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Messen, testen, verändern

Ein FH-Team entwickelt ein Konzept für eine nachhaltige und effiziente Raumnutzung am Fachbereich Architektur

Wer beim Betreten des Hörsaals 01115 am Fachbereich Architektur nach oben schaut, hat es vielleicht schon mal gesehen: ein kleiner, weißer Kasten, der recht unscheinbar innen über der Tür hängt. Es handelt sich um einen Sensor. Seit Mitte April messen solche Sensoren in fünf Lehrveranstaltungsräumen, wie viele Personen sie betreten oder verlassen. Die Sensoren sind Teil des Projekts „Think. Test. Transform.“, dessen Ziel es ist, ein Konzept für eine nachhaltige und effiziente Raumnutzung am Fachbereich Architektur zu entwickeln. Gefördert wird das Projekt durch den Nachhaltigkeitsfonds der FH Aachen. 

Prof. Stefan Werrer und Marlène Gardeweg vom Fachbereich Architektur leiten das Projekt. „Wir wollen herausfinden, wie das bereits gegebene Raumpotenzial optimal genutzt und noch stärker an die Bedarfe der Studierenden und Mitarbeitenden angepasst werden kann“, erzählt Gardeweg, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin arbeitet. Derzeit gibt es am Fachbereich Architektur etwa 500 Studierende und rund 80 Mitarbeitende. 

Tatsächliche Nutzung messen

Für eine Bestandsaufnahme haben sie zunächst anhand der Stundenpläne geschaut, wie die Räume belegt sind. Das Ergebnis: Gemessen an Stunden waren Lehrveranstaltungsräume im ersten und zweiten Obergeschoss im Wintersemester 25/26 zu knapp zwei Dritteln der Zeit besetzt. Um die tatsächliche Nutzung zu messen, sind derzeit die Sensoren aktiv. Die Messungen sollen bis nächstes Jahr andauern. „Wir vermuten, dass es einen Unterschied zwischen der tatsächlichen Raumnutzung und den Stundenplandaten gibt“, meint Prof. Werrer, der Grundlagen des Städtebaus, städtebauliches Entwerfen und nachhaltige Quartiersentwicklung lehrt. 

Im Anschluss an die Messungen sollen adaptive Raumkonzepte entwickelt und mit den Beteiligten am Fachbereich diskutiert werden. Danach plant das Team, diese Konzepte zu erproben und nach Bedarf anzupassen. Der Vorteil: Statt sofort Geld für Umbaumaßnahmen auszugeben, wird erst getestet, ob sich etwas bewährt. 

Ateliers für Studierende

„Unser Ziel ist es, den vorhandenen Platz verantwortungsbewusst zu nutzen. Dazu zählt auch die Frage, wie wir Lehre künftig organisieren und ob eine veränderte Raumnutzung die Qualität der Lehre verbessern kann“, meint das Team. Zum Beispiel könnten Ateliers für Studierende eingerichtet werden. Das findet auch Nina Hanßen gut. Sie studiert Architektur, ist Mitglied im Fachschaftsrat und arbeitet als studentische Hilfskraft am Projekt. „Wir als Studierende wünschen uns feste Arbeitsräume, in denen wir über längere Zeiten ungestört an unseren Projekten arbeiten können.“ 

Perspektivisch sei denkbar, die im Projekt eingesetzten Sensoren über die aktuelle Untersuchungsphase hinaus zu nutzen. Zum Beispiel, um Raumnutzungen langfristig zu beobachten und bei sich verändernden Bedarfen entsprechend darauf reagieren zu können.

Förderung durch die Hochschule

Der Nachhaltigkeitsfonds der FH Aachen bietet finanzielle Förderung für besonders nachhaltige Forschungs- und Projektideen. Ziel ist es, innovative Vorhaben zu ermöglichen, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte verantwortungsvoll miteinander verbinden und sich an den globalen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen orientieren. Das Projekt wird in diesem Rahmen mit einer Summe von 20.000 Euro unterstützt.