Forschung

CERMcity

Das Projekt CERMcity ist ein vom BMBF gefördertes Gemeinschaftsprojekt der RWTH Aachen University, dem Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DKFI) in Bremen und dem Labor für Fahrzeugelektronik und EMV der Fachhochschule Aachen.

Die Validierung neuer, innovativer Funktionen und Systeme im Bereich des autonomen Fahrens benötigt eine entsprechende, für alle Unternehmen zugängliche Testumgebung inklusive entsprechender, offener Plattformen. Das Vorhaben CERMcity hat das Ziel, eine solche Umgebung zu schaffen.

Aufgabe der FH Aachen ist es, die Mehrwegewellenausbreitung von car2X Funksignalen während der Planungsphase der aufzubauenden, urbanen Umgebung simulatorische zu analysieren um daraus  Rückschlüsse auf die realitätsgetreue Umsetzung ziehen zu können. Darüber hinaus unterstütz das Labor für Fahrzeugelektronik und EMV die Partner beim Aufbau von elektromagnetisch verträglichen Fahrzeugplattformen. Im Rahmen dieses Teilprojekts sollen auch EMV Anforderungen für zukünftige, automatisiert oder autonom fahrender Fahrzeuge abgeleitet werden.

Das Projekt wir von Michael Kleinen, M.Eng. bearbeitet.

Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV)

Die elektromagnetische Verträglichkeit von elektrischen Einrichtungen ist eine immer wichtig werdende Eigenschaft – aufgrund der immer weiter fortschreitenden Elektrifizierung von sämtlichen Steuerungs- und Überwachungsaufgaben nimmt die Dichte an elektrischen und elektronischen Einrichtungen immer weiter zu, so dass eine gegenseitige Beeinflussung in jedem Fall vermieden werden muss.

Insbesondere im Kraftfahrzeug stellt die EMV eine großer Herausforderung dar, da sich Rundfunkempfänger und Antennensysteme in unmittelbarer Umgebung zu diversen Störquellen wie der Einspritzung, Zündung oder leistungselektronsichen Schaltungen befindet.

Im Lehr- und Forschungsgebiet steht insbesondere die Untersuchung der EMV von Kfz-Komponenten im Fokus. Es sind sämtliche Prüfeinrichtungen zur Untersuchung der leitungsgeführten Störaussendung und Störfestigkeit vorhanden. Ferner werden Schulungen und Beratungsdienstleistungen angeboten.

Sicherheit vernetzter IT Systeme im Automobil

Die IT-Systeme in Automobilen werden immer komplexer. Die bisher stark getrennten Komponenten wie Motorsteuerung, Sicherheitsmechanismen (ESP; Airbag etc.), Fahrzeugdiagnose, Schließsystem, In-Car-Entertainment und Navigation werden dabei zunehmend integriert und vernetzt und tauschen dementsprechend zunehmend Daten aus. Schon heute sind einige der Komponenten, zum Beispiel die Diagnosesysteme, über das Internet vernetzt und damit von außen erreichbar. Dieser Trend hält an und wird durch die Integration weiterer Endgeräte, zum Beispiel Smartphones über WLAN, verstärkt. Die Erfahrungen aus dem Internet zeigen, dass komplexe und offen vernetzte Systeme zunehmend Ziel von Hacker-Angriffen werden. Daher ist zu erwarten, dass früher oder später auch Automobile in das Visier der Angreifer geraten. Im Extremfall kann es einem Angreifer gelingen, das Automobil-IT-System zu kompromittieren und sicherheitsrelevante Prozesse zu manipulieren.

Das Ziel des Projektes ist es, die genannten Bedrohungen automobiler IT-Systeme zu analysieren, Schwachstellen zu identifizieren und Schutzmechanismen zur Erkennung und Vermeidung von Angriffen zu entwickeln. Dadurch soll insbesondere der Schutz sicherheitsrelevanter Komponenten, die Einfluss auf das Fahrzeugverhalten haben, sichergestellt werden. Daneben soll auch die Integrität und Vertraulichkeit privater Daten gewährleistet bleiben.

Dieses Projekt wird vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung im Rahmen des Programms FH Struktur gefördert und zusammen mit den Kollegen Prof. Dr.-Ing. Frank Hartung, Prof. Dr.-Ing. Günter Schmitz und Prof. Dr. Schuba durchgeführt.
 

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