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Erste DIPLOMA am TZA: Design für Gesellschaft, Gesundheit und Handwerk

Bei der DIPLOMA am Fachbereich Gestaltung der FH Aachen stellten Absolvent:innen ihre Abschlussarbeiten aus – zum ersten Mal am neuen Standort Nahe des Europaplatzes

Zum Ende jedes Semesters findet am Fachbereich Gestaltung die DIPLOMA statt. Die Absolvent:innen präsentieren in einer großen Ausstellung zwei Tage lang ihre Abschlussarbeiten. Dieses Mal feierten sie gleichzeitig eine Premiere: Es war die erste DIPLOMA am Technologiezentrum Aachen (TZA), dem neuen, übergangsweisen Standort des Fachbereichs.

Design als Innovationsmotor

Dass der Fachbereich hier sein vorübergehendes Zuhause gefunden hat, scheint wie eine sehr natürliche Entwicklung. “Im Kontext technologischer Entwicklungen, digitaler Transformation und ökologischer Herausforderungen gewinnt Design zunehmend systemische Bedeutung”, so Lorenz Gaiser, Dekan des Fachbereichs. Es werde mehr und mehr zur Schnittstelle zwischen Technologie, Gesellschaft und Nachhaltigkeit. Genau das wolle man am neuen Standort weiter fördern.

Masterprojekte gestalten Kommunikation und stärken Gemeinschaft

Die präsentierten Abschlussarbeiten fügten sich in dieses Bild. Während ihres Design-Masterstudiums beschäftigten sich Christoph Helden und Tom Tietz gemeinsam mit der Frage, wie Gemeinschaft gefördert werden kann. Der Übergang vom alten Fachbereichsgebäude am Boxgraben zum TZA am Europaplatz bot ihnen eine Spielwiese zur Erprobung ihrer Toolbox. Mithilfe von selbstgebauten Möbeln oder Workshops, wie beispielsweise angeleiteten Druckexperimenten und selbstinitiierte Café-Formaten soll ihre Arbeit Kontakt anregen und Austausch zwischen Studierenden, aber auch Mitarbeitenden sowie Lehrenden fördern.

Auch Marius Kowalski möchte mit seiner Masterarbeit Kommunikation anregen, allerdings geht es ihm um Prävention von partnerschaftlicher Gewalt. Er entwickelte eine Kampagne, die sich an den besten Freund eines potenziellen Täters richtet. Der beste Freund erhält durch die Kampagne eine wissenschaftlich fundierte Hilfestellung, mit der er auf von außen merkbare Anzeichen von Gewalt in einer Partnerschaft reagieren kann, bevor diese eskaliert. Die Kampagne gibt beispielsweise handfeste Vorschläge, wie ein bester Freund reagieren kann, sobald er beobachtet, wie sein Freund dessen Partnerin bevormundet.

Produktdesign mit direktem Nutzen

Auch die Absolvent:innen im Bachelorstudiengang Produktdesign entwickelten Lösungen für reale Probleme. So entwickelte Laura Kindervater einen mobilen, kabellosen Sensor zur Vitalwertmessung herzkranker Kinder. Per App werden die Eltern informiert, sobald die Werte einen auffälligen Bereich erreichen. Für ihr Projekt stand sie in engem Kontakt mit dem Institut für Nano- und Biotechnologie der FH Aachen, um sicherzustellen, dass ihr Sensor aus medizintechnischer Sicht funktionsfähig umgesetzt werden könnte.

Im wahrsten Sinne handfest ist auch das Design von William Boemer. Er entwickelte eine mobile, faltbare Werkbank, mit der Handwerker schnell und sicher ihre Arbeit ausführen können, insbesondere wenn sie im Außendienst unterwegs sind. Mit seiner Arbeit möchte er den über 2000 meldepflichtigen Unfällen entgegenwirken, die jährlich entstehen, wenn Handwerker auf improvisierten, unsicheren Untergründen arbeiten.

Kommunikationsdesign zwischen Ausstellung, Tradition und Inklusion

Zoe Schröder widmete ihre Bachelorarbeit in Kommunikationsdesign dem Fußball. Mit einem Ausstellungskonzept möchte sie Besucher:innen in die Welt des Frauenfußballs eintauchen lassen und die Stärke und Qualität von Frauen in diesem Sport sichtbarer machen.

In der Welt unterwegs war auch Laura Mählmann für ihre Abschlussarbeit. Ihre Reise führte sie nach Island. Dort vollzog sie den gesamten Herstellungsprozess des landestypischen Lopapeysa-Pullovers nach – von der frisch geschorenen Schafswolle über das Spinnen und Färben bis hin zu den traditionellen Strickmustern. Entstanden ist eine Anleitung, die zum Nachmachen einlädt und die Hintergründe der Wollpullover-Herstellung greifbar macht.

Mit einem gesellschaftlich-sozialen Anspruch arbeitete Sara Barth – und zwar in enger Zusammenarbeit mit dem Vinzenz-Heim Aachen. Unter Mitwirkung der Menschen, die in der Einrichtung leben und arbeiten, entwickelte sie eine interaktive Publikation. Diese soll Sichtbarkeit und Selbstwirksamkeit von Menschen mit Beeinträchtigung fördern sowie Vorurteile und Barrieren beseitigen.

Ein neues Kapitel für den Fachbereich

Mit der ersten DIPLOMA am Technologiezentrum Aachen endete nicht nur das Semester, sondern begann auch ein neuer Abschnitt für den Fachbereich Gestaltung. Voraussichtlich sieben Jahre lang können die Gestaltungsstudierenden den neuen Standort mit innovativen Ideen und gesellschaftsrelevanten Konzepten füllen, bevor der Umzug zurück in das dann renovierte Gebäude am Boxgraben stattfindet.