Das Gründungszentrum baut sich selbst

Was brauchen die Gründer:innen von morgen? Mit dieser Frage setzt sich das neue Gründungszentrum der FH Aachen auf innovative Weise auseinander.

Seit diesem Semester haben die Tore des neuen Gründungszentrums der FH Aachen geöffnet - allerdings nur im übertragenen Sinne, denn die Räume auf dem Campus in der Eupener Straße sind noch nicht bezugsfertig. Was ernüchternd klingen mag, birgt in Wahrheit großes Potenzial, weiß Tobias Teuerle, der für den Aufbau der Prototypen-Werkstatt am Gründungszentrum zuständig ist: "Wir haben die einmalige Möglichkeit, diesen neuen Ort von Studierenden gestalten zu lassen", erklärt er das Thema des aktuellen Prototypen-Workshops, den das Gründungszentrum im Sommersemester durchgeführt hat. "Studis aus verschiedenen Fachrichtungen entwickeln hier interdisziplinär erste Prototypen zu ihren Einrichtungsideen. Die Aufgabe dieses Kurses bestand darin, innovative Lösungen für die neuen Arbeitsplätze, Beleuchtung oder Stauraum zu entwickeln. Und zwar vom Produktdesign über die Konstruktion bis hin zur Fertigung."

Wertvolles Wissen für erfolgreiches Gründen

Corona-bedingt fand der Kurs im Sommersemester überwiegend digital statt. Das war für die Vermittlung des theoretischen Wissens unter anderem zu den Themen Ideation, Businessplan Entwicklung, Design Thinking und Fertigungsmethoden, kein Problem – für die Produktion der Prototypen war die Situation für die Coaches und Teams dann schon eher eine Herausforderung, die es kreativ und unter Beachtung der AHA-Regeln zu meistern galt. Dass dabei spannende Erkenntnisse und tolle Lösungen mit Gründungspotential entstanden sind, zeigte die große Abschlussrunde, in der die Teams Ihre Ideen und Prototypen präsentierten. Die projektbegleitenden Professoren Prof. Dr.-Ing. Sebastian Bremen vom Fachbereich Maschinenbau und Mechatronik, Prof. Dr. Constanze Chwallek, FB Wirtschaftswissenschaften, sowie Prof. Christoph Scheller aus dem FB Gestaltung zeigten sich ebenso begeistert wie die zahlreichen übrigen Teilnehmer.
Angeleitet werden die curricular verankerten Prototypen-Workshops von den Gründer-Coaches. Tobias Teuerle und Karim Al Montassir stehen den Studierenden rund um die Uhr als Ansprechpartner zur Verfügung: "Wir dienen als Sparringspartner und geben direktes Feedback, unterstützen technisch und gedanklich und sind einfach für alle Probleme da", beschreibt Teuerle seine Arbeit. Für Al Montassir ist es besonders die Vision und der Reiz des Perspektivwechsels, der die Kurse so spannend macht. Denn die Studierenden sind Entwickler:innen und Zielgruppe in einem. "Einerseits ist das genial für das Gründungszentrum und all die StartUps, die hier noch entstehen werden", sagt er, "andererseits sammeln die Studis Erfahrungen, die für das Arbeiten der Zukunft unverzichtbar sind." Und wer weiß, vielleicht sind einige der innovativen Produktideen ja so gut, dass daraus weitere Gründungen des neuen Zentrums hervorgehen.

Ausblick

Nach dem erfolgreichen Start wird im kommenden Wintersemester ein neues – jetzt auch in den ersten Fachbereichen curricular verankertes – Modul zur interdisziplinären Prototypen-Entwicklung angeboten - diesmal zum Thema "Lebenswerte Stadt der Zukunft". Studierende mit Interesse an fachbereichsübergreifender und interdisziplinärer Zusammenarbeit können hier inhaltliches Wissen über Gründungsthemen sowie praxisorientierte Erfahrung in der Prototypenentwicklung erlangen.