Aachen bleibt Weltmeister

FH- und RWTH-Team Carologistics verteidigen erneut Weltmeistertitel beim RoboCup

Japan, Kanada, Australien und jetzt Homeoffice. In diesem Jahr ist alles anders. Die jährlich stattfindende "Logistics League" des RoboCup wurde komplett umstrukturiert. Normalerweise messen sich die antretenden Teams mit ihren selbstentwickelten Robotern in verschiedenen Aufgaben, wie Greifen und Navigieren in großen Messehallen auf der ganzen Welt.

Nachdem der Wettbewerb 2020 wegen der Pandemie ausfallen musste, wurde in diesem Jahr der erste hybride RoboCup veranstaltet. Die Teilnehmer:innen reisten also ausnahmsweise nicht in ferne Länder, um ihren Weltmeistertitel in der "Logistics League" zu verteidigen, sondern traten vom Wohnzimmer bzw. der eigenen Hochschule aus gegeneinander an. Jedes Team hat aufgrund der besonderen Umstände in diesem Jahr ein eigenes kleines 5x5 Meter großes Spielfeld am heimischen Campus aufgebaut. Die Roboter waren dann für alle Beteiligten im Livestream zu sehen. Die ungewöhnlichen Umstände haben das Team Carologistics jedoch nicht davon abgehalten, den mittlerweile sechsten Weltmeistertitel nach Aachen zu holen.

Mehr als nur ein sportlicher Wettkampf


In der Logistic League des RoboCup müssen die Roboter autonom komplexe Aufgaben meistern und zwischen den verschiedenen Produktionsmaschinen selbstständig navigieren können. Die unterschiedlichen Challenges im Wettbewerb sind an Produktionskonzepte der "Industrie 4.0" angelehnt. Ziel ist, vor dem wissenschaftlichen Hintergrund einer "Smart-Factory" zu zeigen, was zukünftig in der Industrie möglich sein könnte.

Lange war nicht klar, ob es dieses Jahr überhaupt einen Wettbewerb geben wird. Das interdisziplinäre Team "Carologistics" aus Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen der FH Aachen und RWTH Aachen hat das Jahr 2020 jedoch genutzt und ein Konzept entworfen, wie der RoboCup unter Pandemie-Bedingungen stattfinden kann.

Neues Konzept für die digitale Weltmeisterschaft kommt aus Aachen

Aufgrund der besonderen Umstände wurde eine neue Serie von Challenges entwickelt, die von den Teams und ihren Robotern gemeistert werden mussten. Anhand von verschiedenen Kategorien wurden Punkte vergeben: Navigation, Greiffunktion und Ausführung von Produktionsprozessen. Dabei verteidigten die Carologistics mit 706 Punkten klar ihren Weltmeistertitel gegenüber dem zweitplatzierten Team GRIPS der TU Graz mit 133 Punkten und konnte sich damit den mittlerweile sechsten Weltmeistertitel sichern.

"Der Wettbewerb dieses Jahr war durch die Pandemie sowie die neuen Aufgaben eine ganz besondere Herausforderung, insofern bin ich umso glücklicher, dass wir die Challenges erfolgreich meistern und unseren Titel verteidigen konnten", so Prof. Alexander Ferrein, Direktor des MASKOR-Instituts der FH Aachen, welchem das Team "Carologistics" angehört.

Dennoch fehlte der besondere RoboCup-Flair, denn nur ein kleiner Teil der elf Mitglieder konnte live in der Hochschule dabei sein; der Rest arbeitet vom Homeoffice aus mit. Während in den vergangenen Jahren gemeinsam durch die Messehallen, in denen die Weltmeisterschaft stattfand, geschlendert wurde, haben in diesem Jahr manche Teammitglieder das Ergebnis ihrer Arbeit nur online sehen können. Jetzt hoffen die Mitglieder darauf, dass es zur nächsten Weltmeisterschaft wieder gemeinsam auf die Reise geht: nach Bangkok.