Die Energiesysteme der Zukunft kennenlernen

Schülerinnen und Schüler der Oberstufe nehmen an der Projektwoche „GoEnergie“ teil

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der "GoEnergie"-Projektwoche am Campus Jülich: Foto: FH Aachen | Sebastian Reinkensmeier

Die aktuelle Energielandschaft hautnah bei Stadtwerken und Netzbetreiber:innen kennenlernen, Softwareentwickler:innen der Branche über die Schulter schauen und das Energiesystem von morgen schon heute digital und klimaneutral gestalten, dies alles ist möglich innerhalb der Projektwoche "GoEnergie".

Bei dieser viertägigen Projektwoche bearbeiten Schüler:innen in kleinen Teams reale Projekte zum Thema Energiewende. Hierfür erhalten sie zu Beginn am Campus Jülich der FH Aachen einen Überblick über die Grundlagen der Energietechnik. Im weiteren Verlauf der Woche stehen Exkursionen zu Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Bereichen der Energiebranche an. Das vielfältige Programm wurde vom Fachbereich Energietechnik der FH Aachen in Zusammenarbeit mit dem zdi-Zentrum ANTalive e. V. und der Stiftung Energieinformatik gemeinsam mit den Förderunternehmen REGIONETZ, Stadtwerke Jülich, SOPTIM AG und KISTERS AG entwickelt. Das Programm zeigt den Teilnehmenden wissenschaftlich fundiert und praxisnah den Status quo und erklärt den Weg zu anstehenden Veränderungen, um die notwendigen Transformationen im Rahmen der Energiewende zu schaffen.

Schüler:innen lernen Studienmöglichkeiten kennen

Dieses Jahr nahmen 19 Schüler:innen des Inda-Gymnasiums aus Aachen sowie ein Schüler der Gesamtschule Heiligenhaus an der Projektwoche teil. Für die 20 Schüler:innen ging es am ersten Tag zum Campus Jülich: Dort folgte eine kurze Einführungsveranstaltung, bei der die Teilnehmenden die Studienmöglichkeiten am Fachbereich Energietechnik kennenlernten – so die Studiengänge Physikingenieurwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen (Nachhaltige Energiesysteme). Außerdem konnten sich die Teilnehmer:innen bei einem Rundgang einen Eindruck vom Campus Jülich machen. Prof. Dr. Martin Pieper, Dekan im Fachbereich Energietechnik, ist begeistert von der GoEnergie-Woche: "Ich freue mich, dass sich auch in diesem Jahr wieder viele Schüler:innen für das Zukunftsthema Energie interessieren und bei GoEnergie am Fachbereich Energietechnik mitgemacht haben. Ich denke, dass gerade der Mix zwischen Workshops am Campus Jülich und einem  direkten Einblick in Unternehmen sehr interessant ist und hoffentlich für ein zukünftiges Studium bei uns begeistert."

Das Solar-Institut Jülich und das Institut NOWUM-Energy stellten außerdem ihre praktischen Forschungsfelder vor. Am Nachmittag konnten die Schüler:innen in Workshops und Laboren spannende Themen rund um die Energiewende erarbeiten.

Besonders eindrucksvoll gestaltete sich am Montag der Besuch der Hochtemperatur-Strömungsanlage. Dort hatten die Schüler:innen die Gelegenheit, sich mit Hilfe von Virtual Reality-Brillen durch das Labor zu bewegen und in den Strömungskanal hineinzuschauen. So konnten sie selbst Bauteile wie den Ventilator, die Heizung oder die Wärmeübertrager in der Maschine entdecken.

Herausforderungen der Energiewende

Am Tag darauf besuchten die Schüler:innen den Netzbetreiber REGIONETZ, der Gas und Strom an über 700.000 Kund:innen liefert. Dort erhielten sie einen praxisnahen Einblick in die Herausforderungen, die bei der Umsetzung der erneuerbaren Energien auftreten. "Wir finden es sehr gut, die Schüler:innen praktisch an das Thema Energie heranzuführen und auch Werbung für eine Karriere im Energiebereich mache zu können. Grundsätzlich ist es uns auch wichtig, Schüler:innen an die praktischen Berufe, wie Anlagenmechaniker:in oder Elektroinstallateur:in heranzuführen, da wir hierbei auch eine größere Nachfrage haben als bei studierten Leuten", erklärt Felix Brelöhr, Mitarbeiter im Asset Management von der REGIONETZ.

Den zweiten Unternehmenstag verbrachten die Schüler:innen bei der SOPTIM AG und der KISTERS AG. Nach einer Begrüßung wurde zunächst die Solaranlage auf dem Dach des Gebäudes, das kleine Blockheizwerk sowie das Messwerterfassungssystem im Keller der KISTERS AG besichtigt. Außerdem erlebten sie einen Workshop zu Simulation von Windkraft- und Photovoltaikanlagen sowie E-Autos. Hierbei analysierten sie auch den derzeitigen Energiemarkt. "Wir haben den Tag als sehr angenehm erlebt, weil die Schüler:innen sehr engagiert und eigenständig die angebotenen Wissensquellen genutzt haben", erinnert sich Georg Schmitz, Ausbildungsleiter von der KISTERS AG.

Bei der SOPTIM AG machten die Teilnehmer:innen während eines praktischen Scrum-Projekts mit Lego Mindstorms erste spielerische Programmier- und Projektmanagementerfahrungen. Lena Bernhardt, Personalreferentin der SOPTIM AG, fasst zusammen: "Sie durften den ganzen Tag mit Lego spielen und das in der Oberstufe – das Feedback war entsprechend positiv. Ein schöner Abschluss in die Sommerferien." Zudem lernten sie, wie moderne Softwareentwicklung im Team in sogenannten Scrum-Teams funktionieren. Am Donnerstag bekamen die Schüler:innen dann ihr Abschlusszeugnis ausgehändigt.

Die GoEnergie-Woche im nächsten Jahr

Dr. Hans Röllinger, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Energieinformatik, sagte: "Die GoEnergie Projektwoche für Schüler:innen der Oberstufe ist ein hervorragendes Programm, um interessierten Schüler:innen eine Studien- und Berufsperspektive in unserer spannenden und zukunftssicheren Branche aufzuzeigen. Wir, die Stiftung Energieinformatik und die beteiligten Förderunternehmen, engagieren uns sehr gerne bei solch tollen Programmen und unterstützen sie auch in Zukunft."

Das Programm wird in den kommenden Jahren weiterentwickelt und voraussichtlich nächstes Jahr wieder stattfinden. Bei Fragen melden Sie sich bei Ellen Stollenwerk (stollenwerk@antalive.de), Projektkoordinatorin des ANTalive e. V., oder Sebastian Reinkensmeier (reinkensmeier@energie-informatik.de), Projektmanager der Stiftung Energieinformatik.

Die nächste Möglichkeit als Schüler:in die Studienmöglichkeiten im Bereich Ingenieurswissenschaften zu erleben, sind die Studienfelderkundungen der Ingenieurwissenschaftler:innen. Weitere Informationen zur Veranstaltungen gibt es hier.