Hochschulwahlversammlung wählt neue Rektoratsmitglieder

Neues Rektorat startet ab 1. September 2021

Das neue Rektorat ab 1. September 2021 (v.l.n.r.): Prof. Dr. Bernd Pietschmann, Prof. Dr. Thomas Ritz, Prof. Dr. Martina Klocke, Prof. Dr. Josef Rosenkranz, Volker Stempel und Prof. Dr. Christof Schelthoff. Foto: FH Aachen l Björn Richardt

Das neue Rektorat der FH Aachen ist komplett: Die Hochschulwahlversammlung der FH Aachen hat in ihrer heutigen Sitzung Prof. Dr. Thomas Ritz, Prof. Dr. Christof Schelthoff, Prof. Dr. Martina Klocke und Prof. Dr. Josef Rosenkranz zu Mitgliedern der Hochschulleitung gewählt. Prof. Dr. Bernd Pietschmann war bereits im November 2020 zum neuen Rektor der Hochschule und damit zum Nachfolger von Prof. Dr. Marcus Baumann gewählt worden, der nach zwölf Jahren an der Spitze der FH in den Ruhestand geht. Komplettiert wird das Rektorat von Volker Stempel, der als Kanzler geborenes Mitglied des Rektorats ist. Bevor die designierten Rektoratsmitglieder ihre Ämter antreten, werden sie vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen bestellt oder ernannt. Das neue Rektorat wird am 1. September 2021 seine Arbeit aufnehmen.

Im neuen Rektorat wird es erstmals vier Prorektorinnen und Prorektoren geben: Der Hochschulrat hat auf Anregung von Prof. Pietschmann beschlossen, ein Prorektorat für Diversity und Chancengerechtigkeit einzurichten. Weiterhin wird es ein Prorektorat für Studium und Lehre (Pro I), ein Prorektorat für Forschung, Transfer und Innovation (Pro II) sowie ein Prorektorat für Strategische Planung, Finanzierung und Steuerung (Pro III) geben. In der Grundordnung der FH Aachen sind bis zu drei hauptberufliche Prorektorate vorgesehen. Zudem besteht die Möglichkeit, durch Beschluss des Hochschulrats weitere nebenberufliche Rektoratsmitglieder vorzusehen.

Der künftige Rektor dankt im Namen des neuen Rektorats allen Beteiligten für ihr Vertrauen – das ganze Team freue sich darauf, ab September mit vielen neuen Ideen und Menschen weiter an der Entwicklung der FH Aachen zu arbeiten. Er betonte, mit der Einrichtung des neuen Prorektorats wolle die Hochschule ein starkes Signal setzen. Prof. Pietschmann sagte: "Wir verstehen uns als offene und faire Hochschule, die ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht wird. Wir möchten die Idee der Chancengerechtigkeit auf allen Ebenen und in allen Bereichen der FH mit Leben füllen. Mit der neuen Prorektorin Prof. Dr. Martina Klocke haben wir eine überaus geschätzte Kollegin gewonnen, die uns viele profilbildende Anregungen in den Bereichen Diversity und Chancengerechtigkeit geben wird."

Die Vorsitzende der Findungskommission, Prof. Dr. Dr. h.c. Gisela Engeln-Müllges, verlieh ihrer Hoffnung Ausdruck, dass das neue Rektorat an die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre anknüpfen könne. "Gemeinsam haben wir uns eine hervorragende Position in Forschung und Lehre erarbeitet. Mit der neuen Hochschulleitung sind wir sehr gut aufgestellt, um die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen." Als Beispiel nannte sie vor allem die Integration digitaler Werkzeuge und innovativer Methoden in Forschung, Lehre und praktischer Anwendung.

Der amtierende Rektor, Prof. Dr. Marcus Baumann, freut sich über die außerordentlich gelungene Auswahl des zukünftigen Rektorats der FH Aachen. "Die jetzt gewählten Rektoratsmitglieder habe ich im Laufe meiner Amtszeit als engagierte, fokussierte und zukunftsorientierte Menschen erlebt! Ich habe keinen Zweifel, dass sie gemeinsam mit den bereits amtierenden Rektoratsmitgliedern die Hochschule weiter voranbringen und die erfolgreiche Arbeit des amtierenden Rektorats nicht nur fortsetzen, sondern ausbauen können."

Georg Wählisch, Vorsitzender des Senats und Leiter der Hochschulwahlversammlung, dankte allen Beteiligten für die Unterstützung bei der Auswahl der neuen Rektoratsmitglieder. Auch er äußerte sich zuversichtlich, dass das Gremium erfolgreiche Arbeit leisten werde: "Da haben wir ein tolles Team gefunden. Vor uns stehen große Aufgaben, die wir jetzt gemeinsam voller Elan angehen werden."


Die neuen Rektoratsmitglieder im Porträt

Zum neuen Prorektor für Forschung, Innovation und Transfer wurde Prof. Dr. Thomas Ritz gewählt. Der heute 49-Jährige studierte Informatik und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bonn. Im Anschluss arbeitete er zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter für die Universität Stuttgart und später für das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, wo er bei Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, dem späteren Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft, promovierte. 2004 wurde er an die FH Aachen berufen. Seine Forschungs- und Beratungstätigkeiten konzentrieren sich auf innovative Fragestellungen der Digitalisierung. Im Jahr 2016 übernahm er das Amt des Dekans des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik der FH Aachen, das er bis heute innehat. Er ist Mitbegründer des "European Center of Sustainable Mobility (ECSM)" und des "Instituts für Digitalisierung Aachen (IDA)". In beiden An-Instituten der FH Aachen ist er leitend tätig. Prof. Ritz bekräftigte: "Auch in Zukunft muss die Forschung an der FH Aachen leistungsstark und leistbar sein. Das ist der Garant, um als Innovationsmotor der Region zu fungieren, und ist Grundlage unserer innovativen und gleichzeitig praxisrelevanten Ausbildung."

Zum neuen Prorektor für Strategische Planung, Finanzierung und Steuerung wurde Prof. Dr. Christof Schelthoff gewählt. Er war bislang Dekan des Fachbereichs Medizintechnik und Technomathematik am Campus Jülich der FH Aachen (seit 2016). Der 55-Jährige absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung als Mathematisch-Technischer Assistent am Forschungszentrum Jülich, bevor er an der RWTH Aachen und der Justus-Liebig-Universität Gießen Mathematik studierte. Nach seiner Promotion in Gießen und fünf Jahren in der IT und Produktentwicklung bei Ford in Köln wurde Christof Schelthoff 2002 zum Professor für Mathematik und Informatik an der FH Aachen berufen. In seiner Zeit an der Hochschule hat er wesentlich zum Aufbau des erfolgreichen dualen Studiengangs Angewandte Mathematik und Informatik (früher Scientific Programming) beigetragen. Prof. Schelthoff betonte: "Ich freue mich, an der Organisation und Weiterentwicklung unserer FH verantwortlich mitwirken zu dürfen, da ich sowohl das Rektoratsteam als auch die gesamte FH als einen Ort der gegenseitigen Wertschätzung und Kompetenz kennengelernt habe." Es sei ihm ein besonderes Bedürfnis, die Hochschule auch künftig wirtschaftlich gesund aufzustellen und ihr Innovationspotenzial zu erhalten. Weiter sagte er: "Erreichen möchte ich dies, indem wir gemeinsam die Dinge einfach, messbar, transparent und nachvollziehbar vorantreiben. Als regional verwurzelter ‚Jülicher‛ Vertreter ist es mir aber auch wichtig, die dortigen Interessen im Rektorat zu vertreten, den Strukturwandel mit zu gestalten und das Potenzial der gesamten Region – gerade auch im Hinblick auf die Themenfelder Nachhaltigkeit und Digitalisierung – zu stärken und zu nutzen."

Das neu geschaffene Prorektorat für Diversity und Chancengerechtigkeit übernimmt Prof. Dr. Martina Klocke. Nach Studium und Promotion im Bereich Werkstoffwissenschaften an der TU Berlin wurde die Ingenieurin 1994 an den Fachbereich Maschinenwesen der FH Kiel berufen, dem sie von 2002 bis 2004 als Dekanin vorstand. Im Jahr 2004 wechselte sie an den Campus Jülich der FH Aachen, wo sie als Professorin das Lehrgebiet Fertigungstechnik am damaligen Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften und Technik vertrat. Seit 2007 ist sie als Professorin für Fertigungsverfahren, Werkzeugmaschinen und CAM am Fachbereich Maschinenbau und Mechatronik tätig. Sie verfügt über umfangreiche Erfahrungen im Hochschulmanagement und in der akademischen Selbstverwaltung: Sechs Jahre lang stand die heute 65-Jährige dem Hochschulrat der FH Kiel vor, sie ist Prodekanin ihres Fachbereichs und war sechs Jahre lang Senatorin der FH Aachen. „Ich habe die FH Aachen in den vergangenen Jahren als eine offene, innovative, internationale und lebendige Hochschule kennengelernt“, sagte Prof. Klocke. Die Hochschule stelle sich den Herausforderungen in allen Bereichen, sei es die Vielfalt der Studierenden in Studium und Lehre, sei es die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder sei es der Wertewandel in der Gesellschaft. "Ich freue mich darauf, in der neu geschaffenen Position die Vielfalt der Hochschule nach innen und außen noch sichtbarer zu machen, um die kreativen Potentiale von Diversität und Chancengerechtigkeit für alle erlebbar und nutzbar zu gestalten."

Prof. Dr. Josef Rosenkranz wird auch weiterhin als Prorektor für Studium und Lehre fungieren. Er bekleidet das Amt seit 2015. Im Januar hatten sowohl der Senat als auch der Hochschulrat beschlossen, den Prorektor für Studium und Lehre zu bitten, für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. Der 61-jährige Ingenieur promovierte an der RWTH Aachen, nach Industriestationen in Darmstadt und Detroit/Michigan kam er 1995 als Professor für Konstruktionslehre an die FH Aachen. Von 2002 bis 2006 stand er als Dekan dem Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik vor, er war sieben Jahre lang Mitglied des Senats. "Ich freue mich sehr, dass mir die Hochschule erneut ihr Vertrauen geschenkt hat", sagte Prof. Rosenkranz, und betonte: "Es ist unmittelbar nachvollziehbar, dass die von uns allen erfahrenen tiefgreifenden Veränderungen in Technik und Gesellschaft unmittelbar Folgen für die Gestaltung der Inhalte, aber auch der Formen des Lehrens und Lernens haben müssen und haben werden. Herausforderungen und Chancen liegen hier nach wie vor beieinander, und wir werden diese gemeinsam – im Team – angehen und nutzen."


Zum Wahlverfahren

Die Hochschulwahlversammlung wählt die Mitglieder des Rektorats. Sie setzt sich zusammen aus sämtlichen Mitgliedern des Hochschulrats und sämtlichen Mitgliedern des Senats. Stimmberechtigt sind alle externen Mitglieder des Hochschulrats und alle stimmberechtigten Mitglieder des Senats. Den Vorsitz der Hochschulwahlversammlung übernimmt die/der Vorsitzende des Senats. Alle Rektoratsmitglieder werden für sechs Jahre gewählt. Eine Ausnahme ist der Kanzler. Seine Amtszeit beträgt acht Jahre.
Es handelt sich um einen zweistufigen Prozess: Zunächst wird eine neue Rektorin/ein neuer Rektor gesucht. Die Wahl der Prorektorinnen und Prorektoren findet anschließend statt. Hierfür erarbeitet eine Findungskommission Empfehlungen, die sie der designierten Rektorin/dem designierten Rektor vorlegt. Auf Grundlage dieser Empfehlungen schlägt diese oder dieser der Hochschulwahlversammlung geeignete Kandidatinnen und Kandidaten vor.
Senat und Hochschulrat wählen jeweils drei stimmberechtigte Mitglieder in eine Findungskommission. Prof. Pietschmann ist als designierter Rektor beratendes Mitglied. Darüber hinaus gibt es weitere beratende Mitglieder (z.B. die Vorsitzenden der Personalräte).