Forschung

Metallische Radioisotope werden in den letzten Jahren vermehrt für medizinische Anwendungen genutzt. Dazu gehören diagnostische Tests in der Onkologie, Neurologie oder Kardiologie mit Positronen- und Gammastrahlern und die Ausnutzung der Strahlenwirkung von Alpha- und Betastrahlern für die Krebstherapie. Die Herstellung der dafür verwendeten radioaktiven Verbindungen (Radiopharmazeutika) beinhaltet verschiedene Schritte:

  • Produktion von Radioisotopen
  • Abtrennung der Radioisotope von Stoffen, die für den Produktionsprozess benötigt werden
  • Chemische Synthese der Radiopharmazeutika 

Im Labor für Nuklearchemie werden gegenwärtig verschiedene Forschungsprojekte bearbeitet, die die Optimierung bereits gängiger Produktions- und Syntheseverfahren, aber auch die Entwicklung neuer Produktionsmöglichkeiten und Radiopharmazeutika zum Ziel haben.

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf mikrofluidischen Techniken. Hier werden Trennverfahren und Synthesen in Kanälen durchgeführt, deren Durchmesser im Mikrometerbereich liegt. Die geringe Größe der Kanäle führt zu einigen Vorteilen, die in Trenn- und Syntheseverfahren mit Radioisotopen ausgenutzt werden können: optimierter Masse- und Wärmetransport, bessere Reaktionskontrolle, weniger Radiolyse und kleinere Volumen. Zudem bieten mikrofluidische Systeme eine einfache Möglichkeit physikalische Konstanten (Diffusionskonstanten, Geschwindigkeitskonstanten von chemischen Reaktionen) zu bestimmen, die dabei helfen können Trenn- und Syntheseverfahren besser zu verstehen und weiter zu optimieren.

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