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Prof. Dr.-Ing. Jörg Borchert

Seit dem 1. April 2015 koordiniert Dr. Jörg Borchert als neuer Professor für das Lehrgebiet Energiewirtschaft den Masterstudiengang Energiewirtschafts-Informatik. Den Masterstudiengang bieten die Fachbereiche Energietechnik sowie Medizintechnik und Technomathematik gemeinsam
an. Das Besondere: Sieben Unternehmen schlossen sich in der Stiftung Energieinformatik zusammen, um die Finanzierung einer Stiftungsprofessur für fünf Jahre sicherzustellen, die Prof. Borchert nunmehr ausfüllt.


Vor seiner Professur studierte Jörg Borchert, geboren 1968, Wirtschaftsingenieurwesen mit der Fachrichtung Maschinenbau an der TU Berlin und der London School of Economics. Als Wissenschaftlicher Mitarbeiter war er an der TU Berlin für die Lehrveranstaltungen Energiewirtschaft, Energie- und Umweltmanagement sowie Energiehandel und Risikomanagement verantwortlich.
Danach war er bei den Stadtwerken Leipzig Leiter im Bereich Risikomanagement Energiehandel, anschließend war er neun Jahre bei einer Aachener Unternehmensberatung mit dem Schwerpunkt Energiewirtschaft tätig. Dort pflegte er intensiven Kontakt zu zahlreichen Unternehmen aus
der Energiewirtschaft, die in Aachen beheimatet sind. „Durch die persönlichen Kontakte habe ich von der vakanten Professur erfahren. Ein Treffen mit dem Dekan des Fachbereichs Energietechnik, Prof. Hodapp, überzeugte mich schließlich, mich an der FH Aachen zu bewerben“, sagt er.

In seinem neuen Lehrgebiet behandelt er politisch-volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Aspekte der Energiewirtschaft. „Ich möchte, dass die Studierenden bzw. die Absolventinnen und Absolventen die Energiewende privat wie vor allem beruflich aktiv mitgestalten können. Dazu bedarf es neben profunden fachlichen einzeldisziplinären Kenntnissen eines ausgeprägten Systemverständnisses für die Energiewirtschaft“, findet er und fügt hinzu, dass er der integrierten Behandlung von informations- und kommunikationstechnischen und energiwirtschaftlichen
Aspekten einen hohen Stellenwert beimisst. „Die Energiewirtschaft ist zunehmend regenerativ geprägt, dezentral strukturiert und über Informationstechnik eng miteinander verbunden. In diesem System spielen verschiedene technologische und technische Möglichkeiten zusammen mit gesellschaftlichen Wertvorstellungen, ökonomischen Überzeugungen und Denkmustern sowie rechtlichen Normen. Ich denke, dass dieser interdisziplinäre Studiengang dazu beiträgt, genau dieses System besser verstehen zu können“, so Prof. Borchert.

Prof. Borchert ist ein Mann, der gerne Dinge bewegt. „Meine neue Tätigkeit bietet viele Möglichkeiten zu gestalten. Das reizt mich sehr“, sagt er. Auch er selbst steht nicht gerne still: Er bildet sich kontinuierlich weiter, hat Lehraufträge an verschiedenen Universitäten und Weiterbildungsseminare
für Praktiker gehalten, Fernstudiengänge mit Lehrmaterialien unterstützt und war an der Konzeption eines Studiengangs beteiligt. Auch in seiner Freizeit mag er es am liebsten aktiv: „Ich verbringe meine Freizeit mit meiner Familie – ich habe eine Tochter im Alter von knapp sieben Jahren und einen Sohn im Alter von neun Jahren-, meinen Freunden und auch mal alleine sehr gerne in der Natur beim Wandern oder beim Sport. Daneben lese, koche und treffe ich gerne Menschen“, sagt er.

Hochmotiviert blickt Jörg Borchert auf seine neuen Aufgaben, die er vor allem in der Lehre sieht. „Studierenden Wissen und Problemlösungskompetenzen zu vermitteln, ihnen beizubringen, spielerisch und gestaltend mit ihrem Wissen umzugehen, darauf freue mich sehr“, sagt er. Doch als Mann der Praxis ist ihm auch an der anwendungsnahen Forschung und Entwicklung neuer Ideen und Konzepte und der Umsetzung in praktische Handlungen gelegen. „Als Berater habe ich mit meinem Team bereits sehr viel entwickeln und mit den Kunden gemeinsam umsetzen können. Und entsprechend freue ich mich auf die gemeinsame Entwicklung mit Kolleginnen und Kollegen, den Stiftern, den Studierenden, Kooperationspartnern. Außerdem strebe ich eine gewisse Präsenz im Markt für Weiterbildung an“, erklärt er begeistert und erweckt den Eindruck, bereits die Ärmel hochzukrempeln.

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