Studienzweifler/innen berichten

Wie ergeht es anderen Studierenden mit Studienzweifeln? Welchen Weg sind sie gegangen? Was hat ihnen geholfen? Manchmal tut es gut zu sehen, dass man mit Studienzweifeln nicht alleine ist und Erfahrungen anderer Studierender können zudem Ideen und Impulse für die eigene Entscheidung geben.


 

Aufzeichnung Livestreaming-Event „Fuck Up Stories Aachen – Student Edition“ (19.11.2020)

Studienzweifler und Studienzweiflerinnen berichten live (fhac.de/FUSAachen/Live)

Studienzweifel gehören für viele zu Studium dazu. Doch es ist nicht immer leicht sich einzugestehen, dass es vielleicht nicht gut läuft. Um anderen Mut zu machen und zu zeigen, dass man nicht allein damit ist, haben vier ehemalige Studienzweifler/innen im Rahmen unser Fuck Up Stories Aachen – Student Edition am 19.11.2020 von ihren Zweifeln, ihrem Umgang damit und ihrem weiteren beruflichen Weg erzählt. Die Aufzeichnung findet ihr unter diesem Link.

Wollt ihr uns auch gerne eure Geschichte erzählen und anderen damit Mut machen? Dann meldet euch bei uns unter zas(at)fh-aachen.de.

Die Veranstaltung war eine Kooperationsveranstaltung des Netzwerks Fuck Up Stories Aachen.


Studienzweifel, Studienwechsel und Studienausstieg

„Wie bin ich hier gelandet? “

Ich wollte immer an der Universität studieren, aber als ich merkte, dass ich dort fehl am Platz war, fand ich erst durch Zufall meinen Traumstudiengang an der FH Aachen. 

Die ganze Story erfährst du hier.

„Warum Umwege nicht immer schlecht sind“

Wenn ich zurückblicke, kann ich sagen: Der Weg zum Ziel ist eine Herausforderung. Manchmal läuft man Umwege, aber es zahlt sich immer aus, für seine Träume zu arbeiten und dabei offen für neue Erfahrungen zu bleiben.

Die ganze Story erfährst du hier

„Frag` dich regelmäßig, warum du es machst.“

Nur die wenigsten Personaler zählen Semester, die Arbeitserfahrung neben dem Studium ist meine  Erfahrung nach viel wert. Auch muss man vorher nicht immer wissen, wohin der Weg führt. Vieles ergibt sich, wenn man offen ist und der eigenen Intuition vertraut.

Die ganze Story erfährst du hier.

„Nach 21 Semestern durch KopfHerzen zum Mentalitäter“

Auch wenn ich nie als Ingenieur im klassischen Sinne arbeiten möchte, habe ich trotzdem viel an Techniken und Fähigkeiten gelernt, die mir jetzt nützen. Obwohl der Weg hart war, so war er im Rückblick doch notwendig, um jetzt da zu stehen, wo ich heute stehe. 

Die ganze Story erfährst du hier.

„Der (schwere) Schritt zurück wurde für mich zum Anlauf"

Mein Vater ist Akademiker, meine WG-Mitbewohner studierten alle erfolgreich. Und ich? Wie sollte ich mir vor eben diesen Menschen eingestehen, dass ich im Studium bereits nach dem ersten Semester (meiner Meinung nach) gescheitert war?

Die ganze Story erfährst du hier

„Ich bin an meinen Studienzweifeln gewachsen"

 

Ich bekam eine Absage für mein Wunschstudienfach und fing an etwas anderes zu studieren. Dadurch überkamen mich schnell Zweifel an meiner Studienwahl. Jetzt bin ich froh, dass ich bei meinem Studienfach geblieben bin, obwohl es nicht in meinem Masterplan gepasst hat.

„Nach meinem Abitur stellte ich mir die Fragen: Studieren – Ist das überhaupt was für mich? Oder studiere ich nur, weil man das halt so macht nach dem Abi?“

Was ich aber wusste: Ich hatte vom Lernen erst mal genug. Ich ging also nicht direkt ins Studium über, sondern absolvierte ein Jahr Bundesfreiwilligendienst in einem Veranstaltungshaus. Ich hoffte so herauszufinden, ob ich studieren wollte oder nicht. Im Endeffekt war ich nach dem Abschluss meines BFD im September 2015 genauso schlau wie vorher.   

Ich hatte immer im Kopf gehabt, in die Richtung PR oder Journalismus zu gehen. Ich fing an zu recherchieren. Dabei fand ich heraus, dass es keine große Rolle spielt, welches Fach man studiert, da man meist als Trainee oder Volontär einsteigt. Deshalb habe ich mich einfach an diversen Unis in meinem Umkreis beworben. 

Für das Wintersemester bekam ich eine Zusage für Germanistik als Hauptfach an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Eigentlich wollte ich Kommunikations- und Medienwissenschaft als Nebenfach studieren, wofür ich aber leider keine Zusage bekam. Ich war enttäuscht und frustriert. Keine Zulassung für mein Wunschfach, und was mache ich jetzt? Ich dachte mir damals: „Einfach mal anfangen, alles Weitere ergibt sich schon und wechseln kann ich nach dem ersten Semester immer noch.“

Ich fing an zu studieren und wählte stattdessen Informationswissenschaft als Nebenfach dazu. Mir erschien diese Kombination als zweitbeste Lösung, da ich es als ein zukunftsgerichtetes Fach ansah, welches die Basics von Webdesign, Programmieren, Wissensspeicherung und Verbreitung, Suchmaschinen und diversen Online-Formaten vermittelt.  

Die ersten zwei Semester vergingen wie im Flug. Ich besuchte Seminare in Germanistik, die mich interessierten und ich hatte Spaß am Studium. 

In meinem Nebenfach lief es jedoch anders. Ich wusste von der ersten Veranstaltung an, dass es arbeitsintensiver wird als mein Hauptfach. Es fielen Begriffe wie Natural Language Processing, Crawler und Textstatistik. Ich war verunsichert und wusste nicht, ob ich die richtige Wahl getroffen hatte. Ich blieb aber erst einmal dabei. So schnell wollte ich nicht aufgeben.  

Ich besuchte alle Veranstaltungen und verstand nur so halb, worum es eigentlich ging. Nach den ersten beiden Semestern sollte eine Klausur, über alle fünf Veranstaltungen des ersten Moduls, geschrieben werden. Ich stand vor einem Berg an Vorlesungs- und Seminarfolien, wusste gar nicht, wo ich anfangen sollte und fing viel zu spät an zu lernen. Von älteren Studierenden hatte ich gehört, dass diese Klausur sehr schwer sein sollte und die meisten sie erst im zweiten Versuch bestehen. Ich ging in die Klausur mit der Absicht, mir nur den Aufbau anzugucken. Nach der Klausur wusste ich, dass es nicht ideal gelaufen ist. Nun hieß es warten.  

In den Semesterferien überkamen mich immer mehr Zweifel an meiner Studienwahl. Denn im Hinterkopf hatte ich immer noch das andere Nebenfach.

Durch mein Hauptfach wusste ich jetzt wenigstens, dass ein Studium das Richtige für mich ist. Aber an meinem Nebenfach zweifelte ich.

Ich fing an ernsthaft über einen Nebenfachwechsel nachzudenken. Ich sprach viel mit meinen Freunden über ihre Studienwahl und merkte, dass ich nicht die Einzige mit Studienzweifeln war. Das machte mir Mut. Gleichzeitig wechselten Freunde von mir ihr Nebenfach schon zum wiederholten Male. Mir wurde klar: Es ist kein Versagen, wenn man nicht von Anfang im richtigen Studienfach landet. 

Ich informierte mich weiter im Internet welche Studiengänge zu meinen Interessen passen könnten. Ich sprach mit Kommilitonen, die mein Wunschnebenfach studierten Ich machte mir Pro- und Contra-Listen zu meinem aktuellen Studium und den potenziellen neuen Studienfächern. Ich sprach viel mit meiner Familie. Vor allem meine Oma und meine Tanten sagten mir alle das gleiche: „Mach doch erst mal fertig, dann hast du wenigstens was in der Hand. Danach kannst du immer noch was anderes machen!“. 

Diese Antwort war nicht das, was ich hören wollte. Sollte ich wirklich drei Jahre meiner Zeit mit einem Studium verschwenden, das nichts für mich ist? Um danach noch ein Bachelorstudium zu machen, welches dann hoffentlich besser zu mir passte? Nein, das ergab für mich überhaupt keinen Sinn.

Auf den letzten Drücker bewarb ich mich für Kommunikations- und Medienwissenschaft als Nebenfach. Nun wartete ich also auf mein Klausurergebnis und hoffte auf eine Zusage für ein neues Nebenfach. Ich wartete und wartete, die Zusage kam leider nicht. Das Klausurergebnis irgendwann aber schon.

Ich hatte bestanden. Der schwerste Teil war also geschafft. Ich blieb erstmal bei meiner Studienkombination. Zwar war ich etwas enttäuscht, dass ich keine Zusage bekommen hatte, aber ich konnte es zum nächsten Wintersemester noch einmal versuchen.

Ich besuchte weiter ganz normal meine Seminare nach dem Musterstundenplan und die Note in der Klausur hatte meinen Ehrgeiz geweckt. Die Seminare des zweiten Moduls fingen an mir Spaß zu machen. Programmieren, Webdesign und die praktischeren Seminare weckten mein Interesse. Nach dem vierten Semester gab es wieder eine Abschlussprüfung. Ich hatte aus meinen Fehlern gelernt, machte mir einen Lernplan, fing früher an zu lernen und war mit viel Ehrgeiz dabei. Ich legte die Prüfung ab und war mit dem Ergebnis sehr zu frieden.

Ich überlegte dennoch, ob ich mich noch einmal für das andere Nebenfach bewerben sollte. Tat es dann aber nicht.

Ich blieb bei meinem Nebenfach. Während des dritten und vierten Semesters hatten sich meine Zweifel in Luft aufgelöst.

Dadurch, dass ich mich richtig in mein Nebenfach eingearbeitet hatte, machte es mir Spaß. Die kommenden Seminare wie Instagram Forschung, Informationelle Urbanistik und Informationsmärkte hörten sich für mich sehr spannend und zukunftsweisend an.

Ich habe gelernt: Manchmal muss man einfach dabeibleiben, auch wenn man unsicher ist, um herauszufinden, was man eigentlich will.

Ich bin froh, dass ich bei meinem Studiengang geblieben bin. Jetzt weiß ich, dass ein Studium die richtige Entscheidung für mich war. Es hat mir sehr geholfen mit meinen Freunden und meiner Familie zu sprechen. Am Ende bin ich bin an meinen Studienzweifeln gewachsen.

Ein Blogbeitrag mit freundlicher Genehmigung von Next Career

„Auch auf Umwegen kannst Du ans Ziel kommen"

Florian hat Technikjournalismus und PR an der Fachhochschule Sankt Augustin studiert – aber nach zwei Semestern ist er mit sich und dem Studium unzufrieden. Next Career sprach mit ihm über seine Erfahrungen und seinen Weg nach dem Studium.

Das Ziel war seit dem Abitur eigentlich immer sehr klar: Ich will im Marketing arbeiten und ein Studium soll mich dorthin führen. Der Weg gestaltete sich bis dahin aber etwas schwieriger als zuerst angenommen. Denn trotz meiner hohen Motivation, bekam ich zuerst gar keinen Studienplatz: Die Absage für einen Platz in Köln für das Fach Medienmanagement im Herbst 2016, kurz nach dem Abi, war ein herber Schlag.

Also folgte ein Jahr, in dem ich meinen Lebenslauf mit allen möglichen Nebentätigkeiten zu füllen versuchte. Ich half an meiner alten Schule in den Flüchtlingsklassen aus und wurde in der Jugendpresse aktiver. Dann kam endlich die nächste Chance, mich auf einen Studienplatz zu bewerben.

Diesmal sollte, musste es funktionieren. Ich sagte mir, dass ein weiteres Jahr ohne Studienplatz für meine Zukunftsaussichten sehr unvorteilhaft wären. Letzten Endes bekam ich tatsächlich einen Studienplatz: Technikjournalismus und PR an der Hochschule Sankt Augustin.

Praktisches erstes Semester, dann die Enttäuschung

Im ersten Semester gestaltete sich das Studium sehr spannend und praktisch. Wir konnten viel in eigener Regie arbeiten und schreiben. Dass Vorlesungen wie Mathematik und Physik ebenfalls im Plan standen, störte mich vorerst nicht weiter. Doch mit dem Ende des ersten Semesters kamen die ersten Zweifel auf: „Führt mich dieses Studium wirklich zu dem Ziel, an das ich gelangen will?“

Zu Beginn des zweiten Semesters folgte die komplette Ernüchterung, als der Studienfokus sich mehr auf Vorlesungen verschob und die Praxis der Theorie weichen musste. Das Ganze bekräftigte mich in meinem Zweifel daran, ob das Studium der richtige Weg für mich war.

Umwege waren für mich nichts Unbekanntes, ich hatte schon den ein oder anderen bereits hinter mir. Doch jetzt war ich mir absolut sicher, dass es um meine berufliche Zukunft ging. 21 Jahre alt, ein Jahr nach dem Abitur ohne Studium oder Ausbildung und dann nach einem weiteren Jahr im Begriff das Studium abzubrechen. Das las sich in meinem Kopf wie ein Horrorszenario für jeden potenziellen Arbeitgeber. Also wendete ich mich an die Bundesagentur für Arbeit für eine Jobberatung. Was könnte ich später mit meinem Studium anfangen und welche Alternativen gibt es? Noch während des ersten Gesprächs verlagerte sich der Fokus vom Studium auf eine Ausbildung.

Beratung bei der Agentur für Arbeit half weiter

In der Beratung wurde mir schnell klar, dass es die praktischen Teile in einer Ausbildung oder Arbeit sind, die mich wirklich fesseln und motivieren.

Vor meinem Abitur hatte ich, wenn überhaupt, nur nebenbei an Ausbildungen gedacht, sie aber nie als echte Alternative zum Studium betrachtet. Nach einem weiteren Beratungsgespräch war es dann entschieden: weg vom Studium und hin zur Ausbildung. Es sollte eine Ausbildung werden, in der ich mein Ziel, im Marketing zu arbeiten, weiterverfolgen konnte. Die Auswahl fiel schließlich auf die Ausbildung zum Kaufmann für Marketingkommunikation.

Ich schrieb also die ersten Bewerbungen und erhielt schon bald die ersten positiven Rückmeldungen. Es folgten Bewerbungsgespräche und Probetage. Die positiven Rückmeldungen bekräftigten mich in der Überzeugung, diesmal den richtigen Weg gewählt zu haben.

Aber es braucht letzten Endes immer viel Mut, einen solchen Schritt zu gehen und er ist immer mit Arbeit verbunden. Aber wenn man in seinem Studiengang unzufrieden ist, ist es nur vernünftig nach neuen Möglichkeiten zu suchen. Manchmal führen die Umwege doch ans Ziel. Vielleicht sind sie zum Teil auch genau das, was ich gebraucht habe, da ich dadurch in vielen verschiedenen Bereichen Eindrücke und Erfahrungen sammeln konnte.

Ein Blogbeitrag mit freundlicher Genehmigung von Next Career

„Mein Glück ist wichtiger als meine Leistungen"

Wenn man mich früher gefragt hat, was ich später mal machen möchte, habe ich immer geantwortet: schreiben.Deutsch war in der Schule mein Lieblingsfach; dass ich nach dem Abitur Germanistik studieren möchte, stand schon früh fest.

Und nein – nicht auf Lehramt. Was ich genau damit machen wollte, war zunächst einmal zweitrangig, ich war mir sicher: Wenn ich mein Studium erst einmal gut abgeschlossen habe, werde ich schon einen Beruf finden, der mich erfüllt.

An meiner Wunschuniversität kann man Germanistik nur als Zwei-Fach-Bachelor studieren und so muss ein zweites Studienfach her. Ich entscheide mich für Anglistik: Englisch fiel mir in der Schule nie schwer und so habe ich die Möglichkeit, mich auch in meinem Zweitfach mit Literatur zu beschäftigen.

Neben dem Studium muss ich mein Latinum nachholen, was ich eher als Qual und nicht als Erkenntnisgewinn betrachte. Um die Freude am Studium nicht zu verlieren, belege ich neben den Lateinkursen hauptsächlich Vorlesungen und Seminare in der Germanistik, Anglistik bleibt auf der Strecke.

Viele Kommiliton*innen, mit denen ich angefangen habe zu studieren, schließen ihre Module schneller ab als ich, man begegnet sich nur noch ab und zu auf dem Korridor.

Dort sprechen sie British oder American English oder haben sich in ihrem Auslandssemester einen schottischen oder australischen Akzent zugelegt – ich spreche einfach Englisch. Und das auch nicht in meiner Freizeit mit meinen ebenfalls deutschen Mitstudierenden. In den Einführungskursen mache ich gefühlt das Gleiche wie in meinem Wunschfach – nur jetzt eben noch einmal auf Englisch. In den weiterführenden Seminaren weiß ich teilweise nicht mehr, wovon eigentlich die Rede ist. Zunehmend fühle ich mich unwohl, fehl am Platz, wie eine Außenseiterin.

Im vierten Semester falle ich dann in einer Klausur durch, für die ich viel gelernt habe. Ein Portfolio, das ich einreiche, wird für ungenügend befunden. Ich bin es nicht gewohnt, schlechte Noten zu bekommen, geschweige denn in einer Prüfung durchzufallen. Aus dem Unwohlsein und den anfänglichen Zweifeln an der Studienwahl erwachsen handfeste Selbstzweifel, Scham und Minderwertigkeitsgefühle.

Wieso schaffe ich das nicht? Bin ich nicht gut genug? Sollte ich mein Studium abbrechen?

In dieser Zeit rede ich viel mit meinen Eltern und meinen Freunden, doch die Gespräche drehen sich oft im Kreis. Sie spüren, dass es mir nicht gut geht, wissen jedoch nicht, wie sie helfen können. Die Entscheidung, ob ich mein Studium abbreche, liegt letztendlich bei mir allein.
Zu Beginn des neuen Semesters höre ich auf mein Bauchgefühl und informiere mich über Studienfächer, die man an meiner Universität in Kombination mit Germanistik studieren kann. Denn wieso sollte ich mein Wunschstudium aufgeben, nur weil mein Nebenfach nicht mehr zu mir passt? Schnell finde ich einen Studiengang, der mein Interesse weckt und organisiere mir – ganz unverbindlich – einen Termin bei der Studienberatung vor Ort. Ob ich den Schritt tatsächlich wage und mich umschreibe, kann ich dann immer noch entscheiden. Zunächst einmal ist es mir wichtig, eine Alternative und mit dieser wieder eine Wahl zu haben. Das Gespräch läuft gut. Ich erzähle sogar von meinen Selbstzweifeln und den Versagensängsten, die mich seit den letzten Prüfungen verfolgen. Und meine Sorgen werden im Beratungsgespräch aufgenommen und in eine neue Richtung gelenkt.

Es geht nicht länger darum, ob ich gut genug bin, sondern darum, ob mich mein gegenwärtiges Studium glücklich macht.

Nach dem Gespräch ist schnell klar: Ich will nicht länger Anglistik studieren, ich möchte einen Neuanfang. Im besten Fall ein Zweitfach, das an meine früheren Interessen anschließt und meinen Kompetenzbereich erweitert; etwas im sozialen Bereich. Ich entscheide mich für Bildungswissenschaft. Dies bedeutet, dass ich länger für mein Bachelorstudium brauchen werde. Dass ich in dem zweiten Studienfach wieder von vorn beginne und einige Semester nur damit verbringe, in diesem Fach so viele Veranstaltungen wie möglich zu belegen. Doch das Studium macht mir wieder Spaß. die Atmosphäre in den Kursen ist entspannt, die Diskussionen sind offen gehalten und fern vom Leistungsdruck. Ich diskutiere mit, lerne viel Neues dazu und meine Kommiliton*innen richtig kennen. Letztendlich schließe ich mein Studium nicht nur mit Erfolg, sondern auch mit einem guten Gefühl ab.

Wenn ich heute an diese Zeit zurückdenke, dann ist da nicht mehr viel Bitterkeit – vielleicht ein kleines Zwicken in der Magengegend und die Erleichterung, diese schwere Phase überstanden zu haben. Aber da ist kein Schmerz mehr, keine Selbstzweifel, kein Bereuen.

Und wenn ich in Zukunft in eine ähnliche Situation gerate, dann weiß ich, dass ich gut genug bin und vielleicht einfach etwas finden muss, das besser zu mir passt. Zweifel sind zwar unangenehm, aber oftmals sinnvoll, denn sie bringen uns dazu, unsere gegenwärtige Situation zu hinterfragen, eine falsch eingeschlagene Richtung zu korrigieren und neue Wege zu gehen.

Ein Blogbeitrag mit freundlicher Genehmigung von Next Career


Weitere Erfahrungsberichte aus erster Hand

Bei Next Career findest du weitere spannende Blog- und Vlog-Beiträge. In diesen berichten Studierende, wie sie durch die Projekte vor Ort Unterstützung in ihrer Entscheidungsfindung bekommen haben. Ob Studienzweifel, Studienwechsel oder Studienausstieg - alles ist dabei.