Ingeborg – gegen Müll und für Nachhaltigkeit

 

Christoph Gerdesmeyer, Demian Wolf und Jonas Krohn durchbrechen mit ihrem Laden für Nachhaltigkeit das Verpackungssystem unserer Gesellschaft und schaffen Klarheit dort wo Verwirrung herrscht.

Im Hintergrund läuft leise entspannte Musik, es duftet nach frisch gemahlenem Kaffee, man versinkt in weichen Polstern,  ein rundum wohliges Gefühl breitet sich langsam aus, man lässt den Blick schweifen und….stutzt: Da hängen tatsächlich Brote von der Decke, erinnert ein wenig an eine Tapasbar in Spanien, nur dass dort Schinken von der Decke hängt. Man ist wieder hellwach. Das altbekannte System wird durchbrochen durch etwas Neues, Ungewöhnliches, in diesem Fall von der Decke hängende Brote.

Genau diesen Durchbruch machen sich Christoph Gerdesmeyer, Jonas Krohn und, Demian Wolf zum Projekt. In einer Zeit geprägt durch Globalisierung und Urbanisierung ist der Umgang mit der Herstellung und Produktion von Nahrung ein sehr wichtiges Thema. Nachhaltigkeit wird von immer größerer Bedeutung und sollte im Bewusstsein verankert und Wunsch eines jeden sein. Es gibt bereits einen Biotrend, der immer mehr Anklang findet, jedoch im gleichen System verkehrt wie alle anderen Produkte - im Supermarktsystem. Nahrungsmittel werden in Verpackungen vertrieben, die meist nicht recyclebar sind, auf den Punkt gebracht: Sie sind Müll. Die drei Jungs wollen ein neues System, eine neue Entwicklung, ausbrechen aus dem Alten. Mit ihrem Projekt „Ingeborg“ haben sie einen Laden erschaffen, der Produkte bereitstellt, die sowohl aus der Region kommen als auch nachhaltig sind. Vor mir steht eine Milchflasche, deren Verpackung aus Glas mit Keramikdruck besteht. Die Idee dabei: Nach dem Verzehr die Flasche zurückgeben, spülen, wiederverwenden. Vorteil: Kein Etikett und kein Müll. Reizüberflutung im Supermarkt gehört zu täglichen, inneren Auseinandersetzungen. Es herrscht Ratlosigkeit was richtig und was falsch, was gut und was schlecht ist. Die Verpackung mag sagen, dass es sich um ein Bioprodukt handelt. Die Verpackung aber bleibt und die ist in den meisten Fällen nicht nachhaltig. Das System verschleiert Dinge, Menschen sind überfordert.

Das Projekt soll dazu bewegen wieder gerne einkaufen zu gehen, indem eine Atmosphäre geschaffen wird, in der man gute und leckere Produkte erwirbt, kombiniert mit einer einfachen Gestaltung. Zielgruppe sind hierbei nicht nur Ökoliebhaber, im Gegenteil, man will weg von der Ökoromantik. Christoph Gerdesmeyer sagt: „Man geht vorwärts, aber die alten Werte bleiben.“ Der Ausbruch aus dem alten System erhält eine optische Gestaltung in Form dieses Ladens, geprägt durch Schlichtheit und Gradlinigkeit, die in der Produktgestaltung wichtig sind, aber kombiniert werden mit alten Werten. In einer Welt voll von Hektik und Reizüberflutung geht es um Gemütlichkeit, jedoch ohne dabei in Nostalgie abzudriften, was aber durch in der Luft schwebende Brote verhindert wird und einen stets zurück in die Realität befördert. Man muss wach sein. Zukunftsweisend, das ist das Stichwort dieses aktuellen, Schritt für Schritt durchdachten Projektes, es bewegt.

x