TYPO/EUROPA
Netzwerkbildung zwischen Hochschulen zum Thema Schriftgestaltung in Europa
FH Aachen | Timo Wehrmeijer
| Projektleitung | Prof. Eva Kubinyi, Lehrgebiet Typografie, Fachbereich Gestaltung |
| Förderlinie | HAW-EuropaNetzwerke (Land NRW, Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt) |
| Projektvolumen | 75.000 € |
| Forschungsschwerpunkt | Netzwerkbildung in Europa, Schriftgestaltung & Typografie |
| Projektpartner | RWTH Aachen, ANRT Nancy, Esad Amiens, KABK Den Haag |
| Projektlaufzeit | 2026 - 2027 |
Worum geht es hier?
Das Projekt zielt darauf ab, die Vernetzung mit europäischen Hochschulen zu stärken und auszuweiten sowie bestehende Kooperationen zu vertiefen. Gemeinsam soll ein stabiles Konsortium aufgebaut werden, das Forschungsfragen zu zeitgenössischen Schrifttraditionen bearbeitet und Vermittlungsformate ermittelt und entwickelt. Es bildet die Grundlage für eine nachhaltige Zusammenarbeit bei der Bewahrung typografischer Traditionen und der Förderung innovativer Vermittlungsformate.
Was war Ihre Motivation, sich an dieser Ausschreibung zu beteiligen? Woher stammt die Idee?
Die Stadt Aachen liegt nicht nur historisch und geografisch im Herzen Europas, was europäisches Denken und Handeln nahe legt. Aachen hat auch eine starke Verbindung zum Thema Schrift, denn von hier aus gab Karl der Große im 8. Jhdt. den Anstoß für die Schriftreform, aus der unsere heutige Schrift hervorgegangen ist. Die Formen dieser Schrift wurden in verschiedenen Städten Europas weiterentwickelt. Die typografische Schriftgestaltung existierte seit der Erfindung des Buchdrucks jahrhundertelang als Handwerk, wurde jedoch nicht als eigenständige Disziplin gelehrt. Mit dem Aussterben traditioneller Schriftgießereien im 20. Jhdt. drohte auch das Wissen in Europa verloren zu gehen.
Als Reaktion darauf entstanden Lehrangebote insbesondere in Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz.
Auch wenn heute neben spezialisierten Workshops auch dezidierte Master- und postgraduierte Studiengänge angeboten werden, bleiben Austausch und Dokumentation der Lehrpraktiken lückenhaft. Hier soll das Projekt ansetzen und europäische Hochschulen in einem Netzwerk zusammenführen, das seine Methoden und Praktiken gemeinsam reflektiert, dokumentiert, weiterentwickelt und publiziert.
Welchen Nutzen bringt dieses Projekt für die Gesellschaft und/oder im Sinne der Nachhaltigkeit?
Das Projekt bildet die Grundlage für eine nachhaltige Zusammenarbeit von Hochschulen in Europa, im Spannungsfeld typografischer Traditionen und Innovationen. Ziel ist das immaterielle Kulturerbe der Schriftgestaltung und Typografie im europäischen Kontext des 20. und 21. Jahrhunderts zu bewahren, zu fördern und weiterzugeben. Die Ergebnisse sollen Interessierten Laien, Gestaltenden und Forschenden zugänglich gemacht werden.
Wer macht noch mit?
Die Netzwerkforschung und Erhebung der Methoden und Praktiken der Vermittlung von Schriftgestaltung erfolgt in Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen (Lehrstuhl für Soziologie, Schwerpunkt Technik- und Organisationssoziologie).
Weiterhin sind Kooperationen mit Hochschulen der umliegenden europäischen Länder geplant, die eine einschlägige Fachrichtung in der typografischen Schriftgestaltung anbieten (u. a. ANRT Nancy, Esad Amiens, KABK Den Haag). Wir freuen uns auf die interund transdisziplinäre Zusammenarbeit!
Kontakt
Prof. Eva Kubinyi
FH-Aachen