MBZIRC 2017

Die Mohamed Bin Zayed International Robotics Challenge (MBZIRC) ist ein internationaler Robotik-Wettbewerb, der alle zwei Jahre an der KHALIFA University in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) stattfindet und für den ein Preisgeld und ein Team-Sponsoring in Höhe von insgesamt 5 Mio. USD ausgeschrieben ist.

Nachdem das Robotik-Team des MASKOR-Institutes der FH Aachen sich 2015 aus 143 Bewerbern für die Teilnahme am Robotik-Wettbewerb qualifiziert hatte und auch erfolgreich die zwei Vorrunden des Wettbewerbs gemeistert und sich somit für die Endteilnahme weiterqualifiziert hatte, machte sich unser Robotik-Team mit viel Gepäck und jeder Menge Kampfgeist im März 2017 auf den Weg nach Abu Dhabi. Dort belegte es beim MBZIRC den letzten Platz, was ein beachtlicher Erfolg ist, denn im Vergleich zu den anderen teilnehmenden Teams war unser Team ein verhältnismäßig kleines und dazu noch ein Newcomer beim MBZIRC. Unser Team bestand aus Studierenden, Mitarbeitern und Professoren des Fachbereichs 5 (Elektrotechnik und Informationstechnik) und 8 (Maschinenbau und Mechatronik).

Prof. Dr.-Ing. Andreas Gebhardt, Dekan des Fachbereichs Maschinenbau und Mechatronik, freut sich sehr darüber, dass es unser Team überhaupt so weit geschafft hat: "Unsere Roboter-Jungs haben in Abu Dhabi Platz 14 erreicht. Das ist angesichts der Klasse der Veranstaltung, die einer Weltmeisterschaft gleichkommt, eine Super Leistung!"

Patrick Wiesen (M.Sc.), wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fachbereichs Maschinenbau und Mechatronik und Mitglied des Robotik-Teams, schickte uns kurz nach Ende des Wettbewerbs folgende Mitteilung aus Abu Dhabi:
"Nach einigen anstrengenden Tagen ist nun das Event vorbei. Wir hatten sehr viel Spaß und sowohl unsere teilnehmenden Studierenden als auch wir als wissenschaftliche Mitarbeiter konnten sehr viel Erfahrung aus der Vorbereitung und dem Wettbewerb vor Ort ziehen. Für mich war es das erste Projekt dieser Größenordnung, das ich geleitet habe, sodass ich auch das erst einmal lernen musste. Hierzu sind viele Qualitäten gefragt und man wird mit allerlei Problemen konfrontiert, z.B. die Teammotivation oben zu halten, nicht nur sich selbst, sondern auch alle anderen organisieren, eine Struktur schaffen und die anfallenden Arbeitspakete sinnvoll aufzuteilen und Ziele zu setzen. Auch logistische Schwierigkeiten begleiten einen, so dass beispielsweise der Versand unserer Akkus nach Abu Dhabi zu einer Herkulesaufgabe geworden ist und leider auch nach wochenlangen Telefonaten und E-Mails letztlich nicht geklappt hat, da das Versandunternehmen unser Paket irgendwie verloren hat - es bleibt im Nachgang noch zu klären, wo unsere Akkus nun sind. Für solche Probleme galt es unter anderem auch, sich einen Plan B und C zurecht zu legen. Das habe ich zum Glück gemacht, nachdem ich die Schwierigkeit im Versand frühzeitig erkannt hatte. Und wäre es an so einer "Kleinigkeit" gescheitert, hätten wir gar nicht erst starten können, da unsere Roboter eben auf eine Versorgung durch Akkus angewiesen sind. Solche Kleinigkeiten haben sich aber summiert, so dass eine sorgfältige Planung notwendig war.

Letztlich waren wir in der Lage, uns von den 26 teilnehmenden Finalisten unter den letzten 14 für die "Grand Challenge" zu qualifizieren. Leider hat es dann nur noch für den letzten Platz gereicht, trotzdem sind wir stolz auf den Erfolg, es bis dahin geschafft zu haben. In Challenge 3 belegten wir sogar Platz 9. Wie erwähnt, haben wir sehr viel Erfahrung sammeln können und nach über einem Jahr Arbeit während des Events sehr viel Spaß gehabt. Auch der Kontakt zu den anderen Teams wird uns in Zukunft wieder neue Möglichkeiten eröffnen, so haben z.B. einige Teams bereits Interesse an unserer ROS Summer School im August bekundet, so dass es dann hoffentlich ein Wiedersehen mit dem ein oder anderen geben wird.
Die anderen Teams waren einfach besser als wir und so hat das Team NimbRo von der Universität Bonn als einzige weitere deutsche Mannschaft verdient den Sieg geholt und darf sich nun freuen mit insgesamt 1,3 Millionen Dollar nach Hause zu fliegen. Sie haben die Grand Challenge gewonnen, da sie in allen drei Einzelwettbewerbern konstant sehr gute Performance zeigen konnten. Hier haben sie insbesondere in Challenge 2 herausgestochen, wo sie eins von zwei Teams waren, dass überhaupt in der Lage war, die Aufgabe vollständig autonom zu lösen und dann gegenüber dem Zweitplatzierten zeitlich noch deutlichen Vorsprung zeigten.
Hier zeigt sich der Erfahrungswert der Gewinnerteams, die zum Teil 10 oder 20 Jahre Erfahrung in Roboter-Wettbewerben aufweisen. Für unser Team MASCOR war es der erste Versuch, aber wir sind uns einig, dass es nicht der letzte gewesen sein wird. Da MBZIRC nun alle 2 Jahre stattfinden soll, werden wir uns wieder bewerben. Wir freuen uns übrigens insbesondere über den Erfolg des Teams "DTU-Elektro" der Technical University of Denmark. Dieses Team gehört auch eher zu den Newcomern und konnte in der Grand Challenge den 4. Platz holen. Hierfür haben sie uns sehr gedankt, da sie kurz vorher noch einen magnetischen Greifer von uns geliehen haben, ohne den sie an der 3. Teilaufgabe nicht hätten teilnehmen können."

x