Im Herzen der Stadt

Architekturstudierende entwerfen Stadtmöbel für die Zwischennutzung am Büchel

 

Die Diskussion, was mit dem Innenstadtquartier am Büchel geschehen soll, beschäftigt die Aachenerinnen und Aachener seit Jahrzehnten – Politik und Gesellschaft ebenso wie Wirtschaft und Wissenschaft. Jetzt ist das Parkhaus am Büchel abgerissen worden, die Planung für eine Bebauung laufen auf Hochtouren. Für die Zwischenzeit wird eine temporäre Nutzung angestrebt; Architekturstudierende des fünften Semesters haben jetzt Entwürfe für ein Stadtmöbel präsentiert, das Elemente des Orts aufgreifen und die Aufenthaltsqualität verbessern soll.

Entstanden sind die Entwürfe im Wahlmodul "Elementiertes Bauen / Systembau", das Prof. Heike Matcha mit Unterstützung von Prof. Dr. Anke Fissabre im Lehrgebiet Baukonstruktion & Systembau im Fachbereich Architektur anbietet. Sechs Teams haben Vorschläge erarbeitet, wie eine multifunktionale Freiraumskulptur für die Zwischennutzung am Büchel aussehen könnte. Prof. Matcha erläutert die Aufgabenstellung: "Das Gebiet befindet sich im Herzen der Aachener Innenstadt, zwischen Dom und Rathaus. Bei den Entwürfen sollen die historischen Potentiale des Ortes visualisiert werden und ein Transfer in die Zukunft stattfinden."

Es gibt zahlreiche thematische Anknüpfungspunkte: Historisch war das Areal am Büchel ein Schrittmacher für die Innenstadtentwicklung mit ehemals wichtigen Handelsstraßen, außerdem Einrichtungen für Kur und Tourismus. Ein Thermalwasserzug durchläuft das Gebiet. Die Anforderungen an das zu entwerfende Stadtmöbel waren, dass es in Form, Farbe und Idee eine außergewöhnliche Präsenz haben, verschiedene Funktionen (z.B. Sitzen, Sprechen, Versammeln) integrieren und als Informationsträger für Bilder und Texte dienen soll.

Den ersten Preis bei der Präsentation gewannen die Studenten Simon Beckers und Bendix Loevenich für ihren Entwurf "Tubus Büchel". Sie kombinieren Röhren unterschiedlicher Art und Größe, um ein Stadtmöbel zu gestalten, das zum gemeinschaftlichen Verweilen einlädt, aber auch Anreize für die Auseinandersetzung mit dem Charakter des Ortes bietet. Mit ihren Tuben nehmen sie direkt Bezug auf das Thermalwasserthema, das die Aachener Innenstadt seit Jahrhunderten prägt.

In der Jury saßen Bezirksbürgermeister Achim Ferrari, Antje Eickhoff von der Städtischen Entwicklungsgesellschaft Aachen (SEGA), Ulrich Lieser von der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen, der Lehrbeauftragte Andreas Scholl sowie Prof. Fissabre und Prof. Matcha. Sie würdigten, dass der Entwurf von Simon Beckers und Bendix Loevenich die Vorgaben des Wettbewerbs am besten erfüllt. Gemeinsam mit den nächstplatzierten Entwürfen ("Neuer Blick auf den Dom" von Jaures Djivoh, Kevin Nicklas und Sofiia Petropavlovskaia sowie "Aachener Blickwinkel" von Sönke Freund, Antonia Schumacher und Daniela Villarroel Sosa) sollen sie bei der weiteren Umsetzungsplanung berücksichtigt werden.