"Jeder Tag ist anders und man lernt etwas Neues." - Praxissemester bei Lindt & Sprüngli

Marketing, Controlling, Personalwesen, BPL, Rechnungswesen… Wer Betriebswirtschaftslehre studiert, hat die Qual der Wahl. Denn kaum ein Studienfach ist so vielfältig und bietet so viele Berufsmöglichkeiten wie die Betriebswirtschaftslehre. Ein Praktikum während des Studiums stellt dabei eine gute Möglichkeit dar, um herauszufinden, wo die eigenen Stärken liegen und welches Berufsfeld am meisten Spaß macht. Außerdem ist es eine gute Gelegenheit, um das im Studium erworbene Wissen auf Praxistauglichkeit zu testen. Deshalb hat sich auch Chanjuthan Kajanthiran für ein Praxissemester entschieden, das er seit September 2017 bei den Chocoladenfabriken Lindt & Sprüngli absolviert. Von seiner Motivation und seinen Erfahrungen berichtet der 23-Jährige im Interview. 

Wieso haben Sie sich dafür entschieden, ein Praxissemester zu machen?

Das Praxissemester ist zum einen eine gute Möglichkeit, das im Studium erworbene theoretische Wissen praktisch anzuwenden, zum anderen bietet es einem die Möglichkeit, zu schauen, wo es nach dem Studium hingehen soll und erste Kontakte zu knüpfen. Man lernt eine Abteilung über einen längeren Zeitraum hinweg kennen und kann aktiv in einem Unternehmen mitwirken. Alle Professorinnen und Professoren, die ich bisher im Studium kennengelernt habe, empfehlen, praktische Erfahrungen in Form eines Praktikums zu sammeln. 

Wie ist das Praktikum bei der Firma Lindt & Sprüngli zustande gekommen?

Bei der Veranstaltung „Business Insights“ am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften habe ich mir den Vortrag von Dirk Ungnade angehört, der Absolvent des Fachbereichs ist und nun als Personalleiter des Aachener Werks bei Lindt & Sprüngli arbeitet. Der Vortrag über seinen Werdegang und sein Tätigkeitsfeld hat mir sehr gut gefallen und ich habe mich im Anschluss noch mit ihm unterhalten. Ein persönliches Gespräch, eine Bewerbung und ein Vorstellungsgespräch später sitze ich jetzt hier. 

In welcher Abteilung absolvieren Sie das Praktikum? 

Ich arbeite seit zwei Monaten im Key-Account-Management bei Lindt & Sprüngli. Das Team besteht aus 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Was sind Ihre Aufgaben?

Beim Key-Account-Management geht es um die Betreuung von Schlüsselkunden. Meine Aufgabe ist es, genau da mitzuhelfen und Kreativität einzubringen. Ich unterstütze zum einen unser Back-Office bei operativen Tätigkeiten, wie der Auftragseingabe, den Listungsprüfungen oder auch bei Umsatzauswertungen. Darüber hinaus gewinne ich einen spannenden Einblick in strategische Projekte unserer Key-Account-Manager, wie zum Beispiel der kundenspezifischen Jahresplanung oder die Einführung von Neuprodukten.

Was gefällt Ihnen an der Arbeit besonders gut?

Ich wollte immer wissen, wie der Vertrieb funktioniert und das sehe ich hier in vollem Umfang. Außerdem gefällt mir bei der täglichen Arbeit bei Lindt & Sprüngli, dass man hier als gleichwertiger Mitarbeiter angesehen wird. Besonders viel Spaß hat mir eine Mitfahrt beim Außendienst gemacht. Man sieht dann direkt vor Ort beim Kunden, wie die Schokolade angenommen wird und das ist sehr interessant. Da ich selbst Fan von der Lindt-Schokolade bin, macht es mir sehr viel Spaß die Marke zu vertreten.

Welche Eigenschaften braucht man als guter Key Account Manager?

Leidenschaft für die Marke und Produkte, rhetorische Fähigkeiten, Begeisterungsfähigkeit, ein offenes Wesen und Feingefühl im Umgang mit Kunden sind meiner Meinung nach Eigenschaften, die notwendig sind, um als Key Account Manager erfolgreich zu sein. Ich glaube, man muss für die Sache brennen, die man vertritt, nur dann kann man sie glaubhaft weitergeben.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie aus?

Eigentlich gibt es keinen typischen Tag. Jeder Tag ist anders und man lernt etwas Neues. 

Können Sie Ihr Wissen aus dem Studium anwenden?

Auf jeden Fall. Grundsätzlich das betriebswirtschaftliche Verständnis, aber auch die ganz individuellen Tipps von unseren Professorinnen und Professoren helfen mir im Praktikum. Die Vertiefung Vertriebsmanagement von Herrn Prof. Pietsch und Herrn Harling hat mir geholfen zu verstehen, wie der Vertrieb funktioniert. Um zu sehen, wie es in der realen Wirtschaftswelt abläuft, muss man aber auf jeden Fall selbst einmal im Betrieb gewesen sein.

Würden Sie anderen Studierenden empfehlen, ein Praktikum zu absolvieren?

Definitiv. Ich erinnere mich an viele Gespräche mit Kommilitonen, die die Sorge geäußert haben, direkt nach dem Studium in einen Full-Time-Job zu gehen. Das Praktikum nimmt mir im Moment ein wenig die Angst, weil es dabei hilft, sich mit den Arbeitsabläufen vertraut zu machen. Außerdem ist es eine Win-Win-Situation. Ich lerne das Unternehmen kennen und das Unternehmen lernt mich kennen. Bei Lindt & Sprüngli sehe ich tolle Beispiele, wie nach dem Praktikumsverhältnis ein weiteres Arbeitsverhältnis zustande gekommen ist. Das motiviert und zeigt, welche Wertschätzung mir als Praktikant bei Lindt & Sprüngli zukommt. 

Wie geht es nach dem Praxissemester für Sie weiter?

Nach dem Praxissemester komme ich wieder an den Fachbereich zurück und schreibe meine Bachelorarbeit. Danach bin ich mit dem Bachelorstudium fertig.

Interview: Verena Vierhaus 

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