"Mehr als Patente"

Verbundprojekt für Intellectual Property zieht Bilanz

Aktive Forschungs- und Entwicklungstätigkeit ist entscheidend für die Innovationskraft unserer Gesellschaft: Die Forschung der nordrhein-westfälischen Hochschulen birgt ein enormes Potenzial für die Lösung drängender Herausforderungen in Gesundheit, Klimaschutz, Ressourceneffizienz, Mobilität oder Digitalisierung. Immer mehr Forschungsergebnisse werden dabei nicht mit dem klassischen Patent geschützt, sondern kommen in der Mitte unserer Gesellschaft als geschütztes Know-how, Design oder Marke an. Nordrhein-Westfalen setzt bei diesen "sonstigen Schutzrechten" Maßstäbe. Um diesen Vorsprung weiter auszubauen, ist ein professioneller Wissens- und Technologietransfer, der auch über das Patent hinausblickt, unabdingbar
28 Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen haben sich daher gemeinsam mit PROvendis, Dienstleister für Intellectual Property (IP), zum Neustart des ehemaligen NRW-Patentverbundes entschlossen. Seit Anfang 2020 ist der Verbund unter dem neuen Namen NRW Hochschul-IP aktiv. "Die Namensänderung betont die inhaltliche Neuausrichtung des Verbundes: Hochschulinnovation bedeutet nicht nur ‚Patent‘, sondern schließt jegliches Intellectual Property mit ein", erklärt Dr. Katharina Steinberg, Dezernentin für Forschungsangelegenheiten der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, die gemeinsam mit PROvendis die Funktion als Verbundkoordinator ausübt. Gefördert vom Wirtschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen bündeln die Verbundpartner die Expertise der Wissenschaftler:innen in den verschiedensten Fachbereichen und Disziplinen und schaffen in NRW eine zentrale Innovationsplattform, die Synergien nutzt und gemeinsam Potenziale erschließt.
"Der Verbund NRW Hochschul-IP gibt richtungsweisende Impulse, um den Innovationsstandort NRW langfristig und nachhaltig zu stärken", erklärt Dr. Heinrich Dornbusch, Geschäftsführer der PROvendis GmbH. Bereits jetzt zeichnet sich eine erfreuliche Tendenz ab: Durch die starken Impulse des neuen Förderprogrammes stiegen die Zahl der erfolgreichen Abschlüsse und Verwertungserfolge für die Mitgliedshochschulen in 2020 an. Wissenschaftler:innen aus NRW setzen Maßstäbe durch effektivere Batterietechniken und neue Verfahren zum Laden von Elektrofahrzeugen, durch Entwicklung von Sensoren für Robotik oder Verfahren zum Messen von Umwelteinflüssen, aber auch neue Impulse für die Coronaforschung sowie der Therapie von HIV und Hepatitis B.
Mit dem Startschuss von NRW Hochschul-IP rückten sonstige Schutzrechte – also Forschungsergebnisse, die vom Patent nicht erfasst werden – in den Fokus: Bei Designs, Know-how oder auch Marken vervierfachten sich im ersten Jahr der Förderperiode die Meldungen der Verbundhochschulen, sie machen mittlerweile über 20 Prozent der eingehenden Erfindungsmeldungen bei PROvendis aus. Damit wird das Innovations- und Vermarktungspotenzial der Forschungsergebnisse der NRW-Hochschulen viel umfassender erfasst und ausgeschöpft als zuvor.
Besonders im Bereich der Software als Schnittstelle zwischen Erfindung und Urheberrecht werden immer mehr Forschungsergebnisse gesichert. 2020 entwickelten sich zahlreiche Erfindungsmeldungen zu erfolgreichen Gründungen und die Softwarelösungen konnten am Markt platziert werden.
An der FH Aachen steht Dr. Kira Rentmeister vom Innovationstransfer als Ansprechpartnerin für Interessierte bereit. Sie ist erreichbar unter rentmeister@fh-aachen.de oder telefonisch unter +49.241.6009 51361.