibliothek hätten auch online sehr gut funktioniert. Sie betonte, nicht nur bei der Arbeit der mehr als 200 teilnehmenden Studierenden, sondern auch bei der Organisation des Projekts sei gute Teamarbeit Gold wert – unter anderem dankte sie der Katholischen Hochschule NRW, die die Teamcoaches stellte, dem Team des Projekts Digitalisierungsoffensive Lehren und Lernen (DOLL), das die technische Umsetzung betreute, der Bibliothek sowie den Partnerhochschulen aus Dresden, Kiel und Darmstadt, die ähnliche Projekte anbieten und mit denen seit vielen Jahren ein enger Austausch besteht.
Die Aufgabe für die Studierenden stammte wie in den Vorjahren aus der Industriepraxis, in diesem Jahr von der igus GmbH, zu der der Kontakt über Prof. Dr. Harald Rieper hergestellt wurde. Gesucht wurde ein Konzept für ein automatisiertes System zur Qualitätskontrolle von im 3-D-Druck gefertigten Kunststoffteilen. Bislang werden die Werkstücke händisch mit Messschiebern auf ihre Qualität geprüft. Die Aufgabe für die Studierenden bestand darin, verschiedene mechanische Systeme, Steuerungselemente, Sensoren und Bildanalysesoftware in einer Anlage zu kombinieren und eine sowohl zuverlässige als auch wirtschaftliche Lösung zu finden.
Auch das Prozedere beim pro8-Finale war das gleiche wie in den Vorjahren: Aus den diesmal 25 teilnehmenden Teams wählte eine Jury anhand der technischen Dokumentation und der Präsentation drei aus, die im Finale ihre Ansätze per Videokonferenz live vor 250 Zuschauenden vorstellten. Aus der anschließenden Abstimmung ging das Team 19 mit dem Konzept "AMMS – Additive Manufacturing Measuring System" als Sieger hervor, auf den Podestplätzen landeten die Gruppen 21 und 16. Und auch eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern nahm in diesem Jahr wieder teil – außer Konkurrenz, aber mit viel Begeisterung und großem Engagement.
Der Prorektor für Lehre und Studium der FH Aachen, Prof. Dr. Josef Rosenkranz, bekräftigte: "Das ist schon etwas ganz Besonderes, dass ein solch komplexes Projekt wie pro8 erfolgreich in eine digitale Form gegossen werden kann." Er gratulierte allen, die daran beteiligt waren, vor allem aber den Studierenden sowie den Schülerinnen und Schülern. Auch Prof. Dr. Klaus-Peter Kämper, Dekan des Fachbereichs und Mitinitiator von pro8 , würdigte die digitale Ausgabe von pro 8 als "runde Sache".
Die siegreichen Gruppen sowie das Schülerteam konnten sich über Preise wie einen Besuch bei der Firma igus in Verbindung mit einem Restaurantbesuch oder einen Ausflug in den Kletterpark freuen – weil auch in Zeiten von Teamarbeit 2.0 manche Dinge real einfach besser funktionieren.