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"Grenzregion bietet einzigartige Chancen"

Elf Hochschulen in der Euregio Maas-Rhein schmieden trinationale Zusammenarbeit: Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung während des OECD Global Forums in Maastricht

Elf Hochschulen aus der Euregio Maas-Rhein haben jetzt einen wichtigen Schritt in Richtung einer intensiveren grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation gemacht. Während des OECD Global Forum on Local Development in Maastricht unterzeichneten die Einrichtungen gemeinsam ein Memorandum of Understanding (MoU), mit dem sie ihren Willen bekunden, eine starke trinationale Wissens- und Bildungsregion aufzubauen.

Gesellschaftliche Herausforderungen angehen

Die Zusammenarbeit vereint Hochschulen aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland, um gemeinsame gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen in der Euregio Maas-Rhein anzugehen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Lehrplanentwicklung, anwendungsorientierte Forschung, Studierendenmobilität, Wissensaustausch sowie die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern und der Wirtschaft.

FH Aachen ist dabei

Beteiligte Einrichtungen sind: Zuyd Hogeschool, Fontys Hogeschool, Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, FH Aachen, Hogeschool PXL, UCLL, Autonome Hochschule Ostbelgien, Haute École de la Province de Liège, Haute École Charlemagne, Haute École de la Ville de Liège und Haute École Libre Mosane.

Integrierte Wissensinfrastruktur

Die Unterzeichnung steht im Einklang mit den Zielen des Politikrahmens “Arbeiten an einer zukunftsfähigen Wirtschaft”, in dem trinationaler Unterricht explizit als Schwerpunktthema für die Entwicklung einer zukunftsfähigen Bildungsinfrastruktur genannt wird. Ziel ist es, eine integrierte euregionale Wissensinfrastruktur zu schaffen, die bessere Karrierechancen für die Bewohner:innen sowie eine stärkere internationale Position der Region fördert. Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch der Förderbescheid für das Interregio-Projekt "NEXT3" übergeben. Das Ziel des Vorhabens besteht darin, einen grenzüberschreitenden, trinationalen Lehrplan für die Berufsausbildung und das Studium in den Fachgebieten Mechatronik und Informatik zu entwickeln. Dieser soll Auszubildenden und Studierenden ermöglichen, ihre Ausbildung bzw. ihr Studium grenzübergreifend zu absolvieren.

Unterstützung durch Politik und Wirtschaft

Um die regionale Bedeutung der neuen Hochschulzusammenarbeit zu unterstreichen, unterzeichneten die Provinz Limburg, die Province de Liège und der Zweckverband Region Aachen einen “Euregional Letter of Support”. Mit dieser Unterstützungserklärung bekräftigen die regionalen Regierungen ihr gemeinsames Engagement für die weitere Entwicklung und Sicherung des trinationalen Unterrichts in der Euregio Maas-Rhein. Ebenso von Bedeutung ist die enge Anbindung an die WIrtschaft - Unternehmen und Verbände unterzeichneten einen zweiten Letter of Support, unter ihnen auch die IHK Aachen und die Laser-Region Aachen.

Wirtschaftliche Entwicklung fördern

Für die Prorektorin für Forschung, Innovation und Transfer der FH Aachen, Prof. Dr. Isabel Kuperjans, liegt der Fokus auf dem Innovationsökosystem, also der praxisorientierten Forschung und der Zusammenarbeit mit Unternehmen, mit dem übergeordneten Ziel die wirtschaftliche Entwicklung in der Euregio Maas-Rhein zu fördern. In der Praxis bedeute das MoU, dass ein internationales Umfeld für Lernen, Innovation und Forschung entstehe. In diesem Umfeld könnten Studierende, Forschende und Unternehmen gemeinsam an drängenden Themen der Region arbeiten, zum Beispiel Klima, Gesundheitswesen, Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung, KI und Energiewende.

Vernetzung über Grenzen hinweg

Deputierte Elianne Demollin-Schneiders betont die Bedeutung struktureller Aufmerksamkeit für grenzüberschreitende Bildung auch auf nationaler Ebene: “Unsere Grenzregion bietet einzigartige Chancen und Herausforderungen. Gerade hier sehen wir, wie wichtig es ist, Bildung, Arbeitsmarkt und Innovation über Grenzen hinweg zu vernetzen. Gleichzeitig sind viele Bildungszuständigkeiten national organisiert. Deshalb setzen wir uns nicht nur regional, sondern auch in Richtung Den Haag, Brüssel und der anderen nationalen Regierungen dafür ein, grenzüberschreitende Bildung höher auf die Agenda zu setzen.”

Startschuss für langfristige Kooperation

Die Unterzeichnung des MoU markiert den Beginn einer langfristigen Zusammenarbeit zwischen den elf Hochschulen. In den kommenden Monaten werden gemeinsame Themen und konkrete Projekte weiter ausgearbeitet, unter anderem in den Bereichen Studierendenmobilität, gemeinsame Lehrpläne, anwendungsorientierte Forschung sowie europäische Förderprogramme wie Interreg und Erasmus+.

Veranstaltung in Maastricht

Das OECD Global Forum on Local Development findet vom 26. bis 28. Mai 2026 in Maastricht statt und bringt Entscheidungsträger:innen, Wissenseinrichtungen und internationale Organisationen zusammen, um Themen wie regionale Entwicklung, Innovation und Talentförderung zu diskutieren.