Die Zukunft des Maschinenbaus

FH-Institut präsentiert seine Forschung vor Gästen aus Wirtschaft und Wissenschaft

Präsentation des IaAM im Hörsaal und in der Modellfabrik

Ob im Hörsaal oder in der Modellfabrik: Das Konzept des Digitalen Zwillings stieß auf großes Interesse. Fotos: FH Aachen / Arnd Gottschalk

 

Mehr als 60 Gäste aus Wirtschaft und Wissenschaft waren jetzt im Rahmen der Veranstaltungsreihe "F&E ONSITE!" zu Gast am Institut für angewandte Automation und Mechatronik (IaAM) der FH Aachen, um sich über aktuelle Entwicklungen im Bereich Industrie 4.0 zu informieren. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Konzept des Digital Twins (Digitaler Zwilling), das komplexe industrielle Produktionsprozesse virtuell nachbildet und so Unternehmen hilft, ihre Abläufe mit Hilfe der Digitalisierung zu verbessern.

Der Prorektor für Forschung, Innovation und Transfer der FH Aachen, Prof. Dr. Thomas Ritz, bekräftigte, der Digitale Zwilling sei ein sehr überzeugendes Beispiel dafür, wie die Digitalisierung in der Wirtschaft eingesetzt werden könne. Das Verständnis von Digitalisierung habe sich in den letzten Jahren geändert – es gehe inzwischen weniger um die Beschreibung von Ist-Zuständen, sondern um Vorhersagen und Hochrechnungen. Dies sei gerade in einer Zeit wichtig, die von einer hohen Dynamik in politischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Prozessen gekennzeichnet sei. Die Forscherinnen und Forscher der FH Aachen entwickelten gemeinsam mit den Unternehmen anwendungsorientierte Lösungen in diesem Bereich.

Peter Kayser, geschäftsführender Gesellschafter der Carl KRAFFT & Söhne GmbH & Co. KG, berichtete über die Zusammenarbeit seines Unternehmens mit dem IaAM. Krafft ist ein mittelständisches Unternehmen aus Düren, das sich auf die Produktion von Walzen spezialisiert hat. Kayser betonte, für ein Unternehmen dieser Größe sei es schwierig, Digitalisierungsprojekte aus eigener Kraft umzusetzen. Erst durch die Zusammenarbeit mit der Hochschule sei es möglich, diese komplexen Prozesse zu bewältigen. "Wir sind ein klassischer Maschinenbauer, aber jetzt sind wir auch ein Anbieter von Hard- und Software", sagte Kayser. So würden die Walzen inzwischen mit Sensoren ausgestattet, um bestmögliche Funktion zu gewährleisten.

Der Leiter des IaAM, Prof. Dr. Jörg Wollert, betonte, die Aufgabe des IaAM sei es, der Digitalisierung im Maschinenbau ein Gesicht zu geben. Das Institut stehe allen kleinen und mittelständischen Unternehmen als Ansprechpartner zur Verfügung, um digitale Prozesse zu bündeln und aus einer ganzheitlichen Perspektive zu betrachten. Gemeinsam mit Projektleiterin Jessica Ulmer und dem IaAM-Team präsentierte er in der Modellfabrik, in welchen Anwendungsbereichen aktuell geforscht wird. Für die Gäste aus der Wirtschaft bot sich die Möglichkeit, ihre individuellen Fragestellungen mit den FH-Fachleuten zu diskutieren. Auch für die rund 20 Teilnehmenden der Summerschool Industrie 4.0, die vom IaAM organisiert wurde, ergaben sich interessante Einblicke in die Welt der Digital Twins.

Diese Veranstaltung wurde in Kooperation mit der AGIT und dem Projekt NRW.Innovationspartner durch den Innovationstransfer der FH Aachen organisiert. Sie war Teil der "Digital Twin Academy", die von der Euregio Maas-Rhein im Rahmen des Interreg-Va-Programms gefördert wird.