Von der Masterarbeit zum Start-up

Korallenwächter – eine Erfolgsgeschichte

 

Im Sommersemester 2020 schloss Pia Scholz ihren Master in Kommunikations- und Produktdesign an unserem Fachbereich ab. Spezialisiert hatte sie sich auf Interface Design und App-Gestaltung. Jetzt hat Pia basierend auf ihrer Abschlussarbeit ein Start-up gegründet. Doch wie kam es dazu?

Vor dem Beginn ihrer Masterarbeit war ihrem Freund und ihr aufgefallen, wie aufwendig es ist, die Wasserqualität des gemeinsamen Aquariums zu messen – die Idee für Pias Masterarbeit war geboren. Ihr Freund, Tim Zastrow, ein Maschinenbauer, klügelte fortan an einem Gerät zur Messung der Wasserqualität, von Pias Seite folgte die Gestaltung einer vorerst fiktiven App, die zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Messgerät verbunden werden sollte. Erst mal konnte die App aber nur Messergebnisse in einer Tabelle darstellen.

Nach Gesprächen mit Forscher:innen und Tierpfleger:innen fiel dem Paar auf, dass nicht nur in ihrem Wohnzimmer, sondern tatsächlich auch auf dem Markt ein Bedarf für diese Art von App besteht. Die Start-up-Idee nahm zum ersten Mal Fahrt auf. Durch das Trace Programm der RWTH und FH zur Förderung unternehmerischen Denkens konnten die Designerin und der Maschinenbauer kostenlos verschiedene Kurse zum Thema „Gründen“ belegen und schon bald darauf tatsächlich Gründer:innen werden. Über diesen Weg trafen sie auch den dritten schlauen Kopf in ihrem Bunde, Michael Stolz, der die Softwareprogrammierung übernimmt. Seit Pias Masterabschluss hat sich die App in ihrer Funktionsweise immer weiterentwickelt und auch das Design wurde dementsprechend überarbeitet. Stand jetzt funktioniert die App mit dem Namen „Typus“ zusammen mit dem speziell entwickelten Messgerät. Zukünftig könnten Pia und ihr Freund sich vorstellen, noch mehr Geräte rund um das Aquarium in die App zu integrieren.

Erste Betatests der App durch händisches Eingeben der Messwerte mit rund 60 Tester:innen sind bereits gelaufen und das Feedback könnte nicht erfreulicher sein. Auch das Design der Jungunternehmerin wurde dabei vielfach gelobt. Dass sie mal ein Start-up gründen würde, hat sich Pia vorher nicht träumen lassen. „Das hat sich einfach so entwickelt.“, sagt Pia mit einem breiten Lächeln.

Das EXIST Gründerstipendium des Trace-Programms hat dem Team sehr geholfen und wertvolle Stunden für die Arbeit an der App freigeräumt. In diesem Verfahren ist Prof. Wolfgang Gauss der Mentor des Teams. Er betreute bereits die Masterarbeit von Pia und unterstützt auch jetzt noch bei aufkommenden Designfragen – für den Support sind sie mehr als dankbar.

Prof. Gauss sagt zu der Erfolgsgeschichte das Folgende: „In unseren Projektseminaren entstehen immer wieder ganz hervorragende Ideen. Viele davon fokussieren sich auf für die Allgemeinheit interessante Themen wie beispielsweise Ernährung, Gesundheit, Kommunikations-, Unterhaltungs- und Informationssysteme. Als Pia im Kurs ihre Idee vorstellte, war natürlich sofort klar, dass dies etwas anderes werden wird. [… ] Pia hat gleich zwei Dinge klar gemacht: Ihre ernsthafte Motivation und ihre Weitsichtigkeit. So war mir von Beginn an auch klar, dass sie das Ganze zum Erfolg führen würde. Das ist für Lehrende das Schönste, wenn man das bei Studierenden feststellen kann. Ich habe zu keinem Zeitpunkt am Erfolg gezweifelt und Pia, wo immer ich konnte, auf ihrem Weg mit Ratschlägen und Informationen aus der Praxis unterstützt. Ich wünsche ihr und ihrem Team auch weiterhin ganz viel Erfolg und werde sie dabei selbstverständlich unterstützen.“

„Typus“ kommt schon bald in die Appstores, das Messgerät ist derzeit noch in der Prototypenphase und lässt noch etwas auf sich warten. Wir gratulieren ganz herzlich zu dieser Erfolgsstory!