Den Hackern auf der Spur

FH-Studierende belegen zweiten Platz bei weltweitem IT-Sicherheitswettbewerb

 

Blackout: In einer Kleinstadt fällt der Strom aus. Mehrere Tausend Menschen sitzen im Dunkeln, regionale Unternehmen müssen die Produktion drosseln, lebenswichtige Infrastruktur funktioniert nur noch eingeschränkt. Im örtlichen Kraftwerk ist die Gasturbine ausgefallen, die Ursache ist unklar – vermutet wird ein Hackerangriff. Die Fachleute des Energieversorgungsunternehmens machen sich auf die Suche nach dem Grund für den Ausfall. Erschwert wird ihre Arbeit dadurch, dass das Unternehmen das Kraftwerk erst kürzlich zugekauft hat und keine Unterlagen über die IT-Sicherheitssysteme verfügbar sind.
Acht Studierende der FH Aachen, unterstützt von einem Studierenden der Hochschule Niederrhein, sehen sich beim Finale des weltweiten Studierendenwettbewerbs "Kaspersky Interactive Protection Simulation" dieser schwierigen Situation ausgesetzt. Sie sitzen – verteilt auf zwei Teams – in den Räumen des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik und suchen nach Lösungen für die gestellte Aufgabe, so wie 19 andere Gruppen weltweit auch. Die FH-Studierenden haben die ersten beiden Runden des Wettbewerbs aus dem Bereich der IT-Sicherheit mit Bravour bewältigt. Es galt, inszenierte Hackerangriffe auf einen Flughafen sowie auf internationale Datennetze abzuwehren.
"Bei diesem Wettbewerb geht es darum, unterschiedliche Aspekte abzuwägen", betont Hans-Wilhelm Höfken, der die Studierenden seitens des Fachbereichs betreut. Im Fall des gehackten Flughafens etwa geht es darum, den Angriff auf die IT-Netze abzuwehren – im Vordergrund steht aber immer die Sicherheit der Fluggäste, und auch wirtschaftliche Aspekte sind zu berücksichtigen.

Szenarien werden eigens für den Wettbewerb entworfen
Die beiden FH-Teams fiebern der Finalrunde entgegen: Wie alle anderen teilnehmenden Teams wissen sie vorher nicht, wie das Szenario aussieht. Als dann via Webpräsentation die Aufgabe präsentiert wird, stöhnen sie kurz auf – die Problematik ist komplex, die Zahl der möglichen Lösungswege ist groß. "Die Organisatoren haben die Szenarien eigens für diesen Wettbewerb entworfen und programmiert", erläutert Hans Höfken, "sie basieren auf realen Situationen." Der Spielablauf ähnelt dem eines Brettspiels: Es gibt einzelne Spielrunden sowie Aktionskarten, die man ausspielen kann. Zeit, Ressourcen und Informationen sind begrenzt, jede Handlung innerhalb des Spiels hat Auswirkungen auch auf andere Teilbereiche. Fünf Spielrunden sind angesetzt, am Ende wird jeweils ein Zwischenstand präsentiert. Nach mehr als zwei Stunden Spieldauer jubelt das Team FHAC1, bestehend aus Angelina Grunt, Alexander Fuchs, Marko Kozlowski, Marvin Krüll und Tim Dämgen. Sie haben in der Endabrechnung den zweiten Platz belegt und können sich über insgesamt 1500 US-Dollar Preisgeld freuen. Auf Platz 7 kommt das Team FHAC 2 mit Lennard Drängmann, Luca Patzelt, Philipp Kienle und Boshidar Dinev. "Für unsere Studierenden ist dieser Wettbewerb eine großartige Chance, ihre Kenntnisse in der Praxis anzuwenden und sich mit Teams anderer Hochschulen zu messen", sagt Prof. Dr. Marko Schuba, der an der FH Aachen die Lehrgebiete Datennetze, IT-Sicherheit und IT-Forensik betreut, und fügt hinzu: "Wir sind stolz, dass die Studierenden sich so stark präsentiert haben."