Bewertung der Angebotsqualität - Evalinfra - Empirie im Personenverkehr
Forschungs- und Entwicklungsauftrag 

Fahrzeiten und Verspätungen werden wesentlich durch den Ausbauzustand der Infrastruktur bestimmt. Die Eisenbahnunternehmen müssen die von DB Netz angebotene Qualität an ihre Kunden weitergeben, da sie keine Ausweichmöglichkeiten besitzen (monopolistic bottleneck).

Insofern haben Konfiguration und Zustand des Netzes unmittelbare Auswirkungen auf das Verhalten der Endkunden im Personen- und Güterverkehr und somit auf die Zahlungsbereitschaft der Eisenbahnverkehrsunternehmen als unmittelbare Kunden der DB Netz AG.

Bisher fehlte es an einem Modell, das mit vertretbarem Aufwand aus einer (kleinen) Änderung der Infrastruktur Voraussagen über die Veränderung im Verhalten der Endkunden treffen kann. Diese Lücke kann mit Evalinfra geschlossen werden.

Ausgangspunkt der Überlegungen im Personenverkehr sind vorhandene Modelle der Verkehrsmittelwahl. Der Reise mit einem Verkehrsmittel wird entweder ein „Nutzen“ oder ein „Widerstand“ zugeordnet. Mittels eines mathematischen Modells werden die Verkehrsteilnehmer auf die verschiedenen Verkehrsmittel verteilt: Je größer der Nutzen (bzw. je kleiner der Widerstand) eines Verkehrsmittels ist, desto mehr Verkehrsteilnehmer entscheiden sich für dieses Verkehrsmittel.

Die Nutzen-/Widerstandsfunktionen, die dem  ausgewählten Modell einer Verteilungsfunktion zugrunde liegen, wurden empirisch bestimmt, zum Teil auch deduktiv hergeleitet.

Da die bisherigen Modelle zur Bestimmung der Verkehrsnachfrage und Verkehrsmittelwahl sich auf die „großen“ und leicht messbaren Faktoren der Verkehrsmittelwahl wie Fahrzeit und Fahrpreis sowie soziologische Größen konzentrierten, bestand bislang ein Defizit hinsichtlich empirischer Untersuchungen über einige der von DB Netz beeinflussbaren Einflussgrößen. Dabei stand die empirische Bewertung der Verspätungen unter verschiedenen Randbedingungen, zum Beispiel beim Umsteigen (verpasster Anschlusszug) im Vordergrund, aber auch Komponenten der planmäßigen Beförderungszeit.

 

Entsprechend dem Charakter der Einflussgrößen kamen überwiegend Stated-Preference-Methoden zum Einsatz. Im Rahmen des Forschungsvorhabens wurden die Fragebogendesigns erstellt, die Befragung durchgeführt sowie die Auswertung vorgenommen.

 

Laufzeit des Forschungsvorhabens: 2008 bis Februar 2012

Auftraggeber: DB Netz AG

 

 

Weitere Forschungsprojekte

Grundsatzüberlegungen und Weiterentwicklung vorhandener Ansätze zur Qualitätsbewertung im Schienenpersonenverkehr
Forschungs- und Entwicklungsauftrag; abgeschlossen 

Ermittlung zell- und relationsspezifischer Daten für das Qualitätsbewertungsmodell SPV in der Netz- und Infrastrukturplanung
Forschungs- und Entwicklungsauftrag; abgeschlossen 

x