Erfolge

Gründerteams, gegründete Unternehmen, gewonnene Wettbewerbe, Preise…


Hier findest Du die Geschichten, die dahinter stehen.

Gründen nach dem Communication and Multimedia Design-Studium (CMD) - tiftapp

Bild: Christoph Bresler

Ein Studiengang – viele Möglichkeiten | Gründen nach dem CMD‐Studium

Die logische Evolution des menschlichen Berufslebens stellen sich die meisten wie folgt vor: Schule,
Uni und schließlich der Einstieg in den Beruf. Während bei vielen Studiengängen klar ist, welche
Berufswahl auf das Studium folgt, gibt es auch fächerübergreifende Studiengänge, bei denen das
nicht eindeutig definiert ist. Communication and Multimedia Design (CMD) an der FH Aachen ist
dafür ein Musterbeispiel. Der Studiengang vermittelt technische, wirtschaftliche, gestalterische und
journalistische Kenntnisse. Vielen Studierenden fällt es schwer, sich für einen Schwerpunkt zu
entscheiden. Was kommt nach dem CMD‐Studium? Wo finde ich eine Anstellung?

„Eine Anstellung finden? Das will ich doch auch gar nicht!“ Julian hat sich entschlossen, einen
anderen Weg zu gehen. Für ihn ist die Antwort auf die Frage klar: Was kommt nach dem CMDStudium?
Gründen! Ein eigenes Unternehmen zu gründen, ist unter den CMD‐Studierenden
zweifelsfrei nicht die erste Idee zu Studienbeginn. Der ein oder andere spielt mit dem Gedanken, als
selbstständiger Entwickler oder freiberuflicher Designer tätig zu sein. Viel seltener ist es aber, eine
eigene Produktidee als Entrepreneur umzusetzen.
Julian, Christian, Julien und Christoph sind vier Absolventen des Studiengangs. Ein Praktikum, eine
Festanstellung oder ein Master‐Studium kommen für die vier vorerst nicht in Frage. Sie möchten ein
Technologie‐Startup gründen. „Unser Software‐Produkt ‚tift‘ wurde für den Mittelstand entwickelt
und soll bis zum Sommer 2015 marktreif sein“, sagt Christian, der für die Produktentwicklung
verantwortlich und froh ist, sich auch wirtschaftliche Kenntnisse angeeignet zu haben. Mit
intelligenter Schichtplanung vereinfacht das Team die mühselige Personalplanung in
Schichtbetrieben. Auf Knopfdruck erstellt ‚tift‘ mithilfe eines Algorithmus vollständige Einsatzpläne.
Die Gründer erwartet damit eine Zeitersparnis von 80 Prozent für die Planer und zufriedenere
Mitarbeiter durch faire Schichtzeiten. Mit einer 20‐seitigen Ideenskizze haben die vier sich noch
während der Bachelorarbeit für ein Gründerstipendium erfolgreich beworben. Mit EXIST, einem
Förderprogramm für Gründungsinteressierte, erhalten sie ein Jahr lang Unterstützung vom
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Das ermöglicht jungen Menschen mit
Gründungsideen, die Zeit zu überbrücken, in der sie einen Businessplan schreiben und das Produkt
entwickeln, ohne sich um die Finanzen sorgen zu müssen. Auch die Alternative, sich frühzeitig in die
Abhängigkeit von Investoren zu begeben, umgehen die Stipendiaten auf diese Weise.
„Vielleicht hätten wir auch ohne CMD einen Gründungsplan entwickelt, aber durch unser Studium ist
es uns mit Sicherheit leichter gefallen“, sagt Christoph. „Wir sind keine Journalisten und auch keine
spezialisierten Informatiker, aber wir haben gelernt, Texte zu schreiben, Marketingmaßnahmen zu
entwickeln, unsere Projekte zu planen und unsere Ideen nutzergerecht zu gestalten.“ Nur
Grundlagen, möchte man meinen, aber genau diese Kenntnisse scheinen beim Entrepreneurship
notwendig zu sein. „Selbst wenn Christian und Julien das Produkt technisch umsetzen, haben wir
durch den Studiengang ein grobes Verständnis von der Technik und können mitreden“, so Julian.
Bei ihrem Vorhaben hat sich das Konzept des Studiengangs bewährt. Nicht nur das Fach als solches,
auch die kleinen Projektgruppen und die Nähe zu den Professorinnen und Professoren helfen den
Studierenden dabei, sich in dieser Gründungssituation nicht fremd zu fühlen. „Wir konnten jederzeit
unsere Professoren ansprechen und um Rat fragen. Besonders wichtig war das, bevor wir unsere
Ideenskizze beim Ministerium eingereicht haben“, sagt Julian. Darüber hinaus hat die FH Aachen das
angehende Gründerteam mit dem Hochschulprojekt „TRACE“ in Kooperation mit der RWTH Aachen
unterstützt. Christian, Christoph und Julian besuchten während der Studienzeit
Wirtschaftsvorlesungen anderer Fachbereiche und bildeten sich selbstständig weiter. „Auch das war
richtungsweisend für uns, weil wir uns früh mit anderen Gründern auseinandersetzen konnten",
meint Christoph. Wer jedoch behauptet, CMD sei ausschließlich ein Studium für Gründer, liegt falsch.
Es gibt genügend Erfolgsgeschichten von Absolventen in Festanstellungen. In Köln, München und
Berlin oder eben in Aachen haben Studierende auch anderweitig ihre Herausforderungen in
Designagenturen oder Entwicklerteams gefunden. Interdisziplinär sei der Studiengang, heißt es so
schön. Es ist eben von allem ein bisschen. Das muss nicht verkehrt sein. „Es kommt letztlich darauf
an, was du daraus machst“, meint Julian und ist sich sicher, nach seiner Ausbildung mit CMD den
richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Sich nicht entscheiden zu wollen, ist nun mal auch eine
Entscheidung.

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PhoenAIX – Die modulare Transportdrohne

Die weltweit rasant fortschreitende Entwicklung des Marktes für unbemannte Fluggeräte bietet großes Potenzial für Wachstum und Wertschöpfung. Unbemannte Fluggeräte, d. h. fliegende Systeme ohne Besatzung an Bord, können durch die Miniaturisierung von elektronischen Komponenten wesentlich günstiger, kleiner und dabei effizienter ausgelegt werden als bemannte Lösungen. Dabei sind sich viele Unternehmen über das tatsächliche Potential dieser Technologie noch gar nicht bewusst.Deshalb möchten wir ein Unternehmen schaffen, welches das gesamte Spektrum an Leistungen der unbemannten Luftfahrt anbietet. Ob es um die Entwicklung, die Produktion, den Verkauf, die Wartung, den Betrieb oder die Schulung geht, wir werden der „Single Point of Contact“ sein, dem sich unsere Kunden anvertrauen können. Wir sind zwei - mit Preisen ausgezeichnete - Ingenieure der Luft- und Raumfahrt, die seit Jahren erfolgreich im Bereich der Entwicklung unbemannter Flugsysteme zusammenarbeiten. Wir verstehen uns sowohl als Hersteller von unbemannten Fluggeräten (Drohnen), als auch als Anbieter kundenspezifischer Dienstleistungen. Neben dem Verkauf unserer eigenen Drohne „PhoenAIX“ werden wir Auftragsflüge, sowie individuelle Produktentwicklung entsprechend der Vorstellung des jeweiligen Kunden anbieten. Eine solch breite Aufstellung ermöglicht uns eine großflächige Positionierung am Markt und hat für unsere Kunden den entscheidenden Vorteil, dass wir als alleiniger Ansprechpartner für den ganzheitlichen Einsatz von unbemannten Fluggeräten zur Verfügung stehen.

Wir möchten mit unseren Produkten einen Beitrag zur Neuausrichtung des Logistikmarktes erreichen. Dabei zielen wir auf einen Markt ab, der aktuell noch in den Kinderschuhen steckt. Führende Analysten prognostizieren in den nächsten 15 Jahren allein in den USA bis zu einer Millionen Transportdrohnenflüge – am Tag! Analysten rechnen mit einem jährlichen Wachstum der Paketbranche zwischen 17 und 28% bis 2021!
Hier kommen wir ins Spiel: Ihr Kunde im ländlichen Raum verlangt eine Expresslieferung seiner Waren mit kürzesten Reaktionszeiten? –  Kein Problem! Unsere Drohne nimmt die Waren auf und fliegt sie zum Ziel. Dafür bedarf es keinerlei Infrastruktur, eine minimale Freifläche genügt. Klingt das jetzt etwas futuristisch? – Keinesfalls! Durch unsere Förderung im Rahmen des Wettbewerbs „STARTUP-Hochschul-Ausgründungen“ können wir einen Technologiedemonstrator konstruieren und die Funktionalität unseres Systems unter Beweis stellen. Noch ist der Markt für Transportflüge mit unbemannten Fluggeräten aufgrund der zu geringen Reichweite und Flugdauer von herkömmlichen Drohnen (z.B. Multicopter) unerschlossen. Aktuell ist der Betrieb solcher Flugsysteme nur von Experten möglich, die Drohnen sind unflexibel im Einsatz, und viele kleinere Unternehmen können sich keine eigens dafür abgestellte Abteilung leisten. Wir werden die Ersten sein, die für diesen Markt ein optimiertes Plattformsystem anbieten und die aktuellen Probleme durch eine innovative Kombination aus Multicopter und Flächenflugzeug lösen. Unser Flugzeug „PhoenAIX“ ist 25 kg schwer und hat eine Spannweite von 4,20 m. PhoenAIX kann auf Wunsch senkrecht starten und landen und transportiert – je nach Konfiguration – Nutzlasten zwischen 3 und 5 kg, bzw. ein Volumen von 31,5 Litern (das entspricht der Größe einer Weinkiste) über eine Strecke von mehr als 150 km. Dabei ist das System vollends auf einfache Handhabung und hohe Robustheit im Alltagsbetrieb ausgelegt. Hinzu kommt der voll modulare Aufbau: Der Kunde hat die Wahl unter mehreren Antriebssystemen und vor jedem Flug kann individuell entschieden werden, ob ein senkrechter Start nötig ist oder nicht. Ganz einfach per Plug & Play. Dabei übertrifft unser System die Flugleistungen vergleichbarer Produkte und bietet eine bisher unerreichte Flexibilität für jeden Kunden. Der Vorteil für uns: Wir nutzen nur ein Fluggerät, das sich schnell anpassen lässt und senken damit unsere Kosten. Momentan gibt es kein vergleichbares Produkt am Markt. Ähnliche Flugleistungen werden bislang nicht von vergleichbaren Systemen erzielt, und der Fokus auf optimale Anpassung an Kundenwünsche mit einem modularen Gesamtkonzept wurde von der Branche bis jetzt nicht umgesetzt.

Auf Erfolgskurs | FH-Absolvent Marcel Wirtz und Sven Barnick gründen das Start-up „Fuhrparkhelden“

Am Anfang steht die Idee. Aus einer alten Tuchfabrik im Frankenberger Viertel in Aachen soll ein kreativer Arbeitsraum für Menschen werden, die sich selbstständig machen möchten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielten die Tuchmacher in der Kaiserstadt eine bedeutende Rolle. Jetzt werden neue Produkte an dem historischen Ort entwickelt. Den sogenannten „Coworking Space“ stellen Sven Barnick und Marcel Wirtz zur Verfügung, die das Start-up „Fuhrparkhelden“ gegründet haben. „Unser Unternehmen wächst. Den Platz werden wir irgendwann brauchen, bis dahin vermieten wir die Räume und die Büromöbel“, erklärt Marcel, „außerdem können wir uns so mit den anderen Gründern austauschen und uns gegenseitig unterstützen“, fügt Sven hinzu.
Seit 2016 existiert das gründerfinanzierte Start-up „Fuhrparkhelden“. Die beiden Gründer lernten sich bei der Autovermietung Europcar kennen. Sven arbeitete als Vertriebsleiter und Marcel als selbstständiger Agenturpartner. „In den Gesprächen mit unseren Kunden fiel uns auf, dass die Frustration im Markt stark zunahm. Die Preisgestaltung und Schadensabwicklung der Autovermieter ist intransparent, Ausschreibungen rauben den Unternehmen wichtige Ressourcen, übergreifende Buchungstools müssen zugekauft werden und sind kostspielig. Auch die Dienstleistung am Kunden rückt bei den Anbietern eher in den Hintergrund“, sagt Marcel. Ein weiteres Manko sahen sie darin, dass Leistungen oftmals falsch abgerechnet werden. „Die Rechnungsprüfung ist sehr aufwendig und für Unternehmen teilweise unmöglich. Wir haben uns dann zusammengesetzt und darüber gesprochen, wie eine konkrete Lösung für diese Probleme aussehen könnte“, blickt Sven zurück, „wir dachten da zum Beispiel an einen vollautomatisierten Buchungs- und Abrechnungsprozess mit Rechnungsprüfung, der eine fehlerfreie und intuitive Gesamtabwicklung für den Kunden gewährleistet.“ So wurde aus einer Idee ein Konzept und ein Start-up wurde gegründet: die Fuhrparkhelden GmbH.

Rückschläge verkraften

Das Ziel war nicht nur eine Buchungsplattform zu entwickeln, sondern auch ein Tool zu generieren, das der Kundschaft einen unabhängigen Vergleich aller Reisedienstleistungen von Mietwagen, Flug, Hotel, Bahn und Taxi ermöglicht. „Doch der Weg zum Erfolg ist oftmals mit Hürden verbunden“, sagt Marcel, „da darf man sich auch bei Rückschlägen nicht unterkriegen lassen.“ Anfangs habe die Buchungsplattform nicht einwandfrei funktioniert und der Programmierer verließ das Unternehmen plötzlich. So musste alles neu konzipiert werden, „was Zeit und Geld kostet, und auch ein paar Nerven“, betont Sven. Doch an Herausforderungen wächst man bekanntlich. „Mittlerweile beschäftigen wir 14 Mitarbeiter, das Geschäft läuft und unsere Kunden sind sehr zufrieden“, sagen die beiden Gründer. Was die Fuhrparkhelden anderen Start-ups raten würden? „Gründet aus Leidenschaft, denn ihr braucht definitiv einen langen Atem und viel Energie! Und brennt für eure Idee und euer Unternehmen, denn - nur wer selbst brennt, kann Feuer in anderen entfachen.“  

Interesse zu gründen?

TRACE (Transforming Academic into Entrepreneurial Minds) ist ein Qualifizierungsprogramm für Gründerinteressierte an FH und RWTH Aachen mit dem Ziel, unternehmerische Fähigkeiten zu entwickeln und auf eine Karriere als Gründer oder Entrepreneur vorzubereiten. Derzeit befinden sich über 60 aktive Teilnehmerinnen und Teilnehmer im TRACE Programm - der größte Teil von der FH Aachen
Weitere Infos: Klick hier

Bambus – ein Multitalent auf der Überholspur | Start-UP „camboo“

Wenn man an Bambus denkt, könnten einem zunächst der dekorative Sichtschutz im Garten oder vielleicht die Sprossen im Asia-Restaurant in den Sinn kommen. FH-Absolvent Philipp Moritz ist überzeugt: „Das Gras kann noch viel mehr.“ Als die am schnellsten wachsende Pflanze der Welt und äußerst stabiles Konstruktions-Material ist das Gewächs ein richtiges Multitalent. Jetzt hat der ehemalige FH-Maschinenbaustudent mit zwei Bekannten das Start-UP „camboo“ gegründet, das den Fokus auf die Nutzung des Bambusrohrs als Konstruktionswerkstoff legt. Produziert werden daraus Rahmengestelle für Fahrräder, Rollatoren und demnächst auch Kinderwagen. Auf die Idee kam Philipp Moritz vor zwei Jahren, als er auf den US-Rahmenbauer Craig Calfee aufmerksam wurde, der schon länger mit dem Material experimentiert. „Bambus ist günstig, wächst extrem schnell und kann dementsprechend jährlich gefällt werden, ohne den Bestand zu gefährden“, erklärt Philipp Moritz. Außerdem speichere Bambus im Vergleich zu Bäumen wesentlich mehr CO2 und ermöglicht so eine Fertigung mit bisher unerreichten Umweltbilanzen.
Sein Motto: „Fahrradrahmen aus Carbon und Aluminium sind von gestern“. Nicht nur aus ökologischen Gründen beschäftigt er sich mit dem Gewächs - vor allem beeindrucke ihn die Bruchfestigkeit des Bambusrahmens. Inspiriert von dem Süßgras, hat Philipp Moritz sogar seine Bachelorarbeit an der FH Aachen über den Rohstoff geschrieben. Seine Professoren hätten ihn damals unter anderem dazu ermutigt, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Auf fachlicher Seite gilt sein Dank vor allem seinem ehemaligen Professor am Fachbereich Maschinenbau und Mechatronik, Prof. Dr. Stephan Kallweit, sowie für Prof. Dr. Markus Schleser, der ihm beim Thema Klebetechnik mit Rat und Tat zur Seite stand. Bei allen Fragen rund um das Thema Gründen hat er Unterstützung bekommen von Prof. Dr. Constanze Chwallek und Zexiong Yan (Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften/TRACE-Projekt) sowie von Silke Marczincik vom Innovationstransfer der FH.
Mittlerweile tüfteln Philipp Moritz und sein Team fleißig an neuen Kreationen rund um den Bambus. "Wir setzen auf ein B2B-Geschäftsmodell", erklärt der Maschinenbauer, "derzeit fertigen wir die Rahmen und beliefern damit die Fahrradfirmen, die daraus das Endprodukt herstellen." In der DigiChurch (ehemals St. Elisabeth) an der Jülicher Straße in Aachen haben sie dafür den perfekten Ort gefunden. Ein Zentrum für Aachens Start-Up-Szene.
Für die Gründer von camboo könnte es im Moment nicht besser laufen. „Natürlich kann sich der ein oder andere noch nicht vorstellen, wie es sich anfühlt, auf einem Bambusfahrrad zu sitzen. Aber sobald sie unser Fahrrad ausprobieren, sind sie vom komfortablen Fahrgefühl überzeugt“, sagt Philipp Moritz. Für viele sei aber auch der ökologische Aspekt als Kaufgrund entscheidend. „Bambus ist eben ein echtes Multitalent“, weiß der FH-Absolvent.
Interessierte können sich auf der Internetseite von camboo ein Bild von den Produkten machen: www.camboo.eu

Die Champions League des Schweißens | LaVA-X will das Laserstrahlschweißen im Vakuum etablieren

Schweißen, das hört sich nach harter Arbeit, Hitze und Dreck an. Nicht so bei LaVa-X: Wer Firmengründer Dr. Christian Otten in seinem Labor besucht, bekommt einen Eindruck davon, wie die Zukunft des Schweißens aussehen kann. „Wir haben eine Technologie zum Laserstrahlschweißen im Vakuum entwickelt“, sagt der junge Wissenschaftler. Dieses Verfahren ist nicht nur präziser und sauberer als etablierte Schweißmethoden, es ist auch deutlich umweltfreundlicher.
Das Werkstück, das bearbeitet werden soll, befindet sich beim LaVa-X-Verfahren in einer Vakuumkammer. Der Laserstrahl wird durch eine Art Bullauge in die Kammer geleitet. „Das ist das Herzstück unserer Entwicklung“, sagt Dr. Otten, „wir haben eine Methode entwickelt, bei der das Glas weder beschlägt noch verschmutzt, so kann der Laserstrahl sicher in die Vakuumkammer geleitet werden.“ Wenn der Schweißprozess im luftleeren Raum abläuft, kann die Leistung des Lasers etwa um ein Drittel reduziert werden. Mit einem 500-Watt-Laser erzielt die LaVa-X-Maschine derzeit eine Einschweißtiefe von 3 Millimetern - und das bei einer sehr sauberen Schweißnaht, es entstehen keine Poren oder Spritzer. „Unser Verfahren ist sehr gut geeignet, wenn es um hochwertige Fügeverbindungen geht“, betont Dr. Otten, als Beispiele nennt er Sensoren oder die Gehäuse von Herzschrittmachern. Das Vakuumschweißen spielt seine Vorteile auch dann aus, wenn unterschiedliche Werkstoffe verbunden werden sollen. Damit steht LaVa-X der boomende Markt des Selective Laser Melting, also der generativen Fertigung mit metallischen Werkstoffen, offen.
In Kooperation mit dem Team von Prof. Dr. Markus Schleser am Fachbereich Maschinenbau und Mechatronik der FH Aachen und dem Herzogenrather Unternehmen CleanLaser haben Dr. Otten und seine Kollegen die neue Technologie zur Marktreife gebracht. „Im Prinzip können wir da jetzt ein Preisschild drankleben“, sagt er. Das Geschäftsmodell von LaVa-X beruht aber nicht ausschließlich auf dem Verkauf von Maschinen, das FH-Spin-Off schweißt auch Produkte im Kundenauftrag.
Die erste Phase der Unternehmensgründung wurde durch das landesweite Förderprogramm „Hochschul-Start-Up NRW“ finanziert, für die aktuell laufende Phase zogen LaVa-X und die Hochschule eine Förderung im Rahmen des Exist-Programms an Land. Darüber werden nicht nur Sachinvestitionen mit 500.000 Euro bezuschusst, LaVa-X kann auch 4 feste Mitarbeiter und 2 wissenschaftliche Hilfskräfte beschäftigen. Im Rahmen der Exist-Förderung wird das junge Unternehmen sich – im wahren Sinne des Wortes – mit anderen Größenordnungen beschäftigen. „Wir wollen ein Verfahren entwickeln, mit der große Rohre für Gründungskonstruktionen von Offshore-Windkraftanlagen geschweißt werden können“, erklärt Dr. Otten. Das funktioniert natürlich nicht mehr in einer Vakuumkammer. Stattdessen wollen die LaVa-X-Mitarbeiter eine mobile Lösung entwickeln, die in einem Container an den Einsatzort gebracht werden kann. Die größte Herausforderung bei Anlagen dieser Bauart sei die Spaltüberbrückung. Bei Rohren von mehr als einem Meter Durchmesser sei es normal, dass die beiden zu verbindenden Stücke nicht plan aufeinanderliegen. Dieser Spalt müsse während des Schweißprozesses überbrückt werden; außerdem gelte es, das Vakuum aufrechtzuerhalten. Zum Einsatz kommen soll ein 12 Kilowatt-Laser, mit dem sich Einschweißtiefen von 50 Millimetern realisieren lassen. „Das bringt die FH Aachen in die Champions League des Laserstrahlschweißens“, sagt Dr. Otten, „denn alles, was wir hier in den Forschungsprojekten realisieren, gehört der FH“.

Weitere Informationen zum Unternehmen: https://www.lava-x.de/de/

innoVitro | Spin-off der FH-Aachen gewinnt AC²-Gründerpreis 2018

Am 7. Juni wurde unter der Schirmherrschaft von NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart der AC²-Innovationspreis Region Aachen verliehen. Zudem wurden auf der Veranstaltung die drei erfolgversprechendsten Businesspläne 2017/18 des AC² - Gründungswettbewerbs ausgezeichnet. Den ersten Preis des Gründungswettbewerbs – und damit verbunden 10.000 Euro Preisgeld – gewannen Peter Linder und Dr. Matthias Goßmann von der innoVitro GmbH. innoVitro ist ein Start-up der FH Aachen, die beiden Geschäftsführer sind Absolventen und ehemalige Mitarbeiter der FH Aachen. Eine hochkarätige Jury, der Innovationsexperten und Vertreter von erfolgreichen Unternehmen sowie der Regionalverwaltung angehören, hatte die Preisträger ausgewählt.


Die Idee: innoVitro bietet der Pharmaindustrie eine neuartige Analysemethode, mit der sich Wirkstoffe an künstlich erzeugten menschlichen Herzmuskelgeweben testen lassen. Die Methode basiert auf der im Institut für Bioengineering (IfB) der FH Aachen unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Artmann entwickelten und patentierten CellDrum-Technologie. Hierbei werden menschliche, aus Stammzellen abgeleitete Herzzellen auf einer Trägermembran aus Spezialsilikon kultiviert. Zusammen spiegeln sie die Eigenschaften von menschlichem Herzmuskelgewebe wider und ermöglichen die Messung von Zellkräften. Peter Linder und Matthias Goßmann entwickelten diese Technologie im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten und der anschließenden Förderung im Programm Start-up Hochschulausgründung NRW bis hin zu einem industrietauglichen Produkt weiter und gründeten die innoVitro GmbH. Auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit wurden sie von Prof. Dr. Manfred Staat vom Fachbereich Medizintechnik und Technomathematik betreut.


Die Vorteile:
Die Möglichkeiten der Medikamentenentwicklung für Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems werden verbessert, die Entwicklung neuer Wirkstoffe wird beschleunigt und mögliche Nebenwirkungen werden frühzeitig erkannt. Darüber hinaus lässt sich die Anzahl notwendiger Tierexperimente drastisch reduzieren oder sie werden sogar vollständig überflüssig.

Die Transferstelle sowie der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften unterstützen Studierende, die sich nach Abschluss ihres Studiums selbstständig machen möchten.
Das Informationsangebot umfasst Kontaktvermittlungen zu den notwendigen Akteuren, Seminare, Vorlesungen, Wettbewerbe, Veranstaltungen und Messen.

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