SensoFib
Sensoranordnung auf Basis des Seidenspinnerproteins Fibroin zur Unterstützung von Transplantationsprozessen
| Projektleitung | Prof. Dr.-Ing. Michael J. Schöning, Institut für Nano- und Biotechnologien (INB) |
| Förderlinie | Transfer HAW/FH PLUS |
| Forschungsschwerpunkt | Life Sciences |
| Projektpartner | Fibrothelium GmbH, Meotec GmbH |
| Projektlaufzeit | März 2025 bis Februar 2028 |
Worum geht es hier?
In Deutschland finden jährlich ca. 100.000 Operationen statt, bei denen Lappentransplantationen an Haut und Unterhaut vorgenommen werden. Diese Eingriffe zählen zu den aufwändigsten und kostspieligsten chirurgischen Eingriffen. Kommt es zu einem Versagen des Hautlappens, z.B. durch unzureichende Durchblutung, ist eine unmittelbare chirurgische Revision der einzige Weg, das Transplantat zu retten. Andernfalls muss das Transplantat entnommen und entsorgt werden, was zu enormen psychischen und physischen Belastungen der betroffenen Patienten führt. Aktuell erfolgt die Überwachung der Hautlappen durch eine klinische Beurteilung „von außen“ z.B. durch Überprüfung der Temperatur, der Farbe oder der Rekapillarisierung. Das Transplantatüberleben hängt dabei entscheidend von der korrekten Beurteilung und der klinischen Erfahrung des Pflegepersonals ab. Ziel im Rahmen des Projekts SensoFib ist daher die Entwicklung eines biohybriden, implantierbaren Sensors an der Grenzfläche „Transplantat/Empfängerregion“ als Frühwarnsystem zur automatisierten Überwachung von Hautlappentransplantaten für den späteren in-vivo Einsatz. Dafür soll ein Multisensorarray zur Überwachung von Temperatur, Leitfähigkeit (Impedanz) und Sauerstoffpartialdruck entwickelt werden.
Was war Ihre Motivation, sich an dieser Ausschreibung zu beteiligen? Woher stammt die Idee?
Die Projektidee entstand aus einer bereits bestehenden Forschungskooperation mit der Firma Fibrothelium GmbH bezüglich der Verwendung des Seidenfibroins aus dem Kokon der Seidenraupe Bombyx mori als Substratmaterial für potentielle Sensoranwendungen in der Medizintechnik. Trotz der engmaschigen Überwachung durch geschultes medizinisches Personal kommt es in bis zu 8% der Fälle zu einem Verlust des Hautlappentransplantats. Daher soll in diesem Projekt ein biokompatibles und biodegradierbares Sensorarray entwickelt werden, welches eine automatisierte klinische Überwachung anhand unterschiedlicher Parameter gewährleistet, um ein rechtzeitiges chirurgisches Eingreifen bei beginnendem Versagen von Hautlappentransplantaten zu ermöglichen.
Welchen Nutzen bringt dieses Projekt für die Gesellschaft und/oder im Sinne der Nachhaltigkeit?
Die Nutzung des geplanten Sensorarrays ist vielfältig. So sollen die starken psychischen und physischen Belastungen für die Patienten und die Kosten für das Gesundheitssystem, die mit dem Verlust eines transplantierten Hautlappens einhergehen, gesenkt werden. Außerdem ist aufgrund der Biokompatibilität und Biodegradierbarkeit des Sensors, im Gegensatz zu anderen implantierbaren Sensoren, eine weitere Operation zur Entfernung des Sensors nicht notwendig. Zusätzlich wird das Infektionsrisiko, welches sich durch das Einbringen von Fremdkörpern in den menschlichen Körper ergibt, erheblich gesenkt, da nur biokompatible Materialien verwendet werden und die Wunde durch das Einbringen des Sensors nicht zwingend offenbleiben muss.
Wer macht noch mit?
Im Projekt SensoFib ist ein Konsortium von drei Partnern versammelt. Die Partner aus der Industrie, Fibrothelium GmbH und Meotec GmbH, sind für die Bereitstellung der biokompatiblen und biodegradierbaren Materialien für die Entwicklung des geplanten Multisensor-Arrays zuständig.