Das sagen unsere Alumni

Patrick Verhee: "Der MBA hat meine berufliche Entwicklung beschleunigt."

Patrick Verhee MBA, Ford Motor Company (Foto: Ford of Europe)

Zunächst gratuliere ich Ihnen sehr herzlich, Herr Verhee. Sie sind jüngst zum Design Operations Manager bei Ford Motor Company in Köln aufgestiegen. Was macht ein Design Operations Manager in einem Automobilunternehmen überhaupt?

Patrick Verhee: Meine Aufgabe besteht darin, sämtliche operativen Bereiche in der Designabteilung zu definieren, zu organisieren und zu führen. Diese operativen Bereiche sind sehr umfangreich. Sie umfassen das Business Office, das die gesamte Budgetverantwortung hat, und das Design Properties Team, das für die Ausführung jeglicher Design Properties verantwortlich ist. Zu den operativen Bereichen gehören ferner die Werkstätten (Properties Engineering, Modelbauer, Fräs- & Dreharbeit, Holz und Metalshop, Sattlerei, Lackierung), der Multi-Media Bereich, der Health & Safety-Bereich und schließlich die Betriebsanlage. Also eine recht breit gefächerte und vielseitige Aufgabe und Herausforderung.

Welchen Anteil an Ihrer beruflichen Karriere hat Ihrer Meinung nach der erfolgreiche Abschluss des MBA-Studiengangs „Entrepreneurship“?
 
Patrick Verhee: Die für mich neue Position erfordert einen Background in Finanzen und Organisation. Das erste Studium habe ich als Maschinenbauer mit einer Fachrichtung im Produkt-Design erfolgreich absolviert. In meiner bisherigen beruflichen Laufbahn habe ich mich ausschließlich mit dem Thema „Design“ befasst, dies vornehmlich mit kreativen Tätigkeiten. In meiner vorherigen Position prägte in erster Linie die Methode „learning by doing“ meine finanziellen und betreuenden Aktivitäten. Diese hatte auf Dauer ihre Grenze gezeigt. Also suchte ich nach Wegen, mich besser zu organisieren und darüber hinaus meinen Wissens- und Erkenntnishorizont zu erweitern. Der MBA-Studiengang „Entrepreneurship“ hat mir genau diese Wünsche erfüllt und mit dazu beigetragen, dass ich nun die neue Funktion ausübe.
 
Das heißt mit anderen Worten: Sie empfehlen den Studiengang auch anderen Interessierten?
 
Patrick Verhee: Meine kurze Antwort auf Ihre Frage: Ja. Der Studiengang ist ein Angebot für Nachwuchskräfte, die entschlossen sind, sich weiterzuentwickeln und ihre Karriere beschleunigen.
 
Welchen Rat geben Sie diesen Interessierten?
 
Patrick Verhee: Seien Sie begeistert! Setzen Sie sich Ziele, streben Sie diese Ziele mit Entschlossenheit an!
 
Würden Sie den Aufwand des Studiums noch einmal auf sich nehmen?
 
Patrick Verhee: Sicherlich!! Das Studium hat trotz des Aufwands richtig Spaß und Freude gebracht. Allerdings bekenne ich, dass es für mich mit nun zwei kleinen Kindern (das erste ist während meiner Masterarbeit geboren) schon einer besonders guten Organisation in der Familie und einer  Unterstützung durch die Familie bedürfte.  Die eigene Motivation und die Entschlossenheit, das gesteckte Ziel zu erreichen, spielen eine bedeutsame Rolle. Insgesamt ist der zeitliche Einsatz für das Studium zwar hoch, aber wiederum auch schnell vergessen, wenn man das Abschlusszertifikat in Händen hält.

Das Gespräch führte Prof. Dr. Gerd Wassenberg.

Christian Wilkes: "Als Gründer verstehe ich jetzt die Sichtweise von Banken und Juristen."

Christian Wilkes MBA, Dr. Hatim Hemeda, Ute Steinbusch MBA, PL BioScience

Christian Wilkes, Alumni-Beauftragter der Sektion „Entrepreneurship“ der Alumni-Vereinigung Alfhanet e. V. der FH Aachen, hat von 2012-2014 selbst am MBA-Programm „Management und Entrepreneurship MBA“ (damals noch „Entrepreneurship MBA“) teilgenommen. In diesem Jahr gründete er gemeinsam mit dem Molekularbiologen Dr. Hatim Hemeda die PL BioScience GmbH. Im Herbst dieses Jahres kam die Biologin Ute Steinbusch, ebenfalls Absolventin des MBA-Studiengangs der FH Aachen im Jahrgang 2008, für den Bereich Business Development ins Unternehmen.

Herr Dr. Hemeda, womit beschäftigt sich Ihr Unternehmen?

Dr. Hatim Hemeda: Wir bieten ein hochwertig produziertes Verbrauchsmaterial für Labore in Industrie und Forschung an. Unser Plättchenlysat – daher auch unser Name PL Bioscience – wird aus den Thrombozyten des menschlichen Bluts gewonnen und dient als Nährboden für Stammzellen. Bislang war dieses Produkt noch nicht kommerziell verfügbar. Wir bieten nun ein standardisiertes Produkt an und gehören damit zu den ersten weltweit. Der Markt entwickelt sich gerade rasant. Mittlerweile konnten wir unsere Produktpalette sogar noch erweitern um ein Gel-Substrat aus Human-Lysat, das auf einem Patent der RWTH Aachen basiert und über eine innovative 3-D-Matrix verfügt, die für die Kultivierung von Zellen viele Vorteile hat.

Frau Steinbusch, kamen Sie über das Netzwerk des MBA-Studiengangs ins Unternehmen?

Ute Steinbusch: Indirekt. Der erste Kontakt entstand über eine Veranstaltung hier im Technologiezentrum Aachen, bei der Hatim Hemeda sein Konzept vorstellte.

Christian Wilkes: Einerseits brachte Ute Steinbusch als Diplombiologin alle Voraussetzungen mit, nach denen wir suchten. Als wir dann noch erfuhren, dass sie ebenfalls Absolventin des „MBA Management und Entrepreneurship“ ist, war uns sehr schnell klar, dass alles passt. Denn schließlich weiß ich aus eigener Erfahrung, was sie dort gelernt hat. Insofern hat das Netzwerk gegriffen.

Frau Steinbusch, Herr Wilkes, was war bei Ihnen damals der Auslöser, sich um die Teilnahme am MBA-Programm „Management und Entrepreneurship“ zu bewerben?

Ute Steinbusch: Mir ging es um die kaufmännische Zusatzqualifikation. Was daraus mal werden würde, war mir noch nicht ganz klar. Ich habe dann ein paar Jahre später die Geschäftsführung eines Start-ups übernommen, da habe ich von den im MBA vermittelten Kenntnissen sehr profitiert.

Christian Wilkes: Bei mir war es ganz klar der Aspekt „Entrepreneurship“. Ich habe mich nie im Großkonzern, sondern immer als jemand gesehen, der ein Unternehmen aufbaut.

Hat sich Ihre Erwartungshaltung an das MBA-Programm bestätigt?

Christian Wilkes: Absolut, nur wenige Monate nach meiner letzten Vorlesung haben wir gegründet. Für mich war die Richtung klar, allerdings kamen meine Kommilitonen aus ganz unterschiedlichen Bereichen mit unterschiedlichen Zielsetzungen. Viele wollten sich auch in Ihrem Unternehmen weiterentwickeln. Für mich ist der Studiengang ein echter Entrepreneurship-MBA, der mit seinen praxisnahen Veranstaltungen viele Wege aufzeigt und das Selbstbild der Absolventen und Absolventinnen als Manager formt.

Ute Steinbusch: Es ist eine gute Mischung aus Fachexpertise und Anker in der Region. Letzteres ist natürlich insbesondere für diejenigen von Interesse, die sich hier im Rheinland weiterentwickeln möchten. Mir hat beides jedenfalls gutgetan.

Von welchen Erkenntnissen aus Ihrem MBA-Studium profitieren Sie ganz praktisch in Ihrer jetzigen Situation als Gründer?

Christian Wilkes: Sehr viel gegeben haben mir die starken praktischen Bezüge des Studiums. Wenn Dozenten sehr anschaulich Beispiele oder Fallstudien aus ihrer persönlichen Erfahrung benannt haben, konnte man dahinter doch stets das theoretische Modell erkennen, das illustriert wurde. Zu fast jedem Dozenten habe ich heute bestimmte Bilder oder Cases im Kopf, die mir immer noch sehr präsent sind. Ich habe im MBA-Programm gelernt, mich in die Sichtweise anderer hineinzuversetzen und ein Verständnis dafür entwickelt, wie zum Beispiel eine Bank, ein Wirtschaftsprüfer oder ein Jurist auf die Dinge schauen. Das hilft mir enorm. Ich kann auf Augenhöhe mit meinen jeweiligen Ansprechpartnern kommunizieren.

Frau Steinbusch, wie haben Sie die Studiensituation in Düren erlebt?

Ute Steinbusch: Ganz plastisch: Morgens auf dem Markt direkt vor der Haustür frisch einkaufen, gemeinsam frühstücken und gemeinsam in einen spannenden Tag starten. Wir waren eine tolle Truppe, bunt gemischt, das hat echt Spaß gemacht, und wir treffen uns heutzutage noch hin und wieder. Mitten in der Innenstadt hat man dann sogar in den Pausen noch das Allernötigste erledigen können, wenn man schon den ganzen Samstag fürs Studium investiert.

Wem können Sie den Studiengang empfehlen?

Christian Wilkes: Jedem, der von einem breiten Spektrum an Erfahrung profitieren will und bereit ist, etwas daraus etwas zu machen.

Ute Steinbusch: Für so ein Zusatzstudium braucht es schon Durchhaltevermögen und Sitzfleisch. Manche hatten schon vergessen, was es heißt zu lernen. Aber noch mal: Für mich hat es sich gelohnt. Ich würde es wieder machen.

Wie war das Studium neben dem beruflichen Alltag zu bewältigen?

Christian Wilkes: Manchmal war es eng. Ich habe viel am Wochenende und abends gelernt. Ich fand das Studium angemessen anstrengend, aber vor allem machbar für alle, die wirkliches Interesse an den Themen haben.

Ute Steinbusch: Naja, so manches Hobby wurde in der Zeit eingeschränkt, da ich in der Zeit quasi eine Sechs-Tage-Arbeitswoche hatte. Aber es ist ein überschaubarer Zeitraum, auf den man sich eben einlassen muss. Bei mir hat es gepasst.

Das Gespräch führte Susanne Rütten-Nilges.

Andrea Schiefke: "Ich lernte unternehmerisches Denken und Handeln."

Andrea Schiefke MBA, Stadt Neuss

Den Abschluss des MBA-Studiengangs „Entrepreneurship“ haben Sie im März 2008 erworben. Was hat sich durch den MBA für Sie beruflich verändert?

Andrea Schiefke: Die berufliche Veränderung nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiengangs war für mich von besonderer Bedeutung. Kurz nach dem Abschluss fasste ich den Mut, mich beruflich zu verändern. Am 1. September  2008 trat ich die Stelle als Leiterin der Abteilung Gebäudeerhaltung beim Gebäudemanagement der Stadt Neuss an. Unter zehn Bewerbern entschied sich das Auswahlgremium für mich, nicht zuletzt auch wegen meines MBA-Abschlusses. Der Studiengang „Entrepreneurship“ soll, wie der Name schon sagt, unternehmerisches Denken und Handeln fördern. Mit seinen Inhalten befähigt er die Studierenden, die wie in meinem Studienjahr fast ausschließlich aus ingenieurwissenschaftlichen Berufen kommen, Führungsaufgaben in Unternehmen zu übernehmen. Dies habe ich für mich als berufliche Chance genutzt. Mit dem MBA in der Tasche habe ich meine Selbständigkeit aufgegeben und Führungsaufgaben in einer öffentlichen Einrichtung übernommen.

Hand aufs Herz: Hat sich der Aufwand des achtzehnmonatigen Studiums für Sie gelohnt?

Andrea Schiefke: Für mich hat sich der Aufwand des Studiums auf jeden Fall sowohl finanziell als auch fachlich gelohnt. In vielen Bereichen kann ich mein neu erworbenes Wissen anwenden oder vertiefen, weil ich im Studium Kenntnisse erworben und Informationsunterlagen zum Nachlesen griffbereit habe. Ohne diesen Abschluss hätte ich damals diese Führungsposition nicht bekommen. Allein mit einem Architekturstudium und der Berufserfahrung hat man heutzutage kaum eine Chance angesichts zahlreicher Mitbewerber. Sie benötigen ein Alleinstellungsmerkmal, um sich vom Durchschnitt abzuheben. Das ist mit dem Studium gegeben. In den zurückliegenden sechs Jahren habe ich nur einen einzigen Architekten kennengelernt, der ebenfalls diesen Studiengang „Entrepreneurship“ absolviert hat.


In welcher Verbindung stehen Sie heute noch zum MBA-Studiengang „Management und Entrepreneurship“?

Andrea Schiefke: Der Kontakt zu den Kommilitonen, mit denen ich den Studiengang absolviert habe, ist immer noch lebendig. Daraus sind für mich engere private Freundschaften und berufliche Verbindungen entstanden. Auch zu einigen Dozenten bestehen immer noch persönliche Kontakte. Hin und wieder nutze ich diese, um einen Ratschlag oder eine Meinung einzuholen.


In der Werbung für den Studiengang gibt es drei zentrale Botschaften: die hohe Qualität der Vorlesungen, die gute Mischung der Dozenten aus Wissenschaft und Praxis, ein sehr gut funktionierendes Netzwerk. Wie beurteilen Sie diese Werbebotschaften im Rückblick?

Andrea Schiefke: Den Werbebotschaften ist nichts hinzuzufügen. Aus eigener Erfahrung bestätige ich die Aussagen zu hundert Prozent. Die drei Botschaften stehen im engen Zusammenhang. Durch die Wahl der Dozenten wurden Erfahrungen aus der Praxis direkt an die Studenten ermittelt. Dadurch war die Qualität der Vorlesungen enorm hoch.  Die Vorlesungen waren sehr praxisbezogen und keine "Lehrbuchvorlesungen". Die Dozenten waren sehr engagiert, so dass neben den Vorlesungen auch noch Zeit für persönliche Anliegen und Fragen war.

Was hat Ihnen im Programm des Studiengangs gefehlt?

Andrea Schiefke: Damals fehlte mir nicht unbedingt etwas, weil die Themen der Vorlesungen sehr umfangreich und vielseitig waren. Einige Themen wie beispielsweise Ethik hätte man meines Erachtens nicht behandeln müssen. Nach meinen Erfahrungen von heute würde ich die Themen "Führung", "Motivation von Mitarbeitern", "Feedbackgespräche" usw. in die Vorlesungen integrieren. In meinem Bereich habe ich viel mehr mit den Belangen der rund 30 Mitarbeiter und mit zielgerichteter Führung zu tun als mit den fachlichen Kenntnissen. In den letzten zwei Jahren habe ich Fortbildungsseminaren besucht, um meine Führungsqualitäten zu verbessern und nachzuweisen. Diese Kompetenz erwarten viele Unternehmen, um Mitarbeiter mit Führungsaufgaben zu betrauen. Unsere Personalabteilung legt sehr hohen Wert auf diese Nachweise und Erfahrungen.

Zum Schluss stelle ich die fast obligatorische Frage an Sie als Frau. Berufsbegleitendes Studium, volle Berufstätigkeit als Selbständige, Mutter zweier heranwachsender Kinder. Was können Sie Frauen empfehlen, die wie Sie dieses Studium aufnehmen möchten?

Andrea Schiefke: Kurz und knapp kann ich den Frauen nur raten: Mut haben, den Schritt zu wagen; es ist zu schaffen, weil wir Frauen Organisationstalente sind. Wenn man den Berg vor sich sieht, fragt man sich: Wie soll das zeitlich funktionieren? Aber es geht, weil man andere Prioritäten setzt, Natürlich bleibt für manche Dinge nicht mehr so viel Zeit. Da die Dauer des Studiums aber überschaubar ist und man das Ziel, den MBA-Abschluss, vor Augen hat, ist diese Hürde zu meistern. Man schafft mehr, man ist leistungsfähiger, als man sich selber zutraut. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das positive Gefühl nach dem Abschluss ist schon gewaltig. Mein Selbstwertgefühl habe ich durch den Studiengang enorm gestärkt.Für mich hat sich der Aufwand des Studiums auf jeden Fall sowohl finanziell als auch fachlich gelohnt. In vielen Bereichen kann ich mein neu erworbenes Wissen anwenden oder vertiefen, weil ich im Studium Kenntnisse erworben und Informationsunterlagen zum Nachlesen griffbereit habe. Ohne diesen Abschluss hätte ich damals diese Führungsposition nicht bekommen. Allein mit einem Architekturstudium und der Berufserfahrung hat man heutzutage kaum eine Chance angesichts zahlreicher Mitbewerber. Sie benötigen ein Alleinstellungsmerkmal, um sich vom Durchschnitt abzuheben. Das ist mit dem Studium gegeben. In den zurückliegenden sechs Jahren habe ich nur einen einzigen Architekten kennengelernt, der ebenfalls diesen Studiengang „Entrepreneurship“ absolviert hat.

Das Gespräch führte Prof. Dr. Gerd Wassenberg.

 

 

Prof. Frank Späte: "Bei Interesse an betriebswirtschaftlichen Fragestellungen empfehle ich uneingeschränkt: Machen!"

Prof. Frank Späte MBA, OTH Amberg-Weiden

Zum 1. Februar 2014 haben Sie die Professur für „Energieeffiziente Gebäudetechnik“ an der Ostbayerischen Technischen Hochschule in Amberg-Weiden übernommen. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Berufung. Was war seinerzeit das Motiv für Sie, den MBA-Studiengang „Entrepreneurship“ im Herbst 2003 aufzunehmen?
 
Frank Späte: Zu der Zeit war ich Abteilungsleiter im Jülicher Solar-Institut der FH Aachen. Die FH Aachen hatte mich in den Jahren 2000 bis 2003 freigestellt, damit ich im Rahmen eines Projektes eine Produktion von Komponenten für Solarkollektoren aufbauen und in eine eigenständige Firma überführen sollte. Während dieser Zeit erkannte ich mein Defizit an betriebswirtschaftlichen Kenntnissen. Es gelang mir zwar, aus dem Projekt heraus schließlich eine GmbH zu gründen. Dennoch wurde mir das fehlende Management-Know-how immer bewusster. Daher suchte ich nach einer Möglichkeit, diese fehlende Kompetenz zu erwerben. Der gerade von meiner FH eingerichtete berufsbegleitende MBA-Studiengang „Entrepreneurship“ bot sich geradezu an, zumal die Vorlesungen in Düren und damit unmittelbar vor meiner Haustür stattfanden.
 
Inwiefern haben sich die Erwartungen, die Sie mit dem Studiengang verbunden haben, verwirklicht?
 
Frank Späte: Die Tätigkeit an der FH Aachen bot mir dann noch nicht sehr viele Möglichkeiten, die frisch erworbenen Kenntnisse anzuwenden. Dies veranlasste mich schließlich, in die private Wirtschaft zu wechseln. Im Jahr 2007 übernahm ich in Franken eine attraktive Stelle in der weltweit tätigen REHAU-Gruppe, einem Hersteller Kunststoffverarbeiter mit einer sehr großen Produktpalette, u. a. Hersteller von Stoßfängern für Premium- Automarken, von Hightech-Fenstersystemen, von Rohren und Schläuchen. Die im MBA-Studium erworbenen betriebswirtschaftlichen Kenntnisse kamen mir während dieser fast siebenjährigen Tätigkeit sehr zugute.
 
 
Und welchen Nutzen erwarten Sie künftig noch aus Ihrem MBA-Studium?
 
Frank Späte: Nun, als Professor für das Lehr- und Forschungsgebiet „Energieeffiziente Gebäudetechnik“ benötige ich die MBA-Kenntnisse nicht mehr täglich. Jedoch gebe ich ab dem kommenden Wintersemester Grundlagenvorlesungen in Allgemeiner Betriebswirtschaftslehre. Diese Aufgabe zu übernehmen, war nur dank meines MBA-Studiums möglich.
 
 
Sie haben jüngst wieder an der Verabschiedung der diesjährigen MBA-Absolventen auf Burg Obbendorf teilgenommen. Was hat Sie dahin geführt?
 
Frank Späte: An diesem Wochenende war ich sowieso wieder einmal im Rheinland. Da bot sich die Einladung der FH Aachen zur Verabschiedung der diesjährigen MBA-Absolventen an, „alte“ Kommilitonen und frühere Dozenten zu treffen. Der Netzwerkgedanke war und ist meines Erachtens ein wichtiges Merkmal dieses Studiengangs.
 
Welchen Rat haben Sie für Interessenten an dem MBA-Studiengang der FH Aachen?
 
Frank Späte: Das Interesse für betriebswirtschaftliche Fragestellungen und Themen sollte gegeben sein. Für diesem Fall empfehle ich uneingeschränkt: Machen!

Das Gespräch führte Prof. Dr. Gerd Wassenberg.

Quality Automation, Stolberg: "Studierende lernen, Führungsverantwortung zu übernehmen."

Michael Fritz und Heinz Monnartz, Geschäftsführende Gesellschafter Quality Automation GmbH, Stolberg (Foto: Katerina Georgieva)

Herr Fritz und Herr Monnartz, Ihr Unternehmen ist mit 30 Beschäftigten ein typisch mittelständisches Unternehmen. Ist das nicht schon fast ein Luxus für Sie, dass in den letzten vier Jahren drei Ihrer Mitarbeiter ihren MBA-Abschluss in Düren erworben haben?
 
Monnartz: Mein Kollege und ich sind der festen Überzeugung, dass der Studiengang die Teilnehmer so ausbildet, dass sie unternehmerisch denken und handeln lernen, d. h. auch lernen, entsprechende Führungsverantwortung zu übernehmen. Künftig ist es einfach notwendig, angehende Führungskräfte frühzeitig gestalterisch an den Geschäftsprozessen zu beteiligen, damit sie später ein Unternehmen führen können.
 
Fritz: Wir wünschen, dass wir lernbegeisterte Mitarbeiter haben, die zudem nicht ängstlich sind, Verantwortung zu übernehmen. Unsere Firma ist im Wachstum begriffen. Da reichen wir beiden Geschäftsführer nicht mehr aus, um das Unternehmen nachhaltig und strategisch weiterzuentwickeln.

 
Herr Monnartz, Quality  Automation hat für die drei Herren die kompletten Studiengebühren übernommen? Hand aufs Herz: Ist das nicht ein wenig zu viel des Guten gewesen, Ihr Unternehmen ist ja nun nicht gerade ein Konzern?

Monnartz: Unsere Firma ist Dienstleister für Hightech-Unternehmen verschiedener industrieller Branchen. Enormes Fachwissen und hohe Managementkompetenz unserer Mitarbeiter mit ihrer uneingeschränkten Leistungsbereitschaft schaffen  die Voraussetzung dafür, dass wir wettbewerbsfähig sind und hoffentlich bleiben. Mitarbeiter zu fördern, betrachten wir primär nicht als Kosten, sondern dies ist für uns die „Investition in Köpfe“. Und diese Investition für die drei Herren, das können wir heute bereits sagen: Sie hat sich gelohnt und ist ein Gewinn für beide Seiten.
     
Treibt Sie nun nicht die Sorge um, Herr  Fritz, einer der drei MBA-Absolventen könnte bald geneigt sein, mit seiner höheren Qualifizierung den Arbeitgeber zu wechseln?
 
Fritz: Keineswegs. Obgleich Herr Monnartz und ich das Unternehmen erst im Jahr 2000 gründeten, haben wir von Anfang an Wert auf eine Unternehmenskultur gelegt, mit der alle Beschäftigten sowie unsere Kunden und Lieferanten leben können. Und zwei wesentliche Eckpfeiler unserer Unternehmenskultur sind das gegenseitige Vertrauen und die offene  Kommunikation. Unser Unternehmen glänzt nach außen nur, sofern es im Innenverhältnis funkelt. Die Mitarbeiter sind sich ihrer Verantwortung bewusst, dass  sie mit ihrem dank des MBA erworbenen Know-hows wesentlich dazu beitragen, die Zukunft des Unternehmens und damit auch die Arbeitsplätze der übrigen Beschäftigten zu sichern. Dieser Herausforderung stellen sich die drei Herren, und darüber sind wir froh.
  
Wie sind Sie seinerzeit auf den MBA-Studiengang „Entrepreneurship“ aufmerksam geworden?
 
Fritz: In den monatlichen Wirtschaftsnachrichten der IHK Aachen fiel mir vor einigen Jahren die Ankündigung des neuen Studienjahres für diesen MBA auf. Ich habe daraufhin die Initiative ergriffen.
 
Eine Initiative mit hohen Folgekosten?
 
Monnartz: Ich wiederhole mich gerne noch einmal. Wir betrachten diese Initiative als Investition, die mittel- und langfristig ihre Rendite abwirft - für das Unternehmen und für die drei Absolventen. Wir brauchen junge  und kreative Nachwuchskräfte, die neue Ideen hervorbringen und in der Lage sind, diese mit der notwendigen betriebswirtschaftlichen Sorgfalt und personellen Verantwortung umzusetzen. Hierfür schafft der MBA-Studiengang „Entrepreneurship“ aus unserer Sicht die wesentlichen Grundlagen.

Das Gespräch führte Prof. Dr. Gerd Wassenberg.

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