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Touhoku University, 01.09.2014 – 01.03.2015


Auf einen Blick

Vollständiger Name der Gasthochschule: Touhoku University
Stadt, Land: Sendai, Japan
Homepage der Gasthochschule: www.tohoku.ac.jp/en/
Autor des Erfahrungsberichts:
Martin Lefèvre
Studiengang  an der FH Aachen:
B. Eng. Maschinenbau, Fachbereich 8
Beginn und Ende des Auslandsaufenthalts: 01.09.2014 – 01.03.2015
Das Auslandssemester wurde durchgeführt im: 5. Semester

Bewertungen

Qualität der Studieninhalte: 2,3
Studienbedingungen / Ausstattung der Gasthochschule: 1,3
Betreuung und Hilfe vor Ort: 1,7
Campus: 1,0
Verkehrsanbindung zum Campus: 2,0
Essensangebot auf dem Campus (Mensa, etc.): 1,3
Sportmöglichkeiten: 1,0
Freizeitangebote: 1,3
Bars / Discos / Nachtleben: 1,0
Wohnqualität / -kosten: 2,0
Kontakt mit Einheimischen: 1,3

Vorbereitung

  • Wann haben Sie mit den Vorbereitungen begonnen? Dezember 2013.
  • Wie läuft das Anmeldeverfahren und welche Unterlagen werden benötigt? Bewerbung über Professoren; Empfehlungsschreiben, Notenspiegel und Visum erforderlich.
  • Verlangt die Gasthochschule einen Sprachtest? Ja, allerdings nur für Englisch.
  • Nützliche Tipps oder weiterführende Infos zur Vorbereitung:
    Es ist von Nutzen, wenn man Grundwissen in Japanisch hat, weil ansonsten der Kontakt zu Professoren, Unimitarbeitern und Einheimischen schwierig ist.

Formalitäten

  • Muss man Gebühren an der Gasthochschule zahlen? Wenn man ein Zeugnis braucht, fallen Studiengebühren in Höhe von etwa 2000€ an, ansonsten nicht.
  • Haben Sie ein Stipendium zur Finanzierung des Auslandsaufenthalts erhalten? Nein, allerdings kann man das JASSO Stipendium ohne großen Aufwand bekommen.
  • Welcher Anreiseweg zur Gasthochschule ist zu empfehlen? Wie hoch sind ca. die Reisekosten? Flug ab 500€, beispielsweise nach Toukyou. Man kann auch direkt nach Sendai fliegen, das ist allerdings teurer, und der Flughafen liegt außerhalb der Stadt, so dass man ohnehin Zug fahren muss, um nach Sendai zu kommen.
  • Mussten Sie eine zusätzliche Krankenversicherung abschließen? Wenn ja, welche und zu welchen Kosten? Ja, alle Auslandsstudenten müssen in Japan eine Krankenversicherung vor Ort abschließen. Diese kostet etwa 20€/Monat und wird beim Meldeamt gleich mitorganisiert.
  • Sind weitere Versicherungen notwendig? Nein.

Vor Ort

  • Welche Formalitäten sind nach der Ankunft zu erledigen? Beim Meldeamt melden, Bankkonto eröffnen, Kurse anmelden, bei den Gastprofessoren melden und möglichst in deren Labor auftauchen.
  • Wo sollte man am besten wohnen und wie hoch sind die durchschnittlichen Wohnkosten? Alle Studenten an der Touhoku Universität bekommen für die ersten beiden Semester einen Wohnheimplatz. Das Wohnheim ist auch sehr zu empfehlen. Die Wohnkosten rangieren von 30€ [sic!] im Wohnheim bis etwa 500€ in Studentenwohnungen.
  • Wie gestaltete sich die Wohnungssuche (wer ist dafür Ansprechpartner)? Für die ersten beiden Semester gibt es einen Anspruch auf einen Wohnheimsplatz, den man über das Studierendensekretariat geltend machen kann. Danach wird einem von der Uni eine Hilfestelle zur Wohnungssuche angeboten.
  • Wie hoch sind die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten? Zusätzlich zur Wohnung kommen etwa 250-350€ im Monat für Nahrungsmittel, Strom, Internet, Heizung und die Wege von und zur Uni dazu. Für die Freizeitplanung muss man dann noch ein „Taschengeld“ einplanen.
  • Was ist billig/teuer? Nahrungsmittel sind vergleichsweise teuer, andere Preise sind sehr nah an deutschen Preisen.
  • Wie sind die Einkaufsmöglichkeiten? In Sendai gibt es spätestens alle 300 Meter einen Convenience Store, in dem man seinen Grundbedarf decken kann. Auch Supermärkte und Kaufhäuser gibt es dort viele.

Über die Gasthochschule

  • Beschreiben Sie kurz die Gasthochschule! Die Touhoku Universität wurde 1907 gegründet und ist seitdem eine der führenden Universitäten weltweit in den Naturwissenschaften. Besonders die Materialwissenschaften, Chemie, Medizin und der Maschinenbau stehen dabei im Vordergrund. Die Campusse sind zwar recht weit über die Stadt verteilt, jedoch nach Studienrichtungen geordnet, sodass man selten an zwei verschiedenen Orten Vorlesungen besucht. Wie bei allen japanischen Hochschulen liegt der Fokus eher in der Forschung als in der Lehre.
  • Wie war die Qualität der Veranstaltungen? Die Lehrversanstaltungen im Grundstudium sind vergleichsweise einfacher, behandeln aber ähnlichen Stoff. Professoren legen mehr Wert auf Gruppenarbeiten und Hausarbeiten. Die Masterkurse sind allerdings breit gefächert und bieten höchste Qualität von renommierten Professoren.
  • Wie ist die Ausstattung der Gasthochschule? Die Hochschule ist hervorragend ausgestattet.
  • Wie sind die Öffnungszeiten auf dem Campus, wie sind die Bibliotheken, gibt es Skripte zu den Vorlesungen? Man kann rund um die Uhr auf den Campus und in sein Labor, die Bibliotheken sind von 8 bis 18/20 Uhr geöffnet und haben eine gute Auswahl an Büchern (>4 Millionen Bücher). Zu den Vorlesungen gibt es teils Skripte, teils bauen die Professoren auf Lehrbüchern oder Foliensätzen auf.
  • Wie viele Wochenstunden hatten Sie im Schnitt? Welches Bewertungssystem gibt es (ECZS)? Ich habe elf Kurse belegt, die ausnahmslos einmal die Woche für 90 Minuten gelehrt wurden. Dazu kommen Hausarbeiten und die eigene Forschung im Labor, womit man im Endeffekt auf 25 oder mehr Wochenstunden kommt. Dabei ist das Ende allerdings relativ offen, je nachdem wieviel Zeit man im Labor verbringt. In Japan gibt es ein eigenes Creditsystem mit 12-16 Credits pro Semester. Kurse geben typischerweise 2 Credits.
  • Haben die Professoren Sie gut auf Prüfungen vorbereitet? Erhielten Sie von ihnen auch Hilfe außerhalb der Veranstaltungen? Die Professoren machen Prüfungsanforderungen klar und bereiten gut darauf vor. Man kann sich zusätzlich jederzeit per Mail an seinen Professor wenden und erhält zumeist umgehend Antwort. Sprechstunden werden von Assistenten gehalten.
  • Gibt es spezielle Einführungskurse für Gaststudenten? Es gibt Einführungsveranstaltungen und –kurse am Semesteranfang.
  • Was ist bei der Ausstellung des Zertifikats an der ausländischen Hochschule zu beachten? Wenn ein Zertifikat benötigt wird, muss man Studiengebüren zahlen, die Ausstellung kann zusätzlich einige Zeit dauern. Grundsätzlich wird frühestens, nachdem alle Prüfungen korrigiert wurden, ein Zertifikat ausgestellt, und damit meistens per Post nachgesandt.
  • Wer war Ansprechpartner an der ausländischen Hochschule?
    Die Sekretärin des Professors, in dessen Labor ich war, war meine Ansprechpartnerin. Das wird allerdings für alle Studenten unterschiedlich sein. Grundsätzlich kann man sich aber an das Global Learning Center oder seine "school" wenden, in meinem Fall die School of Engineering (Kontaktmail: eng-kyom(at)grp.tohoku.ac.jp).
  • Was gefiel Ihnen am Campus gut / nicht so gut? Die Mensa ist auf jedem Campus sehr zentral gelegen, leider sind die einzelnen Campusse recht weit voneinander entfernt. Außerdem hat jeder Campus einen Park, der recht hübsch ist.
  • Wie ist die Verkehrsanbindung? Was ist zu beachten?  Vom Wohnheim aus ist die Busanbindung zur Uni eher schlecht, es fahren morgens mehrere Busse zur ersten Vorlesung des Tages und dann Nachmittags und Abends Busse zurück. Man kann allerdings sehr gut Fahrrad fahren (ca. 10 min) oder laufen (ca. 25 min). Die Busse zur Uni sind kostenlos.
  • Sonstiges: Es werden von der Uni kostenlose Sprachkurse angeboten, die man in Anspruch nehmen sollte, egal ob man mit oder ohne Sprachkenntnisse nach Japan gekommen ist.

Über die besuchten Lehrveranstaltungen an der TnTech

  1. Besuchter Kurs: Japanisch 3
    Dozent: verschiedene Dozenten
    Kursdauer & Umfang, Unterrichtsform: 4x2 SWS,schulisch
    Stichworte zur Kursbeschreibung: Sprechen, Grammatik, Lesen, Anwendung
    Form des Leistungsnachweis: Klausur
    Ist der Kurs zu empfehlen? Ja
  2. Besuchter Kurs: Japanische Kultur
    Dozent: Fujino
    Kursdauer & Umfang, Unterrichtsform: 2 SWS, Sport
    Stichworte zur Kursbeschreibung: Aikido als Kultur
    Form des Leistungsnachweis: Prüfung
    Ist der Kurs zu empfehlen? Ja
  3. Besuchter Kurs: Werkstoffkunde
    Dozent: Sato
    Kursdauer & Umfang, Unterrichtsform: 2 SWS, Vorlesung
    Stichworte zur Kursbeschreibung: Metalle, Composites
    Form des Leistungsnachweis: Klausur
    Ist der Kurs zu empfehlen? Ja
  4. Besuchter Kurs: Systems Engineering
    Dozent: Yamaguchi
    Kursdauer & Umfang, Unterrichtsform: 2 SWS, Vorlesung
    Stichworte zur Kursbeschreibung: Systeme und deren Umwelt
    Form des Leistungsnachweis: Klausur
    Ist der Kurs zu empfehlen? Nein
  5. Besuchter Kurs: Robotics
    Dozent:
    Kosuge
    Kursdauer & Umfang, Unterrichtsform: 2 SWS, Vorlesung
    Stichworte zur Kursbeschreibung: Automatisierung und Robotik.
    Form des Leistungsnachweis: Klausur
    Ist der Kurs zu empfehlen? Ja
  6. Besuchter Kurs: Aircraft Design
    Dozent: Yoshida
    Kursdauer & Umfang, Unterrichtsform: 2SWS, Vorlesung
    Stichworte zur Kursbeschreibung: Aerodynamik und Flugzeugauslegung
    Form des Leistungsnachweis: Projekt
    Ist der Kurs zu empfehlen? Ja
  7. Besuchter Kurs: System Dynamics
    Dozent: Takagi
    Kursdauer & Umfang, Unterrichtsform: 2SWS, Vorlesung
    Stichworte zur Kursbeschreibung: Mechanik der Vibrationen
    Form des Leistungsnachweis: Klausur
    Ist der Kurs zu empfehlen? Ja
  8. Besuchter Kurs: Quantum Mechanics
    Dozent: Miura
    Kursdauer & Umfang, Unterrichtsform: 2SWS, Vorlesung
    Stichworte zur Kursbeschreibung: Basisvorlesung zur Quantenmechanik
    Form des Leistungsnachweis: Hausarbeit
    Ist der Kurs zu empfehlen? Ja

Freizeitangebot

  • Wie ist das Angebot an Sportmöglichkeiten auf dem Campus? Es gibt weit über 100 verschiedene Sportarten, die angeboten werden.
  • Sind die Sportangebote kostenpflichtig? Nein, für manche braucht man aber eigene Ausrüstung.
  • Welche Freizeitsportmöglichkeiten bietet der Studienort? In erreichbarer Nähe (ca. 1 Stunde mit dem Zug) liegen Meer und Gebirge, sodass man im Sommer baden und im Winter Ski fahren kann. Als Millionenstadt ist in Sendai sonst auch eigentlich alles möglich.
  • Welche Sehenswürdigkeiten gibt es vor Ort? Sendai ist als ehemaliger Sitz von Date Masamune eine geschichtlich wichtige Stadt in Japan und entsprechend gibt es viele Schlösser und Denkmäler in der Nähe.
  • Welche touristischen Attraktionen hat das Umland zu bieten? In der Nähe sind der Berg Zaou und das Küstengebiet Matsushima, die beide auch bei Japanern sehr beliebte Reiseziele sind.
  • Gibt es organisierte (evtl. auch subventionierte) Ausflüge für Gaststudenten? Im Rahmen der Vorlesung "Japanische Kultur" gibt es etwa einmal im Monat Ausflüge für alle Interessenten.
  • Gibt es viele gute Restaurants und Bars in der Nähe? Was ist zu empfehlen? Wenn man wie ich im University House Sanjo unterkommt, gibt es viele kleine Restaurants in unmittelbarer Nähe. In Sendai selber gibt es eine riesige Auswahl an Restaurants und Bars, empfehlen würde ich die Sushiladen-Kette Heiroku und das Sweets Paradise.
  • Gibt es Besonderheiten, die bei der einheimischen Küche zu beachten sind? In Japan wird viel mit Fisch und anderen Meerestieren gekocht, dabei kommen diese mitunter auch roh in Gerichte. Gerade bei Schalentierallergien muss man also darauf achten, was man isst.
    Wohin geht man abends (Pubs, Bars, Discos, Kinos) und was ist zu empfehlen? In Sendai gibt es viele Bars und Discos, am beliebtesten dabei ist wohl die Straße Kokubuncho, dort gibt unzählige Möglichkeiten zu feiern. In Japan sind viele Parties allerdings kurzlebig, d.h. man geht am Abend auch gerne auf zwei oder drei Parties.
  • Gibt es besondere Gebräuche/Sitten bei den Einheimischen und was ist ein absolutes Tabu? Japan hat viele für Europäer ungewöhnliche Bräuche, darüber sollte man sich im Vorfeld eingehender informieren. Als grober Fauxpas gilt es beispielsweise, eine Wohnung mit Schuhen zu betreten oder seine Stäbchen in den Reis zu stecken.

Schlussbetrachtungen - Fazit

  • Wie bewerten Sie Ihren Auslandsaufenthalt insgesamt? Mein Auslandsaufenthalt war klasse, ich hatte sehr viel Spaß und würde es jederzeit wieder machen.
  • Haben Sie den Zeitpunkt für Ihr Auslandssemester richtig gewählt? Ich denke schon, dass das Mobilitätsfenster im Maschinenbau dafür optimal geeignet ist.
  • Was waren die Höhen- und Tiefpunkte des Aufenthalts? Am Anfang gibt es wie zu erwarten viele Kollisionspunkte mit der für uns ungewöhnlichen Kultur, das Beste ist jedoch, wenn man nach und nach versteht, worin die Unterschiede begründet liegen und lernt, sich anzupassen. Wenn man nicht mehr von den Japanern beglückwünscht wird, wie gut man mit Stäbchen umgehen kann, hat man es geschafft!
  • Was wird unvergessen bleiben? Mein Winterausflug mit meinem Labor, bei dem ich Snowboarden gelernt habe, Weihnachten in Kyoto und meine Freundin in Japan.
  • Welchen Rat möchten Sie anderen Studierenden Ihres Studiengangs mit auf den Weg geben, die sich für ein Auslandssemester an dieser ausländischen Hochschule entscheiden? Früh genug mit dem Planen anfangen. Ich habe 9 Monate vorher angefangen und trotzdem wurde es am Ende knapper als nötig. Sucht euch außerdem ein gutes Labor aus, die Gelegenheit ist unschlagbar, um Forschung nach seinen Interessen zu betreiben – außerdem ist es deutlich einfacher, eine Empfehlung von dort zu bekommen, wenn man von dem Labor begeistert ist.
  • Irgendwelche Kritik oder Vorschläge? Den Kontakt mit einheimischen Studierenden nicht außer Acht lassen. Es gibt sehr viele Gruppierungen in Sendai (z.B. PeaceNuts, @home, TUFSA, Mori), die sehr gerne mit Ausländern etwas unternehmen und Sprachaustausch betreiben.

Kontakt

  • Dürfen interessierte Studenten Sie kontaktieren?  Ja.
  • Kontakt am besten: per E-mail (siehe Adresse unten)

Fotos

Statue von Date Masamune am Aobajou
Gundam vor DiverCity in Odaiba, Toukyou
Aobayama-Campus, Mensa und Maschinenbau-Institute
Sengoku Basara Cosplayer auf dem Dorffest in Shiroishi
"Schneeriesen" beim Berg Zaou
"Otonaroid"-Androide im Innovationsmuseum
Halloween Party bei den PeaceNuts

E-Mail Adresse

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