Welt im Wandel verantwortungsbewusst gestalten

Neujahrsempfang der FH Aachen

Neujahrsempfang der FH Aachen

Beim Neujahrsempfang in der Aula erläuterte Rektor Prof. Pietschmann die Pläne des Rektorats, Prof. Engeln-Müllges wurde feierlich verabschiedet. Fotos: FH Aachen / Heike Lachmann

"WIR im Wandel": Unter dieses Motto hatte die FH Aachen ihren Neujahrsempfang gestellt, und die rund 300 Gäste in der Aula bekamen einen Einblick, wie die Hochschule ihren Wandel und den Wandel in der Welt verantwortungsbewusst gestalten will.

Für das Rektorat betonte Rektor Prof. Dr. Bernd Pietschmann, die zurückliegenden zwei Jahre hätten Spuren hinterlassen – Corona, Ukrainekrieg, Flutkatastrophe. "Wir haben aus Herausforderungen Chancen gemacht", sagte er, in den kommenden Jahren müsse die FH Aachen gemeinsam neue Wege gehen und als Team noch mehr zu einem WIR zusammenwachsen. Inhaltliche Schwerpunkte seien die Weiterentwicklung der Lehre unter Einbeziehung digitaler Instrumente, die Erforschung und Entwicklung pragmatischer Lösungen für technologische Herausforderungen sowie das Zusammenspiel vielfältiger Lebensentwürfe. Bei all dem sei gegenseitiges Vertrauen der Schlüssel zum Erfolg.

Für Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen sind die Hochschulen neben der Wirtschaft und engagierten Menschen in Vereinen und Organisationen das Fundament für eine starke zivilgesellschaftliche Gemeinschaft. "Gemeinsam können wir als Stadt im Wandel vorangehen", meinte sie, "es ist unsere Aufgabe der nächsten Jahre, den jungen Menschen eine gesunde, starke und nachhaltige Stadt zu hinterlassen." Für die Mobilitäts- und die Energiewende sei großer Innovationsgeist nötig.

Von der partnerschaftlichen Zusammenarbeit der Aachener Hochschulen zeugte auch, dass die Festrednerin von der RWTH Aachen kam. Prof. Dr. Sabine Schlittmeier, Professorin für Arbeits- und Ingenieurpsychologie, sprach in ihrem Vortrag über die Auswirkungen der Coronapandemie auf die Psyche der Menschen. So seien eingespielte soziale Muster – etwa bei der Zusammenarbeit in Gruppen – durch Homeoffice und Videokonferenzen aus den Fugen geraten. "Wir Menschen sind soziale Wesen", betonte sie und bekräftigte, es gelte fundierte Rückschlüsse aus den Entwicklungen der Pandemiezeit zu ziehen und in der Neuausrichtung der kommenden Jahre ein gutes Gleichgewicht zu wahren.

Ein bewegender Abschied

Beim Neujahrsempfang ging der Blick auch zurück, und dies wurde zu einem überaus bewegenden Moment: Nach mehr als 40 Jahren wird Prof. Dr. Dr. h.c. Gisela Engeln-Müllges die FH – "ihre FH" – verlassen und in den Ruhestand gehen. 1982 kam sie als Professorin für Numerische Mathematik und Datenverarbeitung zum damaligen Fachbereich Maschinenbau der Fachhochschule. 14 Jahre lang – von 1991 bis 2005 – war sie Prorektorin für Forschung, Entwicklung und Technologietransfer, sie war Mitglied des Wissenschaftsrats und gehörte seit 2008, zuletzt als stellvertretende Vorsitzende, dem FH-Hochschulrat an. Vor allem aber war sie treibende Kraft für Veränderungen, Vordenkerin und Vorkämpferin, immer engagiert, liebevoll und emotional.

In ihren Abschiedsworten sagte sie: "Die Arbeit mit den Studierenden hat mir immer viel Spaß gemacht. Das ist schließlich unsere Hauptaufgabe: Wir wollen jungen Leuten den Weg zum Erfolg bereiten." Jeder Tag an der FH habe ihr Freude bereitet, die Zusammenarbeit mit den zahlreichen Kolleginnen und Kollegen habe sie genossen. Die Gäste würdigten die Lebensleistung von Prof. Engeln-Müllges mit herzlichem Applaus. "Sie haben mich mit Ihrem Applaus glücklich gemacht", sagte sie, "ich wollte aufstehen, aber mir standen die Tränen in den Augen. Dann habe ich vielleicht doch einiges richtig gemacht für ‚meine‘ Hochschule. Alles, alles Gute für Sie, ich werde Sie alle vermissen!"

Wir werden Sie auch vermissen, EM, herzlichen Dank für alles!