Ambitioniert im Amateursport

Student Kevin Teichmann ist Pressesprecher beim 1. FC Düren

Kevin Teichmann im Einsatz: Der 30-Jährige arbeitet neben seinem Studium als Pressesprecher beim 1. FC Düren. Fotos: Manfred Heyne

In unserer Reihe "Auszeit" erzählen wir, was unsere Studierenden interessiert und begeistert und was sie tun, wenn sie nicht studieren. Hier berichten wir über Kevin Teichmann, Student am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der FH Aachen. In seiner freien Zeit arbeitet er als Pressesprecher beim 1. FC Düren – und muss sich dabei besonderen Herausforderungen stellen

Wenn Kevin Teichmann, Student des Studiengangs Media and Communications for Digital Business im Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik, von seinem Leben spricht, hat man das Gefühl, sein Tag hat mehr als 24 Stunden: Neben seinem Studium, in dem er gerade an seiner Bachelorarbeit schreibt, arbeitet der 30-Jährige seit Anfang 2020 als Multimedia-Volontär beim Medienhaus Aachen. In der restlichen Zeit, die ihm bleibt, seiner Auszeit, widmet sich der Dürener seiner Leidenschaft: dem Fußball.

Die Herausforderung annehmen

Kevin ist seit 2018 Pressesprecher beim Fußballverein 1. FC Düren. Pressemitteilungen schreiben, Presseanfragen beantworten, die Website betreuen und Fotos machen – all diese Aufgaben übernimmt Kevin für den Fünftligisten. Seine Motivation: "Dieser Position gerecht zu werden, das war eine Herausforderung, die ich bewältigen wollte."

Und die Herausforderung kam: Im DFB-Pokal durfte sich der 1. FC Düren 2020 den Profis des Rekordmeisters FC Bayern München auf dem Platz stellen. Ein Kampf David gegen Goliath. "Die Medienpräsenz war von Anfang an sehr hoch", erinnert sich Kevin. Er selbst habe sich zwei Wochen frei genommen, um im Vorfeld alle Presseanfragen beantworten und beim Spiel in München vor Ort sein zu können. Er steckte all seine Energie in die Pressearbeit, organisierte unter anderem auch ein Quiz auf dem Instagram-Kanal des Dürener Fußballvereins in Kooperation mit der Social-Media-Abteilung des FC Bayern München. "Die Aufrufzahlen auf dem Kanal waren verrückt, wir hatten am Tag 250.000 Zugriffe." Die Arbeit lohnte sich. "Ich bekam viel Lob für meine Arbeit. Die Journalistinnen und Journalisten sagten mir, dass sie Informationen von mir besser aufbereitet bekamen als von manch einem Drittligaverein. Da merkte ich: Ich mache einen guten Job."

Viele Ideen, wenig Zeit

Genau für diese Momente macht Kevin das alles. "Es war ein tolles Gefühl, diese positiven Rückmeldungen zu bekommen", sagt er und ergänzt: "Ich liebe diesen Sport. Fußball ist ein Querschnitt der Gesellschaft. Sport verbindet die Menschen, egal, welche Herkunft, welches Alter und welchen Beruf sie haben." Für Kevin ist seine Fußballmannschaft vor allem eins: Heimat. "Der Verein kann viele begeistern, wir haben pro Spiel bis zu 500 Menschen im Stadion. Das ist das doppelte, was andere Fünftligisten haben. Es ist einfach ein Verein für alle."

Doch wie kriegt er das alles neben Job und Studium unter einen Hut? "Der Fußball gibt einem viel zurück. Diese Kraft kann man vielfältig einsetzen." Derzeit nutzt Kevin seine Kraft für eine Crowdfunding-Kampagne, um die alte Holztribüne des Vereins – übrigens die älteste Fußball-Holztribüne deutschlandweit – barrierefrei umzubauen. "Fußball muss modern gedacht werden. Manchmal fehlt mir aber die Zeit, alles umzusetzen. Ich bin jemand, der dankbar dafür ist, was er hat. Aber ich will auch alle Möglichkeiten, die ich habe, so weit wie möglich ausschöpfen."