So eine günstige Revolution gab’s noch nie

Prof. Dr. Thomas Ritz beim Studium Generale über Chancen der Digitalisierung

Bei der Nennung des Schlagwortes Digitalisierung treten bei Vertreter:innen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft oft schnell Schweißperlen auf die Stirn. In seinem Online-Vortrag "Digitalisierung – Mehr als Breitband im Bürgersteig" setzte sich Prof. Dr. Thomas Ritz, Dekan des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik, innerhalb der Veranstaltungsreihe Studium Generale mit dem Thema Digitalisierung kritisch auseinander. Das Ziel seines Vortrages: Die Sorgen und Bedenken der Interessierten in Hinblick auf die kommenden digitalen Veränderungen ernst nehmen –  und zu zerstreuen. Denn: "Digitalisierung sollte kein Thema sein, dass uns die Nervosität ins Gesicht treiben soll" meint Ritz.

Digitalisierung – mehr als nur Technik

Gleich zu Beginn räumt der Kommunikations- und Informationstechniker mit einem weit verbreiteten Vorurteil auf: Denn auch wenn Digitalisierung oft als eine technische Entwicklung gesehen wird, steckt hinter dem Begriff noch viel mehr. Laut Ritz ist sie eher als eine umfassende, integrative Vernetzung des gesellschaftlichen Wandels zu verstehen, die auf technischen Strukturen basiert und es ermöglicht, Informationen zu sammeln, zu analysieren und mit Hilfe dieser neue Handlungen umzusetzen. Durch diese Entwicklung wird ein grundlegender Wandel auf die Gesellschaft in Gang gesetzt, der als "Digitale Transformation" bezeichnet wird. "Und Menschen haben Angst vor Veränderungen, daher macht sie die Digitalisierung nervös", erklärt Prof. Thomas Ritz.

Experimentieren! Das ist die Forderung, die Ritz den Zuschauer:innen seines Vortrages als Ausblick auf die nächsten Jahre im Hinblick auf die digitale Transformation mitgibt. Nur durch das Ausprobieren, würde man alle Möglichkeiten ausschöpfen können. "Die Gesellschaft wird und muss sich an den digitalen Wandel gewöhnen," so Ritz. Aber er würde sich wünschen, dass sich die Gesellschaft als selbstbestimmte Kund:innen dort einbringen, wo sie ihre Möglichkeit haben.

Der Schlüssel einer erfolgreichen Transformation? Die richtige Qualifikation!

Der Vorteil der Digitalisierung ist, dass der Wandel sehr agil zu verstehen ist, da durch nur wenige schnelle Änderungen innerhalb der Software große Neuerungen erzielt werden können. "Eine Revolution war noch nie so günstig, wie eine digitale", erklärt Ritz und führt aus. "Früher musste man Fabriken, Maschinen und so weiter kaufen, heute reicht es aus, sich die Rechenleistung auf der Cloud vom Sofa vom Wohnzimmer aus zu kaufen, um digitale Dienstleitungen anzubieten."

Was hierfür jedoch unabdingbar sei: die richtige Qualifikation. Allerdings bräuchte es dafür nach Prof. Ritz nicht nur die "Hardcore-Programmierer:innen", sondern auch die Menschen, die das Thema Digitalisierung in seiner Gänze verstehen und, die die Sprache der Kund:innen sprechen. Ritz: "Wir brauchen die Leute, die mitmachen und nicht nur staunend danebenstehen!"

Das Veranstaltungsformat: Studium Generale


Das Career Center veranstaltet seit dem Wintersemester 2008/2009 das Veranstaltungsformat Studium Generale, bei dem Studierende und Mitarbeitende der FH Aachen die Möglichkeit haben, wissenschaftliche Vorträge anzuhören, die außerhalb ihres eigenen Fachgebietes liegen. Dies geschieht mit dem Ziel, die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der Hochschule zu fördern sowie die Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen zu intensivieren. Die Veranstaltungsreihe wird ab dem Wintersemester 2021/2022 weitergeführt. Mehr Informationen gibt es unter: www.fhac.de/studiumgenerale