Details
Brückenschläge
FH Aachen | Arnd Gottschalk
Alt und neu, Königshöhe und Kaiserhöhe, Bachelor und Master, Architektur und Bauingenieurwesen – und das alles in einer Ausstellung? Auf der Brücke 3 des FH-Gebäudes Bayernallee 9 werden jetzt die Ergebnisse eines Projekts präsentiert, das viele Brücken schlägt.
Pläne für die Bundesgartenschau
Die Bundesgartenschau (BuGa) 2031 wird in Wuppertal stattfinden. Unter anderem entsteht eine 850 Meter lange Hängebrücke, die das Tal der Wupper im Stadtteil Elberfeld überspannt. Sie verbindet die Kaiserhöhe mit der Königshöhe; in beiden Fällen handelt es sich um Parks, die zur Hochzeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert angelegt wurden. Das Areal auf der Königshöhe soll im Rahmen der BuGa umgestaltet werden.
Neues aus Bestehendem schaffen
Im vergangenen Wintersemester haben sich Studierende mit der Frage auseinandergesetzt, wie eine solche Neugestaltung aussehen kann. Aufhänger war eine Ausschreibung des Vereins Deutscher Ingenieure: Der vdi-Wettbewerb Integrale Planung 2025/26 steht unter dem Titel “Gateway Wuppertal – Neues aus Bestehendem schaffen”. Ziel des Wettbewerbs ist es, in interdisziplinären Teams praxisnahe Konzepte zu entwickeln, die zeigen, wie integrales Planen und Bauen zu nachhaltigen Lösungen beitragen können.
FH Aachen | Arnd Gottschalk
FH Aachen | Arnd Gottschalk
Zwei Fachbereiche beteiligt
Fünf Teams haben sich an der FH zusammengetan, um im Rahmen ihres Studiums Konzepte für die Aufgabenstellung zu entwickeln. Bachelorstudierende des Studiengangs Smart Building Engineering arbeiteten gemeinsam mit Masterstudierenden der Architektur. Koordiniert wurde das gemeinsame Projekt von Prof. Martin Zerwas und Prof. Dr. Evelin Rottke (beide Fachbereich Architektur) sowie Prof. Dr. Nina Kopmann und Prof. Dr. Bernd Döring (beide Fachbereich Bauingenieurwesen). Sie betonen, es sei ein wichtiger Teil der Aufgabe gewesen, die Brücke zwischen den Themen Entwurf und technische Umsetzung zu schlagen. Möglich wurde dies durch eine gemeinsame Betreuung in parallelen Lehrveranstaltungen beider Fachbereiche.
"Riesenbaukasten"
Die besondere inhaltliche Herausforderung des Vorhabens liegt in der Vorgabe, dass möglichst viele Bauteile aus bereits vorhandenen Gebäuden stammen sollen. Vor rund fünf Jahren fand – ebenfalls in Wuppertal – der Solar Decathlon Europe statt. Im Rahmen dieser Initiative für nachhaltiges Bauen hatten internationale Studierendenteams acht Hausprototypen gebaut – auch damals war ein FH-Team dabei. Im Rahmen des aktuellen Vorhabens galt es, diese bestehenden Gebäude daraufhin zu prüfen, ob sie in Teilen wiederverwertet und weiterverwendet werden konnten. “Im Prinzip hatten wir einen Riesenbaukasten”, erzählt Evelin Rottke, “es gab unglaublich viele Daten.” Entsprechend mussten die Studierenden auch den Planungs- und Entwurfsprozess anpassen.
Eine besondere Herausforderung
Zur Eröffnung der Ausstellung sagte Prof. Dr. Andrea Upmann, Prorektorin für Studium, Lehre und Internationales der FH, sie sei stolz, dass die Studierenden den Mut gehabt hätten, sich auf diese besondere Herausforderung einzulassen. Sie dankte den Lehrenden, die sich fachübergreifend zusammengeschlossen und ihre didaktischen Konzepte sowie die Notenfindung abgestimmt hätten.
Entscheidung fällt im Juni
Mit der Ausstellung ist das Semesterprojekt der Studierendengruppen abgeschlossen, der vdi-Wettbewerb geht jetzt in die Entscheidung: Mitte Mai wird eine Jury die besten Beiträge auswählen, die im Juni bei einer feierlichen Preisverleihung prämiert werden.
FH Aachen | Arnd Gottschalk