INFORM-Professur für angewandte Informatik an der FH Aachen

Hochschule will die Studienbedingungen weiter verbessern

Der Containerumschlag im Hamburger Hafen ist eine logistische Mammutaufgabe – wie geschaffen für intelligente Lösungen im Bereich der Angewandten Mathematik und Informatik. Das Aachener IT-Unternehmen INFORM GmbH entwickelt solche Lösungen. Es ist spezialisiert auf Operations Research, also die softwarebasierte Optimierung von Geschäftsprozessen. Der Markt boomt, entsprechend groß ist der Bedarf an gut ausgebildeten Nachwuchskräften. Die FH Aachen und INFORM haben sich jetzt darauf verständigt, die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen: Für die nächsten fünf Jahre gibt es die "INFORM-Professur" am Fachbereich Medizintechnik und Technomathematik. Die Hochschule nutzt das Sponsoringgeld, um die Studienbedingungen im diesem Bereich weiter zu verbessern.

Prof. Dr. Alexander Voß lehrt im Gebiet der angewandten Informatik und bereitet die Studierenden auf genau diese Art von Aufgaben an der Schnittstelle zwischen Mathematik und Informatik, häufig mit unmittelbarem Bezug zum praktischen Einsatz, vor. Mit ihm richteten die INFORM und die FH Aachen 2011 die erste Stiftungsprofessur ein, die nun als INFORM-Professur fortgeführt wird. Der Rektor der FH Aachen, Prof. Dr. Marcus Baumann, betonte bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags: "Durch den engen Schulterschluss mit der regionalen Wirtschaft bildet die FH Aachen hervorragende Fachkräfte aus." Beispielhaft dafür sei der duale Studiengang Angewandte Mathematik und Informatik: Mit dem Doppelabschluss aus Studium und beruflicher Ausbildung seien die Absolventinnen und Absolventen bestmöglich auf den Einstieg in ihre IT-Karriere vorbereitet. Sie bekommen es von Beginn ihres Studiums mit echten Problemstellungen und Aufträgen bei ihren Ausbildungsfirmen zu tun und können so das Gelernte direkt anwenden. Dadurch steigt die Lernmotivation enorm und die Ausbildung ist am immensen Bedarf der Firmen für IT-Fachkräfte orientiert. "Mathematik und Informatik bekommen eine stets wachsende Bedeutung als Schlüsseltechnologien. Unser dualer Studiengang hierzu ist nicht nur einzigartig, sondern auch zukunftsweisend", so der Dekan des Fachbereichs Medizintechnik und Technomathematik, Prof. Dr. Christof Schelthoff.

Adrian Weiler, Geschäftsführer der INFORM GmbH, erläuterte, dass das Digital Decision Making etwa im Bereich des Bankwesens eingesetzt werde. Durch die Algorithmen, die von INFORM entwickelt werden, und die damit verbundene Mustererkennung sei es möglich, illegalen Banktransaktionen in kürzester Zeit auf die Spur zu kommen. Dabei komme eine sogenannte hybride künstliche Intelligenz zum Einsatz, bei der neuartige Algorithmen zur Auswertung großer Datenmengen eingesetzt werden. Um diese Technologie weiterzuentwickeln, suche sein Unternehmen ständig sehr gut ausgebildete neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

INFORM ist eine der größten Ausbildungsfirmen im dualen FH-Studiengang angewandte Mathematik und Informatik. Als der Studiengang vor 20 Jahren eingerichtet wurde, gehörte das Unternehmen zu den ersten Ausbildungspartnern. Seit der Umbenennung des Ausbildungsberufs in MATSE (Mathematisch technische/r Softwareentwickler/-in) 2008 sind knapp 50 Azubis dort in diesem Beruf ausgebildet worden. "Die Ausbildung zum MATSE im dualen Studium zusammen mit der FH ist ein ganz wichtiger Baustein für unsere Nachwuchsgewinnung", so Dr. Leonie Petry, Leiterin Personal- und Organisationsentwicklung bei INFORM. Auf die Absolventinnen und Absolventen warten vielseitige Arbeitsbereiche in Industrie und Forschung: Simulation und Optimierung, Produktentwicklung, statistische Qualitätskontrolle, Softwareentwicklung sowie Prozess- und Datenmodellierung.

Ganz im Zeichen der Digitalisierung steht auch der Tag der Forschung, den die FH Aachen am Donnerstag, 21. März 2019, auf dem FH-Campus Eupener Straße 70 veranstaltet. Die INFORM GmbH ist Hauptsponsor der Veranstaltung.