Energiewende digital und klimaneutral gestalten

Schülerinnen und Schüler der Oberstufe nehmen an der Projektwoche "GoEnergie" teil

 

Die aktuelle Energielandschaft hautnah bei Stadtwerken und Netzbetreiber:innen kennenlernen, Softwareentwickler:innen der Branche über die Schulter schauen und das Energiesystem von morgen schon heute digital und klimaneutral gestalten? Dies alles ist möglich bei "GoEnergie".

In der fünftägigen Projektwoche bearbeiten Schülerinnen und Schüler aus Düren in kleinen Teams reale Projekte im Rahmen der Energiewende. Zu Beginn erhalten sie auf dem Campus Jülich der FH Aachen einen Überblick über die Grundlagen der Energietechnik mit besonderer Betonung von wirtschaftlichen und informationstechnischen Aspekten. Im weiteren Verlauf der Woche stehen Exkursionen zu Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Bereichen der Energiebranche an. Der Fachbereich Energietechnik der FH Aachen hat in Zusammenarbeit mit ANTalive e. V. und der Stiftung Energieinformatik gemeinsam mit den Förderunternehmen Regionetz, Stadtwerke Jülich, SOPTIM AG und KISTERS AG ein vielfältiges Programm entwickelt. Bei diesem wird den Teilnehmenden wissenschaftlich fundiert und praxisnah vermittelt, wie der Status quo ist, welche Stellschrauben es gibt und wie diese verändert werden müssen, damit die notwendigen Transformationen im Rahmen der Energie- und Klimawende gelingen können.  

An den ersten beiden Tagen der Projektwoche lernen die Schülerinnen und Schüler auf dem Campus Jülich der FH Aachen, welche Rolle die Themenbereiche Elektrotechnik, Maschinenbau, Informatik und Wirtschaft jeweils im Energiesystem spielen. In den Instituten und Laboren zeigen Professorinnen und Professoren in realen Versuchen, wie das Energiesystem funktioniert und wie bestimmte mathematische Methoden anzuwenden sind. "Am Fachbereich Energietechnik der FH Aachen am Campus Jülich bieten wir eine breite Vielfalt an Studiengängen im Bereich der nachhaltigen Energiesysteme an. Interessierte Schüler:innen, die für diesen Bereich energiegeladen tätig sein möchten, sind bei uns genau richtig. Wir bilden künftige Ingenieur:innen und Wirtschaftsingenieur:innen aus und fördern die praxisnahe Ausbildung für junge Leute in Zusammenarbeit mit Unternehmen und Organisationen aus der Region", erklärt Prof. Dr. Martin Pieper, Dekan des Fachbereichs Energietechnik am Campus Jülich.

Bereits nach den ersten beiden Tagen ist erkennbar, dass die Schüler:innen Kreativität und logisches Denken gut unter Beweis stellen. und großer Wert auf die Arbeit im Team gelegt wird, genauso, wie es auch später im Job gefordert sein wird. Brigitte Capune-Kitka, Vorsitzende von ANTalive erklärt: "Wir freuen uns sehr, mit diesem Programm den Schülerinnen und Schülern wieder eine Studien- und Berufsorientierung zu bieten. Hiermit haben alle Beteiligten ein neues und zukunftsweisendes Angebot geschaffen."

Spannende Berufsperspektiven aufzeigen

Am dritten Tag steht für einen Teil der Teilnehmenden ein Besuch der Räume des größten Netzbetreibers der Region Aachen, der Regionetz GmbH, an. In dem Unternehmen wird ihnen erklärt, wie der Betrieb des Strom- und Gasnetzes funktioniert. Der andere Teil der Gruppe besucht die Stadtwerke Jülich und lernt dort, wie die Belieferung von Strom- und Gas in der Region erfolgt. Beide Gruppen können jeweils auch eine Umspann- und Trafostation besichtigen und erleben, wie weitere Netzkomponenten funktionieren. Sie erhalten außerdem einen Überblick über Ausbildungsmöglichkeiten in den Unternehmen. Christoph Aretz, Leiter des Unternehmens IT Management CIO bei Regionetz, sowie Daniel Hesse und Frank Olschewski, Leiter Abteilung Netze, von den Stadtwerken Jülich stellen fest: "Wir freuen uns sehr, bei solchen Programmen als Energieversorgungsunternehmen zu partizipieren, um auch jungen Leuten schon spannende Berufsperspektiven bei uns aufzuzeigen. Wir haben einen tollen Tag mit den Schülerinnen und Schülern gehabt und hoffen, dass sich die eine oder der andere für unser Berufsfeld entscheidet."

Das Energiesystem ist sehr komplex und kann nur mithilfe von intelligenten Methoden und Programmen beherrscht werden. Zwei Softwareentwickler in der Energiebranche SOPTIM AG und KISTERS AG liefern entsprechende Lösungen und zeigen den Schülerinnen und Schülern am vierten Tag der Woche zum Beispiel auf, wie die Analyse von Energiedaten anhand von realen Stromerzeugungsdaten einer Photovoltaikanlage funktioniert, oder wie moderne Softwareentwicklung im Team klappt. Sie erhalten einen Einblick in das agile Projektmanagement innerhalb eines Mini-SCRUM-Projektes mithilfe von Lego Mindstorms. "Wir sind immer auf der Suche nach begeisterungsfähigem Nachwuchs und freuen uns, bei einem solchen praxisnahen Programm für Schülerinnen und Schüler aus der Region mitzumachen. Alle Teilnehmenden waren sehr motiviert und dieses Programm lässt sich durchaus wiederholen", schlussfolgern Lena Bernhardt, Personalreferentin der SOPTIM AG, und Georg Schmitz, Ausbildungsleiter bei der KISTERS AG.

Das Energiesystem von morgen mitgestalten

Am letzten Tag stellen die Schülergruppen ihre gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse sich gegenseitig und Vertreter:innen aller beteiligten Institutionen vor. Die Urteile der Teilnehmenden fallen durchweg positiv aus. Dr. Hans Röllinger, Stiftungsvorstand der Stiftung Energieinformatik, erklärt nach den Vorträgen: "Die Schülerinnen und Schüler waren alle mit vollem Elan bei der Sache. Wir hoffen, dass wir ihnen unser spannendes, zukunftssicheres Berufs- und Studienfeld näherbringen konnten. Wir brauchen solche engagierten jungen Menschen, die das Energiesystem von morgen gemeinsam in interdisziplinären Teams mitgestalten." Und auch die Schüler:innen sind überzeugt: "Ich habe tolle Einblicke in mehrere Bereiche der Energiewirtschaft erhalten und kann nun viel besser einschätzen, was meine nächsten Schritte nach dem Abi sein müssen, wenn ich später in dem Bereich arbeiten möchte, der mich am meisten interessiert", ergänzt Fazail.

Das Programm wird in den kommenden Jahren weiterentwickelt und voraussichtlich nächstes Jahr wieder stattfinden. Bei Fragen melden Sie sich gerne bei Ellen Stollenwerk (stollenwerk@antalive.de), Redakteurin des ANTalive e. V., oder Sebastian Reinkensmeier (reinkensmeier@energie-informatik.de), Projektmanager der Stiftung Energieinformatik.