Forschung trifft Praxis

“Hier arbeiten Forschung, Innovation und Praxis Hand in Hand. Wir spielen uns die Bälle gegenseitig zu”, sagt Prof. Dr. Thomas Ritz, Rektor der FH Aachen. Das AZH ist Teil des neuen Eifel-Campus in Simmerath: Er soll den Transfer von akademischen Forschungsergebnissen in die Berufspraxis ermöglichen und gleichzeitig dem Handwerk Wege zur Nutzung neuer Technologien und Verfahren aufzeigen. “Der Eifelcampus in Simmerath eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten”, sagt Prof. Uibel. “In enger Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft können wir das Bauen mit Holz entscheidend voranbringen.”

Neue Aufgaben und Herausforderungen

Ein wichtiger Teil des Eifel-Campus ist das Bildungszentrum BGZ Simmerath der Handwerkskammer Aachen, bei dem die FH-Absolventin Lisa Merkens als stellvertretende Fachbereichsleiterin Bauhandwerke arbeitet. Das Aufgabenspektrum im Handwerk verschiebt sich derzeit. Digitalisierung und Vernetzung halten auch hier Einzug – das lässt sich etwa am Beispiel BIM (Building Information Modeling) illustrieren. Die verschiedenen Gewerke sowie Architekt:innen und Bauingenieur:innen tauschen sich auf der Baustelle mit Hilfe von virtuellen 3-D-Modellen aus, etwa wenn es die fachmännische Umsetzung von Bauplänen in der Praxis geht. “Wir stehen vor neuen Aufgaben und Herausforderungen”, sagt Lisa Merkens. Die enge Kooperation am Eifel-Campus soll gewährleisten, dass der gegenseitige Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Wissenschaft und Handwerk funktioniert. 

31 Milliarden Euro Umsatz jährlich

Der Transfer von Forschungsergebnissen in die Anwendung ist nur in gemeinschaftlicher Anstrengung möglich. Neben der FH und der HWK sind auch zahlreiche Unternehmen, Betriebe, Institutionen und Verbände beteiligt, die die gesamte Wertschöpfungskette abdecken – von der Forstwirtschaft über Planungs- und Ingenieursbüros bis hin zu verarbeitenden Betrieben und Baufirmen. Gerade in der Eifel spielt die Branche eine große wirtschaftliche Rolle. Bernd Goffart, Bürgermeister der Gemeinde Simmerath, betont: “Hier entsteht echter Mehrwert für die Region.” Wie wichtig die Holzwirtschaft für Nordrhein-Westfalen ist, zeigen Zahlen des Zentrums für Wald und Holzwirtschaft beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW. 12.000 Unternehmen machen landesweit 31 Milliarden Euro Umsatz jährlich, sie beschäftigen rund 130.000 Erwerbstätige.