Die FH Aachen trauert um Prof. Dr. Harald Bolt

Hochschulratsvorsitzender ist im Alter von 60 Jahren verstorben

Foto: Forschungszentrum Jülich GmbH, Ralf-Uwe Limbach

Die FH Aachen trauert um ihren Hochschulratsvorsitzenden: Prof. Dr. Harald Bolt ist in dieser Woche im Alter von 60 Jahren gestorben. Prof. Bolt stand dem Hochschulrat der FH Aachen seit dem 1. April 2020 vor, er gehörte dem Gremium seit dem 11. Januar 2013 an.
Der Hochschulrat wird jeweils für fünf Jahre von der Wissenschaftsministerin berufen; das achtköpfige Gremium setzt sich aus bedeutenden Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft zusammen, berät die Hochschulleitung, und übt gleichzeitig die Aufsicht über deren Geschäftsführung aus.
Prof. Dr. Marcus Baumann, Rektor der FH Aachen, äußert sich sehr traurig über den viel zu frühen Tod von Prof. Bolt: "Die Hochschule ist bestürzt und trauert: Prof. Bolt war der Hochschule ausnehmend zugetan und hat ihre Geschicke als Hochschulratsmitglied und bis zuletzt - trotz seiner schweren Krankheit - als Vorsitzender äußerst engagiert und mit klugem Rat begleitet. Wir verlieren in ihm einen großen Unterstützer und Freund, und werden ihn mit seiner ruhigen und bedächtigen, aber auch humorvollen und stets sehr wertschätzenden, kritischen Art sehr vermissen."
Die stellvertretende Vorsitzende des Hochschulrats, Prof. Dr. Dr. h.c. Gisela Engeln-Müllges, sagt: "Es war mir immer eine Freude, mit ihm zusammenzuarbeiten. Auch noch während seiner schweren Erkrankung hat er sich für alles an der FH Aachen interessiert, und wir standen in regem Mailverkehr. Es ist eine menschliche Tragödie, dass er den Kampf verloren hat."
Prof. Bolt gehörte seit 2008 dem Vorstand des Forschungszentrums Jülich an und führte den wissenschaftlichen Geschäftsbereich, zu dem die Energie- und Klimaforschung, das Zentralinstitut für Engineering, Elektronik und Analytik und bis vor kurzem auch die Bio- und Geowissenschaften gehörten. Zuvor war er seit 1999 Direktor am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching. Von 1980 bis 1985 studierte er in Aachen Maschinenbau und promovierte 1988 an der RWTH Aachen und 1990 an der Nagoya University in Japan.
Der wissenschaftliche Schwerpunkt der Arbeit von Harald Bolt lag auf dem Gebiet der Materialforschung. Er entwickelte unter anderem Werkstoffe und Beschichtungen, die in Fusionsanlagen wie ITER das heiße Plasma einschließen helfen, und untersuchte die Wechselwirkung dieser Materialien mit dem Fusionsplasma. Er nahm zahlreiche Funktionen in nationalen wie internationalen Gremien wahr, unter anderem war er Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie Vize-Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, acatech.