„Ich habe die familiäre Arbeitsatmosphäre sehr schätzen gelernt.“ - Praxissemester bei Lindt & Sprüngli

Wer Betriebswirtschaftslehre studiert, dem bieten sich in der späteren Arbeitswelt vielseitige Berufsmöglichkeiten. Um herauszufinden, welches am besten zu einem passt, ist es hilfreich, schon während des Studiums ein Praktikum zu machen. Die Berufserfahrung hilft außerdem dabei, die eigenen Stärken und Schwächen kennenzulernen. Sarah, die bei am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften Betriebswirtschaft/Business Studies studiert, hat sich aus diesen Gründen für ein Praxissemester entschieden und kurzerhand im September 2020, mitten in der Coronapandemie, ein 6-monatiges Praktikum bei der Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli GmbH absolviert. Von ihrer Motivation und ihren Erfahrungen erzählt die 22-jährige im Interview.

Wo fand dein Praktikum statt?
Mein Praktikum fand teils vor Ort im Büro in Aachen und abwechselnd 2-3 Tage die Woche im Homeoffice statt.

Warum hast du dich für ein Praxissemester entschieden?
Ich habe mich für ein Praxissemester entschieden, um einen ersten Einblick ins Berufsleben bzw. Berufserfahrung gewinnen zu können. Zudem wollte ich mir nochmal bestätigen, dass ich mich für die richtige Vertiefungsrichtung entschieden habe. Außerdem habe ich gehofft, im Anschluss eine gute Chance auf eine praxisorientierte Abschlussarbeit in Kooperation mit demselben Unternehmen zu haben.

Wie sah die Organisation vorher aus? Wann hast du  dich beworben und wie lief der Prozess ab?
Beworben habe ich mich sehr frühzeitig im Oktober 2019. Bereits zwei Tage später habe ich eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten und eine Woche darauf die Zusage für das Praktikum. Vertraglich wurde alles sehr schnell geregelt und pünktlich zum 01.09.2020 durfte ich dann mein Praktikum beginnen.

In welcher Abteilung hast du dein Praktikum absolviert?
Ich habe im Bereich Entgelt der Direktion Personal gearbeitet.

Was waren deine Aufgaben?
Ich habe Daten für die Entgeltabrechnung und Zeitabrechnung erfasst und sie mithilfe von SAP R3 HR unterstützt. Des Weiteren habe ich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Telefon zu abrechnungsrelevanten Fragestellungen betreut und diverse Statistiken (z.B. für die Einführung eines Jobtickets) erstellt sowie ausgewertet. Ein weiteres eigenständiges Projekt war die selbstständige Vorbereitung der Verteilung von Schokoladenpräsenten. Ansonsten war ich für die Durchführung allgemeiner Praktikantentätigkeiten (Verteilung der Post, Eintüten der Entgeltabrechnungen usw.) verantwortlich.

Wie sah ein typischer Alltag bei dir aus?
Mein Alltag war nach kurzer Zeit sehr routiniert. Ich hatte täglich feste Aufgaben und durfte meine Arbeit selbstständig organisieren. Zwei bis drei Tage pro Woche durfte ich im Homeoffice arbeiten.

Hat sich dein Alltag aufgrund der Coronalage verändert?
Von Beginn an wurde der Entgeltbereich in zwei Teams eingeteilt, weshalb ich anfangs nur die Hälfte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter persönlich kennenlernen können. Der Kontakt zu anderen Bereichen/Abteilungen war leider nur sehr eingeschränkt möglich. Im letzten Monat meines Praktikums wurde die Anzahl der anwesenden Mitarbeiter:innen im Büro dann nochmal auf ein Minimum reduziert.

Wie ist das Unternehmen mit der damaligen Corona-Situation umgegangen?
Ich habe von Anfang an eigenes Homeoffice-Equipment erhalten. Die Kommunikation hat sehr gut funktioniert und meine Kollegen und Kolleginnen waren sehr motiviert, mir trotzdem möglichst viel Wissen und Erfahrung mit auf den Weg zu geben.

Konntest du das Wissen aus dem Studium anwenden?
Einiges Wissen, gerade aus dem Bereich Steuer-/Arbeitsrecht und Personalwesen, konnte ich im Laufe meines Praktikums gut anwenden. Trotzdem konnte ich einen deutlichen Unterschied zwischen Theorie und Praxis feststellen.

Was war für dich die größte Herausforderung?
Die tägliche Betreuung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, weil ich bei vielen Fragen sehr auf die Hilfe meiner Kolleginnen und Kollegen angewiesen war und selbst nicht sofort weiterhelfen konnte.

Was war dein Highlight?
Insgesamt habe ich die familiäre Arbeitsatmosphäre bei Lindt & Sprüngli sehr schätzen gelernt. Bezüglich meiner Tätigkeiten durfte ich ein kleines Projekt selbstständig organisieren und planen. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich konnte mein „Organisationstalent“, Engagement und meine Zuverlässigkeit nochmal unter Beweis stellen.

Was hast du mitgenommen?
Ich konnte im Laufe meines Praktikums sehr viele fachspezifische Kenntnisse gewinnen sowie den Umgang mit SAP erlernen. Ich habe ein sehr positives Arbeitszeugnis erhalten und dadurch mein Selbstbewusstsein nochmal stärken können.  Außerdem konnte ich feststellen, dass mir die Arbeit sehr viel Spaß macht.

Würdest du wieder ein Praxissemester in solch einer epidemischen Lage machen?
Ich habe die epidemische Lage nicht wirklich als Nachteil wahrgenommen. Genauer gesagt habe ich dadurch die Möglichkeit erhalten, neben der Arbeit im Büro auch den Alltag im Homeoffice kennenzulernen. Daher würde ich mich rückblickend immer wieder für dieses Praktikum entscheiden.

Was kannst du anderen Studierenden für Tipps mit auf den Weg geben für ein Praxissemester?
Ich finde, dass der Berufsalltag sich sehr vom „Studentenleben“ unterscheidet und es sich immer lohnt frühzeitig einen Einblick zu gewinnen.

Wie ging es nach dem Praxissemester für dich weiter?
Nach Beendigung des Praxissemesters habe ich die Möglichkeit erhalten, eine praxisorientierte Bachelorarbeit in Kooperation mit Lindt & Sprüngli zu schreiben. Aktuell stehe ich kurz vor meinem Kolloquium.

Interview: Alina Pochat